Werder nimmt Bilbao erst auseinander, gerät dann aber noch in Gefahr / Tabellenführer in der Europa League

Zaubern, zittern, feiern – 3:1

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Jubel: Mesut Özil , Aaron Hunt , Claudio Pizarro , Marko Marin und Torsten Frings (großes Bild/von links) feiern das 1:0 für Werder.

Bremen - Von Björn Knips und Carsten Sander · Soll noch einmal jemand behaupten, die Europa League wäre nur ein Trostpflaster. Werder Bremen machte gestern Abend sein erstes Heimspiel in diesem neuen Wettbewerb zu einem Fest mit Champions-League-würdigem Zauberfußball.

 Garniert mit einem peinlichen Platzverweis und Hochspannung in der Nachspielzeit. Am Ende gab’s einen verdienten 3:1 (2:0)-Erfolg gegen Athletic Bilbao und obendrauf nach zwei Spieltagen die Tabellenführung in der Gruppe L.

In einer von Werder famosen ersten Hälfte hatten Aaron Hunt (20.) und Naldo (41.) die Gastgeber in Führung geschossen. Weil aber Peter Niemeyer nur vier Minuten nach seiner Einwechslung Gelb-Rot sah (64.), wurde es noch einmal richtig spannend. In der Nachspielzeit gelang zunächst Fernando Llorente (90.+1) der Anschlusstreffer, dann aber Torsten Frings (90.+4) per Strafstoß die Entscheidung.

Zauberfußball in Bremen

Offensive überragend

„Ich will mich nur bei der Mannschaft entschuldigen und gleichzeitig bedanken, dass sie auch mit zehn Mann gewonnen hat“, stammelte ein sichtlich mitgenommener Niemeyer und fügte noch an: „Natürlich fühlt man sich in so einer Situation total schlecht.“ Der 25-Jährige war nach einer Stunde in der Drangperiode der Basken eingewechselt worden und nur 30 Sekunden später nach einem überflüssigen Foul am gegnerischen Strafraum verwarnt worden. Dreieinhalb Minuten später langte Niemeyer wieder zu, diesmal am Mittelkreis – und Schiedsrichter Alexandru Dan Tudor aus Rumänien musste Gelb-Rot zeigen. „Peter sollte uns eigentlich Sicherheit geben, aber er hat sie uns ein bisschen genommen“, seufzte Werder-Coach Thomas Schaaf, nahm seinen Spieler aber auch ein wenig in Schutz: „Natürlich muss man sich da besser verhalten, aber das ist im Übereifer passiert. Peter wollte sich hervortun, hat dabei leider die falschen Mittel gewählt.“

Ganz im Gegensatz zu seinen Kollegen. Die hatten zuvor die 24 305 Zuschauer im nicht ganz ausverkauften Weserstadion mit tollem Kombinationsspiel und starker Abwehrarbeit begeistert. Aaron Hunt, Mesut Özil, Marko Marin und Claudio Pizarro nahmen Athletic auseinander. Die erste Belohnung dafür gab’s nach 20 Minuten: Özil bediente Hunt, der den Ball volley in die Maschen hämmerte.

Kurios: In der Ostkurve wurde kaum gefeiert, sondern aufgebracht gepfiffen, weil die Ordner ein Banner mit dem Aufdruck „Kein Fußball für Faschisten“ entfernten, um eine Werbetafel freizumachen.

Das wunderschöne 2:0 machte den Ärger aber vergessen: Marin auf Pizarro, der die Kugel genial zu Naldo schob – und wieder zappelte der Ball im Netz. Werder spielte perfekten Fußball. Und hätte Özil kurz vor der Pause nach einer feinen Kombination mit Hunt seine Hundertprozentige nicht vergeben, wäre die Partie schon entschieden gewesen.

So aber witterten die Basken noch ihre Chance – vor allem nach Niemeyers Platzverweis. Werders bis dahin so souveräne Defensive kam nun ins Schwimmen, ging aber erst in der Nachspielzeit ein Mal unter. Naldo und Per Mertesacker patzten, Llorento schoss geschickt ein. Jetzt musste gezittert werden. Bilbao warf alles nach vorne, doch gefeiert wurde auf der anderen Seite, weil Fernando Amorebieta Werders Özil bei einem Konter foulte – Elfmeter. Torsten Frings verwandelte trocken und beendete damit einen äußerst unterhaltsamen Europa-League-Abend.

So kann’s am Sonntag in der Bundesliga beim VfB Stuttgart (15.30 Uhr) weitergehen. Die nötige Form dafür haben die mittlerweile seit elf Spielen unbesiegten Bremer. Per Mertesacker stellte zufrieden fest: „Ich bin stolz, dass wir so gespielt haben und den Gegner so geschlagen haben.“

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