Im Trainingsspiel geht Ekici auf Mitspieler Hunt los

Zoffen, abklatschen, essen

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Robin Dutt legt Hand an und fordert die beiden Streithähne sofort zur Versöhnung auf. ·

Bremen - Das hat es so bei Werder auch noch nicht gegeben: Gestern Morgen gingen im Trainingsspiel zwei Profis aufeinander los, die in einer Mannschaft spielten. Mehmet Ekici und Aaron Hunt lieferten sich ein „taktisches Duell“, wie es Trainer Robin Dutt später nannte: „Der Auslöser war sehr positiv. Es ging um eine Aktion im Spiel. Im Fußball muss man diskutieren. Ich finde das gut. Man hat der Bremer Mannschaft gewisse Dinge vorgehalten. Genau diese Aggressivität muss man bewahren und dann auf den Platz bringen.“

Die Tatsache, dass gleich mehrere Spieler und auch er selbst kraftvoll einschreiten mussten, um Handfestes zu vermeiden, wollte Dutt nicht überbewerten: „Das war doch nichts Besonderes.“ Trotzdem hatte er die beiden Protagonisten sofort zu sich gerufen. „Ich habe das kurz angesprochen, sie haben sich abgeklatscht, das war es. Jetzt sitzen sie zusammen mit den anderen in der Kabine und essen“, berichtete der 48-Jährige nach der aufregenden Einheit und lächelte zufrieden.

Auch Hunt und Ekici sprachen ganz locker über den Vorfall. „Es ging um eine Aktion, die wir im Spiel nicht so gut gemacht haben. Da haben wir uns ordentlich die Meinung gesagt“, erinnerte sich Hunt: „Danach haben wir uns ausgesprochen, die Hand gegeben, damit ist die Sache erledigt.“

Wirklich? Ekici war auf dem Platz ziemlich erbost, als hätte ihm Hunt einige deftige Worte gesagt. Nur mit Mühe konnten ihn Nils Petersen, Felix Kroos und Cedric Makiadi daran hindern, auf Hunt loszugehen. Doch nach dem Training war sein Ärger verflogen, der Puls längst wieder runter. „Das ist Fußball, Aggressivität gehört dazu“, meinte der 23-Jährige und behauptete: „Auf dem Platz ist auf dem Platz, daneben sind wir Freunde.“ Auch Hunt hatte die Attacke seines Kollegen längst abgehakt: „Man darf natürlich nicht zu weit gehen. Aber das war noch an der Grenze.“

Der in drei Trainingslagern hart erarbeitete Teamgeist soll auf keinen Fall leiden, dieses Problem aus der Vorsaison endgültig erledigt sein. Also wurde aus der negativen eine positive Geschichte gemacht. „Es ist doch gut, wenn wir so eine Aggressivität auf dem Platz haben. Davon brauchen wir am Sonntag in Saarbrücken eine ganze Menge“, sagte Kapitän Clemens Fritz und blickte schon auf das Pokalspiel beim Drittligisten (Anstoß 14.30 Uhr). Ähnlich äußerte sich auch Dutt: „Man merkt, dass es jetzt richtig losgeht, da ist schon Wettkampfaggressivität drin.“

Ekici und Hunt geraten im Training aneinander

Fortsetzung folgt? Vielleicht. Dann aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Denn für heute Morgen hat Dutt ein nicht-öffentliches Training angesetzt. Allerdings nicht wegen des Streits seiner beiden Profis. „Dafür gibt es verschiedene Gründe“, sagte Dutt und erklärte: „Wir wollen Dinge einstudieren, die der gegnerische Scout nicht sehen soll. Auch Standards. Und du kannst als Trainer auch mal anders mit den Spielern umgehen, ohne befürchten zu müssen, dass es gleich in den Blöcken der Journalisten landet.“ · kni

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