Marko Arnautovic trifft morgen auf seinen Ex-Club Enschede, der ihn zum Fußball-Profi machte

Zurück zu den Wurzeln

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Besondere Situation: Marko Arnautovic trifft in diesem Jahr in der Champions-League-Gruppenphase gleich auf zwei Ex-Clubs. Morgen geht es gegen Twente Enschede.

Werder-Bremen - Von Arne Flügge · Die Auslosung zur Gruppenphase der Champions League hatte Marko Arnautovic im August nicht live vor dem Fernseher verfolgt. „Ich war unterwegs. Dann habe ich einen Anruf von meiner Mutter bekommen“, berichtet der Offensivspieler von Werder Bremen. Und nachdem feststand, dass Arnautovic in Inter Mailand und Twente Enschede gleich auf zwei Ex-Clubs trifft, „habe ich gedacht, ich bin in einem Traum“.

Seine Rückkehr vor drei Wochen nach Mailand, wo der Österreicher in der vergangenen Saison auf Leihbasis gespielt hatte, war nicht gerade schön. Arnautovic wurde von den Tifosi ausgepfiffen, Werder bekam darüber hinaus noch eine 0:4-Klatsche verpasst. Heute tritt Marko Arnautovic nun mit den Hanseaten den Weg zum Champions-League-Spiel morgen (20.45 Uhr) bei Twente Enschede an. Und der 21-Jährige hofft, dass diesmal alles besser wird: Der Empfang, seine Leistung und das Ergebnis. „Es ist nicht schön für einen Spieler, wenn du ausgepfiffen wirst. Aber da musst du dann durch“, erklärt Arnautovic rückblickend auf Mailand, „ich lasse mich mal überraschen, wie es jetzt in Enschede wird. Ich muss einfach meine Leistung zeigen.“

Von der U 19 an hatte Marko Arnautovic bei den Holländern gespielt, ehe er über den Umweg Mailand im Sommer bei Werder landete; für eine Ablösesumme von 6,5 Millionen Euro. Er spricht die niederländische Sprache perfekt und hat viele „tolle Erinnerungen an eine schöne Zeit“ bei Twente. „Von daher ist es für mich natürlich ein besonderes Spiel“, räumt der Nationalspieler ein, um dann aber auch deutlich zu machen: Es wird keine Geschenke an seinen ehemaligen Verein geben: „Ich komme jetzt mit Werder, meinem neuen Club. Und wir wollen die drei Punkte holen.“

„Viele schöne Erinnerungen“

Wichtig sei für ihn, dass aus seiner großen Motivation keine Verkrampfung wird. „Ich muss die Aufgaben erfüllen, die der Trainer mir gibt und vom Kopf her frei sein. Ich darf mir da keinen Druck machen“, weiß Arnautovic.

Telefonischen Kontakt zu ehemaligen Mitspielern gibt‘s derzeit nicht mehr. „Ich habe die Mannschaft in diesem Jahr aber zweimal besucht. Die Hälfte kenne ich noch. Das sind gute Jungs“, erklärt Arnautovic, der während seiner Zeit in Holland viel mit Torwart Nikolay Mihaylov (22) unternommen hat. „Er war einer meiner besten Freunde bei Enschede. Und ich gönne es ihm, dass er es jetzt geschafft hat, die Nummer eins bei Twente zu werden“, sagt Arnautovic.

Mihaylov ist einer der wenigen Twente-Spieler mit Champions-League-Erfahrung. Und für Werder ist der Keeper kein Unbekannter. Im Oktober 2006 spielten die Bremer bei Lewski Sofia. Im Tor der Bulgaren stand damals ein gerade 18-Jähriger, der zunächst ein Eigentor produzierte, dann auch noch gegen Frank Baumann und Torsten Frings daneben griff. Beim Stande von 0:3 wurde Mihaylov zur Pause völlig entnervt ausgewechselt . . .

Doch das ist Schnee von gestern. Mihaylov hat sich mittlerweile gefestigt. „Er ist sehr stark geworden“, weiß Arnautovic, „überhaupt werden wir auf ein starkes Team treffen, das technisch und läuferisch überzeugt und zudem einen guten Fußball spielt.“ Und die Schwächen? „Darüber redet man nicht“, schmunzelt Arnautovic, „die muss man kennen und dann einfach eiskalt ausnutzen.“

Ein wenig Sorgen bereitet Arnautovic dagegen der Hexenkessel, der die Bremer im mit 24 000 Zuschauern ausverkauften Stadion „De Grolsch Veste“ in Enschede erwartet. „Das ist das beste Publikum in Holland“, weiß der Werder-Stürmer, „die geben von Anfang an Gas und stehen 90 Minuten lang hinter ihrer Mannschaft. Egal, ob es gut läuft oder schlecht.“

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