Zlatko Junuzovic fühlt sich wohl – als Spielmacher und mit mehr Muskeln

Der defensivste „Zehner“

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Breiteres Kreuz, moderne Frisur: Werders Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic hat sich optisch verändert.

Bremen - Wenn man sich Zlatko Junuzovic so anschaut, fallen die Veränderungen sofort auf. Deutlich kräftiger ist er geworden, Werders Österreicher. Und die Frisur sieht auch irgendwie anders aus als noch vor ein paar Monaten. Oben sind die Haare etwas länger und nach hinten gelegt, an den Seiten kürzer – voll im Trend. Neu ist aber nicht nur sein Erscheinungsbild, sondern auch sein Status in Bremen. Der 26-Jährige hat momentan, was er schon immer wollte: eine fixe Position auf dem Platz – und dann auch noch in der geliebten Zentrale.

Nach seinem Wechsel von Austria Wien im Januar 2012, als Werder rund eine halbe Million Euro überwies, bekam Junuzovic in Bremen die Nummer 23. Ein halbes Jahr später übernahm er von Mikael Silvestre die 16 – und die passt perfekt zu seinen Ambitionen. „Die Zehn ist meine Lieblingsposition, klar fühle ich mich da wohl. Da spiele ich in der Nationalmannschaft“, betont Junuzovic. Aber auch die „Sechs“ sei vollkommen in Ordnung, ergänzt er. Zehn und sechs macht 16 – und die Mischung aus beiden Zahlen beschreibt ziemlich gut den Spielertypen Junuzovic.

In der Vorbereitung durfte „Zladdi“ in der Mittelfeld-Raute von Trainer Robin Dutt meistens als „Zehner“ ran, stach dort seine Konkurrenten Ludovic Obraniak und Neuzugang Izet Hajrovic aus. Beide haben ihre Stärken ganz klar in der Offensive. Junuzovic ist dagegen nicht der klassische Spielmacher. Er verzückt nicht regelmäßig mit genialen Momenten, sein Scorerkonto war in den vergangenen Jahren nicht gerade prall gefüllt mit Toren oder Vorlagen (fünf Treffer, neun Assists in 71 Bundesliga-Spielen). Der Österreicher arbeitet Fußball, ist enorm fleißig und sich für Wege nach hinten nicht zu schade. Insgesamt ist Junuzovic wohl der defensivste „Zehner“, den man sich denken kann.

Er selbst sieht das ähnlich, deshalb mag er auch keine Vergleiche mit offensiveren Spiellenkern – zum Beispiel Aaron Hunt. Der ehemalige Bremer Vizekapitän, inzwischen beim VfL Wolfsburg unter Vertrag, „war immer weiter vorne“, urteilt Junuzovic: „Ich bin eher der Defensive. Wir sind komplett unterschiedliche Spielertypen. Wenn ich auf dieser Position auflaufe, muss ich mein eigenes Spiel aufziehen. Und darauf konzentriere ich mich.“ Dass er momentan eindeutig die besten Karten besitzt, Hunts Nachfolger als Werder-Regisseur zu werden, gefällt Junuzovic. Er ist aber – wohl auch wegen der Positionswechsel in der Vergangenheit, als er mal Stürmer, mal „Achter“ und mal „Sechser“ war – noch ein wenig misstrauisch. Noch nicht vollends überzeugt davon, dass er nun endlich eine feste Rolle hat. Vor dem Pflichtspielauftakt am Sonntag (14.30 Uhr) im DFB-Pokal bei Regionalligist FV Illertissen unkt Junuzovic: „Es ist nicht zu 100 Prozent sicher, dass wir auch so spielen werden.“

Aber doch sehr wahrscheinlich. Junuzovic wird auf der „Zehn“ auftauchen – und das Trikot wird spannen. Er hat vor allem am Oberkörper deutlich an Muskelmasse zugelegt. Seine Sonderschichten sind nicht neu, aber offensichtlich intensiver geworden. Vor oder nach dem Training geht er „mehrmals in der Woche“ in den Kraftraum, oft mit Athletikcoach Reinhard Schnittker. Sie arbeiten dann meistens in den Bereichen (Schnell-)Kraft und Beweglichkeit. „Zehn, 15 Minuten – das hilft schon. Da ist man robuster, stärker und nicht mehr so empfindlich“, sagt Junuzovic und fügt an: „Ich fühle mich dann einfach besser.“

Wie lange er noch bei Werder bleibt, ist aber nach wie vor offen. Sportchef Thomas Eichin will den 2015 auslaufenden Vertrag verlängern, Junuzovic hat das Angebot bisher nicht angenommen – und beteuert, keine Eile zu haben: „Es ist gut, dass da jetzt ein bisschen Ruhe ist – auch für den Kopf.“

mr/csa

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