Zauberfuß Zlatko Junuzovic will der Freistoßkönig der Liga werden und jagt Baslers Bestmarke

Explosionsgefahr bei der „Riesenwaffe“

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„Ich hätte explodieren können vor Glück“, sagte Zlatko Junuzovic nach seinem Freistoßtor – und so sah er beim Jubel vor der Fankurve auch aus.

Hannover/Bremen - Auf einmal war da Chaos. Der Ball im Netz, ein Feldspieler perplex am Pfosten hängend, der Torhüter daneben auf dem Boden. Und alle anderen guckten entgeistert. Für Hannover 96 war der Freistoß-Treffer von Zlatko Junuzovic zum 1:1 (78.) ein Schock – sowohl hinsichtlich der Entstehung als auch die Bedeutung betreffend.

Zwei lebenswichtige Punkte waren plötzlich futsch, und sonderlich glücklich hatten sich die Torverhinderer von 96 auch nicht angestellt. Angefangen bei Verteidiger Marcelo, der Davie Selke zunächst nicht an den Ball hätte kommen lassen und schon gar nicht hätte foulen müssen. Bis hin zu Torwart Ron-Robert Zieler und Edgar Prib, die sich beim Junuzovic-Freistoß gegenseitig behindert und damit ein Stück Fußball-Slapstick abgeliefert hatten. So sah es jedenfalls aus. So war es aber nicht. Behaupteten jedenfalls die, die dabei oder nahe dran waren.

„Nahezu perfekt geschossen“, urteilte Zieler über den Kunstschuss des Bremers. Kein Wort von einer Behinderung durch Prib, der bei Junuzovics Anlauf auf die Torlinie geeilt war und irgendwie im Weg gestanden hatte. Aber eben nicht entscheidend. Oder doch? „Der Ball ging mit Zug in den Winkel – das muss man auch mal so hinnehmen“, meinte 96-Coach Michael Frontzeck und machte niemandem einen Vorwurf: „Den hätte Ron-Robert auch nicht gehabt, wenn Edgar irgendwo anders gestanden hätte.“

Mag wohl sein. Junuzovic war es eh’ egal. Maß genommen, rein damit und dann zum Feiern zu den Fans in die Kurve. „Ich hätte explodieren können vor Glück“, sagte der Schütze, der zuvor eigentlich nur als Name auf dem Aufstellungsbogen stattgefunden hatte. Doch mit dem Freistoß wurde er noch zur Hauptperson des Tages.

Werder mit 1:1 in Hannover: die Noten

Es war schon sein fünfter direkt verwandelter Freistoß in der Saison und der erste seit dem 8. Februar beim 2:1 gegen Bayer Leverkusen. „Es wurde auch Zeit, dass mal wieder einer reingeht“, sagte der Österreicher über die dreimonatige Durststrecke. Im Wettschießen mit Leverkusens Hakan Calhanoglu hat er nun wieder gleichgezogen, an den letzten beiden Spieltagen entscheidet sich, wer Freistoßkönig der Saison wird.

Für Werder ist Junuzovic freilich jetzt schon ein King. Eine „Riesenwaffe“ seien die Freistöße, lobte Trainer Viktor Skripnik den 27-Jährigen. Dessen Qualitäten lassen sich auch noch an weiteren Zahlen ablesen. 18 Tore fielen in dieser Saison bereits in Folge von Junuzovic-Standards. Zwei direkt verwandelte Freistöße bräuchte er noch, um Marios Baslers Club-Rekord aus der Saison 95/96 einzustellen.

Viel hatte in Hannover nicht gefehlt und Junuzovic wäre noch dichter an Basler herangerückt. Der zweite Freistoß des Mittelfeldspielers verfehlte sein Ziel nur denkbar knapp (86.). „Aber jeder“, das weiß auch Junuzovic, „kann eben nicht reingehen.“

csa

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