DFB-Pokal: 2:0-Sieg gegen Augsburg – Werder feiert Marin und die vorzeitige Quali für die Europa League

Ein Zauberzwerg bucht das Finale

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Marko Marin hat’s gemacht: Mit einem cleveren Kullerball brachte er Werder Bremen auf den Weg nach Berlin.

Bremen - Von Björn Knips · Die Augsburger Puppenkiste hat wirklich viele bekannte Stars, aber einen hat sie nicht: Den Zauberzwerg Marko Marin. Und weil der nun einmal in Bremen und nicht in Augsburg spielt, steht Werder zum zehnten Mal im DFB-Pokalfinale.

Der Bundesligist setzte sich gestern Abend mit 2:0 (1:0) gegen den Zweitligisten FC Augsburg durch. Eine Glanzleistung des Favoriten war’s freilich nicht. Aber ein Super-Tor von Marin (24.) sowie ein später Treffer von Claudio Pizarro (84.) brachten den Bremern das Ticket für das Endspiel am 15. Mai im Berliner Olympiastadion.

Der Final-Gegner wird heute zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Bayern München ermittelt. Und diese Paarung hat für Werder einen schönen Nebeneffekt. Weil sowohl Schalke als auch Bayern in der Bundesliga klar auf Champions-League-Kurs steuern, darf Werder als Pokal-Finalist praktisch schon die Qualifikation für die Europa League feiern.

Die Noten zum Spiel

Die Noten: Dreimal die 2, einmal die 4

Wie wichtig diese Partie für Werder war, zeigte schon ein Blick auf die Aufstellung: Trainer Thomas Schaaf hatte nach der samstäglichen Rotation gegen Bochum seine Bestformation aufgeboten. Und die gab sofort Gas, wollte Augsburg gleich zeigen, wer das Sagen hat. Nach nicht einmal drei Minuten zielte Mesut Özil knapp am Tor vorbei. Aber Vorsicht! Die Augsburger schlugen sofort zurück und hatten Pech, dass Naldo gegen Daniel Brinkmann gerade noch retten konnte (4.).

Genauso munter ging’s weiter – allerdings nur noch in eine Richtung. Werder war klar überlegen, aber Clemens Fritz fehlte die letzte Präzision (9. und 17.). Marin machte es besser – oder vielmehr: Der Zauberzwerg machte es einfach genial. Nach einem Doppelpass mit dem phasenweise starken Özil schob Marin den Ball gegen die Laufrichtung von FCA-Keeper Simon Jentzsch in die Maschen – 1:0 (24.).

Die Bilder vom Spiel

Werder Bremen - FC Augsburg: Die Bilder

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, dröhnte es durchs mit 31 400 Zuschauern längst nicht ausverkaufte Weserstadion. Die Stimmung war dennoch prächtig und absolut pokalwürdig. Das lag auch an den rund 3 000 lautstarken Gäste-Fans, die in der 42. Minute sogar schon jubelten. Etwas zu früh, denn Michael Thurk überwand zwar nach einem Tiefschlaf der Bremer Defensive den falsch postierten Keeper Tim Wiese, setzte die Kugel aber nur an den Innenpfosten. Riesenglück für Werder und eine deutliche Warnung, dass der Zweitliga-Zweite längst noch nicht geschlagen war.

Den nächsten Beweis dafür gab’s direkt nach der Pause. Hereingabe Marcel Ndjeng, Thurk irritierte Wiese – und beinahe wäre es passiert. Aber Werder überstand die Szene mit Dusel. Erst einmal tief durchatmen. Doch dafür blieb kaum Zeit. Denn die Schwaben witterten ihre Chance, merkten, dass der große Favorit seine Souveränität in der Kabine gelassen hatte. Und FCA-Coach Jos Luhukay gab mit der Einwechslung von Angreifer Nando Rafael (60.) das Signal: Attacke, Augsburg!

Schaaf reagierte umgehend, brachte im Mittelfeld für den schwachen Aaron Hunt den etwas defensiveren Tim Borowski. Trotzdem besaßen die Gäste immer noch viel zu viele Freiheiten. Immerhin stand nun die Bremer Innenverteidigung mit Naldo und Per Mertesacker gut und ließ Thurk und Co. vergeblich anrennen.

Es dauerte allerdings bis zur 84. Minute, ehe sich Werder endlich sicher fühlen durfte: Nach einem Freistoß von Torsten Frings, schoss Pizarro seine Mannschaft definitiv nach Berlin. Riesenjubel im Weserstadion – und natürlich hatte der Verein bereits entsprechende Final-Shirts vorbereitet. Werder ist eben ein echter DFB-Pokal-Experte.

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