Werder peilt Platz drei an – und der Trend spricht für Bremen / Angst in Leverkusen

Das Ziel im grün-weißen Visier

Bremen (csa) · Mal eben an der Uhr gedreht und im Kalender vier Wochen zurückgeblättert: Werder stand damals vor einem „März-Marathon“ mit sieben Spielen in 21 Tagen und drei Wettbewerben. Die Ziele waren: Vorstoß ins Viertelfinale der Europa League, Einzug ins DFB-Pokalendspiel, Aufholjagd in der Bundesliga.

Nun zurück in die Gegenwart: Zwei der drei Vorhaben hat Werder umgesetzt, nur die Europa League ist Geschichte. Das Pokalfinale findet mit Werder statt, und in der Bundesliga haben die Bremer mit zehn Punkten aus vier Partien etwas geschafft, was vor dem „März-Marathon“ noch wenig wahrscheinlich erschien: die Perspektive auf einen Platz in der Champions League ist wieder da.

Gewiss, groß ist die Chance nicht. „Wir müssen schon alle Spiele gewinnen, wenn wir es noch schaffen wollen“, schätzt Kapitän Torsten Frings die Situation ein. Bei noch sechs ausstehenden Partien und fünf Punkten Rückstand auf Bayer Leverkusen, das als derzeit Dritter den Fuß in der Tür zur Königsklasse hat, ist Werder nur der Außenseiter. Aber einer, dessen Aussichten besser und besser werden. An nur zwei Spieltagen hat sich der Abstand von elf auf eben jene fünf Zähler reduziert. Und der Trend spricht klar für die Bremer.

Der Tabellenfünfte ist seit acht Ligaspielen unbesiegt, die Konkurrenz schwächelt dagegen. Leverkusen hat in den vergangenen vier Partien drei Pleiten kassiert, den Hamburger SV spült die eigene Krise immer weiter Richtung Mittelfeld. Längst hat der HSV das Thema Champions League abgehakt. Es ginge, verkündete Kapitän David Jarolim nach der 0:1-Pleite in Mönchengladbach, nur noch darum, „Platz sechs zu sichern“. Der verspricht die Teilnahme an der Europa League, wenn die Pokalfinalisten Werder und Bayern München über die Liga das internationale Geschäft erreichen. Wonach es aussieht.

Den Hamburgern reicht also die Europa League, sagen sie. Den Dortmundern auch? Die Borussia steht aktuell zwischen Werder und Leverkusen, einen Punkt besser als die Bremer, vier Punkte schlechter als Bayer. Diesen Abständen folgend orientieren sich die überraschend gut postierten Schwarz-Gelben mehr nach unten als nach oben und wären froh, wenn sich am Tabellenbild bis zum Saisonende nichts mehr ändern würde. „Wir wollen da bleiben, wo wir sind“, erklärten unisono Trainer Jürgen Klopp und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Keine Rede von der Champions League.

Das gilt offiziell auch für Bremen. „Noch sind wir nicht in der Position, über die Champions League zu sprechen. Aber wir sind dabei, das zu ändern“, sagte Abwehrspieler Per Mertesacker und ergänzte: „Wir haben einen guten Rhythmus und ein klares Ziel vor Augen: Platz drei.“

Ob man’s glaubt oder nicht: Der einst so souveräne Herbstmeister aus Leverkusen zittert mittlerweile sogar vor der Bedrohung von der Weser. Und jener, die aus den eigenen Reihen kommt. Spätestens nach der 0:2-Niederlage gegen Schalke 04 hat Abwehrchef Manuel Friedrich erkannt, „dass Platz drei in Gefahr ist, wenn wir so weitermachen. Wir können noch alles verspielen.“

Und Werder noch viel gewinnen. Bis auf die Europa League natürlich. Doch für die Liga gilt, was Tim Borowski als Maßgabe für den Saisonendspurt ausgibt: „Locker bleiben und konzentriert weiterarbeiten.“ Dann könnte der Sprung in die Königsklasse tatsächlich noch gelingen.

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