Zurück im Keller – Werder-Sportchef Eichin will nichts schönreden, aber auch keine Panik zulassen

„Es wird sauschwierig“

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Bremen - Am liebsten würde Thomas Eichin schweigen. Doch der Werder-Sportchef ist keiner, der sich versteckt – vor allem nicht in schwierigen Zeiten. So wie jetzt. Durch die Sonntagssiege von Stuttgart und Hannover ist Werder am elften Spieltag auf den Relegationsplatz abgerutscht.

Thomas Eichin

Also doch Abstiegskampf statt einer ruhigen Saison mit Euro-Phantasie muss es nach einem Drittel der Saison heißen. Muss es nicht, findet Eichin. Genauso, wie sich der 49-Jährige gegen Herbst-Depressionen wehrt, genauso warnt er davor, auf leichtere Gegner zu hoffen: „Es wird sauschwierig, aber wir werden das schaffen!“ Natürlich kennt Eichin die Tabelle. Und natürlich hat es ihm nicht gefallen, dass Werder noch von Platz 14 auf Rang 16 purzelte. „Aber ich lasse mich nicht davon beeindrucken, dass Stuttgart oder Hannover gewinnen. Denn es ist auch nicht unser Anspruch, 14. zu sein. Und wir sind stärker als ein Tabellen-16.“, sagt Eichin ganz deutlich: „Mit einem Sieg sind wir wieder dran.“ Er meint damit die einstelligen Tabellenplätze. Die sind das Ziel. Das wird auch nicht verändert, denn mit den Leistungen ist der Sportchef durchaus zufrieden. „Wir spielen ja nicht so, dass man die Hände über dem Kopf zusammenschlagen müsste“, betont der Ex-Profi: „Taktik, Bereitschaft – es ist alles okay, es fehlen nur die Punkte.“

Sicherlich sei es bei Gegnern wie zuletzt Dortmund und Bayern oder zuvor auch Leverkusen nicht leicht gewesen, doch Eichin mahnt: „Über den Spielplan müssen wir nicht nachdenken. Denn wer jetzt glaubt, es kommen leichtere Gegner, der hat schon verloren.“

Ein deutlicher Fingerzeig gen Augsburg. Dort ist Werder am Sonntag zu Gast – beim Tabellenletzten. Längst macht der Begriff vom Pflichtsieg die Runde. Schon direkt nach der Pleite gegen den BVB sprachen alle Bremer (inklusive Eichin) davon, dass dort unbedingt gepunktet werden muss. Diese Ansicht hat sich natürlich nicht verändert, aber Eichin weiß auch: „In Augsburg war es schon immer etwas Besonderes zu spielen. Da kommt es auf ganz bestimmte Dinge an – und dieses Mal sicher noch mehr.“ Er meint die Bereitschaft, sich kämpferisch total zu opfern. So wie es sein muss im Abstiegskampf. „Für schönen Fußball kriegst du nichts“, sagt Eichin und verweist auf das Wochenende: „Stuttgart spielt seit Wochen gut und verliert trotzdem. Jetzt spielen sie gegen Darmstadt viel schlechter und gewinnen.“ Ähnlich sei es bei der Partie Hamburg gegen Hannover gewesen, wo der Sieger eigentlich niemals hätte Hannover heißen dürfen. „Aber so ist das in der Bundesliga“, sagt Eichin: „Du musst dich da rauskämpfen.“ Erst danach seien die spielerischen Mittel gefragt.

Dazu passt ganz gut die Personalie Zlatko Junuzovic. Der Österreicher suchte zuletzt häufiger die schönen als die harten Lösungen – und läuft so seiner Topform weit hinterher. „Er muss wieder zu seinem Spiel finden. Laufen, kämpfen, Zweikämpfe gewinnen. Er macht zurzeit ein bisschen viel Hacke, Spitze, eins-zwei-drei“, wurde Eichin vor dem Dortmund-Spiel von der „Bild“ zitiert. Der Sportchef will es so deutlich nicht gesagt haben und belässt es nun bei einem „Zlatko ist ein eminent wichtiger Spieler für uns“.

Es ist nicht der Zeitpunkt, um Öl ins Feuer zu gießen. „Wir wollen nichts schönreden“, sagt Eichin: „Aber Panik brauchen wir jetzt auch nicht. Wir müssen einfach hart arbeiten und punkten.“

kni

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