Werder hat noch nie in Österreich gewonnen – auch Austria „wird kein Selbstläufer“

Zwei Blamagen und die HSV-Pleite als Warnung

Klare Worte ans Team, entschlossener Blick – Werder-Coach Thomas Schaaf demonstrierte gestern beim Abschlusstraining höchste Konzentration auf die Aufgabe in Wien.

Werder-Bremen - WIEN (Eig. Ber.) · Die Fronten sind eigentlich klar: Werder Bremen, der Tabellenvierte der Fußball-Bundesliga, geht als souveräner Gruppenerster und klarer Favorit ins dritte Europa-League-Spiel heute (19.00 Uhr/SAT. 1 und Sky live) bei Austria Wien. Doch aufgepasst! Bislang konnten die Bremer noch nie in Österreich gewinnen.

Zudem sind die Mannschaften aus der Alpenrepublik gerade in den brisanten Duellen gegen deutsche Teams immer in der Lage, Berge zu versetzen. Für Werder gilt es also, die Tabelle zu ignorieren und auf den Punkt topfit zu sein, um eine Blamage, wie sie jüngst der Hamburger SV beim 0:3 gegen Rapid Wien erlebte, zu verhindern.

„Wir können der Partie gelassen entgegenblicken“, meint Werder-Sportchef Klaus Allofs, „doch auf dem Platz müssen wir dann von der ersten Sekunde an hellwach und konzentriert sein. Gerade gegen deutsche Mannschaften wachsen die österreichischen Teams über sich hinaus und spielen eine Klasse besser als sonst. Wenn wir das verinnerlicht haben, sind wir gut vorbereitet.“

Der 52-Jährige weiß, wovon er spricht. Zweimal trat Werder bislang in Österreich an, zweimal verloren die Bremer. 1989 mit 0:2 bei Austria Wien, 2003 gar mit 0:4 beim SV Pasching. Eine neuerliche Blamage und damit Spott und Häme wollen die Hanseaten demnach heute unbedingt verhindern. Auf der anderen Seite wären sie mit dem dritten Sieg in Folge in der Gruppe L so gut wie durch und mit einem Bein im Achtelfinale. „Wir können aus einer guten Situation eine noch bessere machen“, weiß Trainer Thomas Schaaf.

Der Coach will – wen wundert’s – von einer Favoritenrolle aber nichts wissen. Obwohl seine Mannschaft seit 13 Pflichtspielen ungeschlagen ist und auswärts international seit dem 6. März 2008 (0:2 bei Glasgow Rangers) nicht mehr verloren hat. „Das interessiert mich nicht“, beteuert Schaaf, „das sorgt zwar für eine positive Stimmung, die man mitnimmt, aber es wird kein Selbstläufer.“

Der Coach erwartet heute eine offensiv ausgerichtete Wiener Mannschaft, die mit bisher nur einem Punkt mit dem Rücken zur Wand steht. „Austria wird nicht abwarten, sondern attackieren“, glaubt Schaaf. „Sollen sie nur“, meint dazu Bremens Mittelfeldstar Mesut Özil: „Wir sind gut drauf. Ich glaube an uns. Wenn wir unser Potenzial abrufen, werden wir das Spiel auch gewinnen.“

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