Frings verspricht: „Wir lassen ihn nicht fallen“

„Luca braucht keine Sonderbehandlung“

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Werders Luca Zander hat seine missglückte Startelf-Premiere in Wolfsburg ganz gut verdaut.

Bremen - Von Petra Philippsen. Werder-Coach Viktor Skripnik hatte seiner Mannschaft am Montag eine Hausaufgabe für den freien Tag mitgegeben: Wunden lecken, den Kopf frei kriegen. Und das machte Luca Zander dann auch, daheim bei seiner Familie.

Der 20-jährige Weyher wohnt noch Zuhause. „Meine Familie kennt mich gut genug, um mir nicht auf die Nerven zu gehen und jede Aktion des Spiels nochmal mit mir durchzusprechen“, erzählt Zander, „sie haben versucht, mich auf andere Gedanken zu bringen und abzulenken. Fußball war so wenig wie möglich Thema.“ Dabei hätte sein Debüt in Werders Startelf eigentlich ein großes Thema sein sollen, doch das 0:6-Debakel gegen Wolfsburg verhagelte die familiäre Feierlaune.

Es war erst sein zweiter Einsatz bei den Bremer Profis gewesen, und auch zuvor gegen Leverkusen hatte Werder massiv enttäuscht und eine Pleite (0:3) kassiert. Solche Tiefschläge können ein Talent, das gerade an der Schwelle steht und auf eine Bundesliga-Karriere hofft, schon umwerfen. Doch Zander gehört zu der Sorte Jungprofi, die gebildet und realistisch und nicht blauäugig ins Fußballgeschäft gekommen ist. Deshalb hat er aus seinem Auftritt als rechter Außenverteidiger das Positive für sich mitgenommen: „Dass der Trainer mir das Vertrauen geschenkt hat, bedeutet mir viel. Und obwohl mein Gegenspieler sicher sehr gut war, habe ich gemerkt: Das ist keiner, gegen den ich nie eine Chance hätte.“

Aber Zander sieht eben genauso das Kritische an seiner Leistung: „Ich hätte etwas mutiger und entschlossener sein können.“ Es gibt sicherlich dankbarere Aufgaben als ein Startelf-Debüt auswärts in Wolfsburg. Doch Werders Trainerstab sieht das als normalen Weg ins harte Profileben, auch für Zander gibt es da keinen Welpenschutz. „Luca braucht keine Sonderbehandlung. Und das ist kein Kindergarten hier, da muss er durch“, meint Co-Trainer Torsten Frings: „Wir lassen ihn jetzt aber auch nicht fallen. Es war sicher nicht sein bestes Spiel, aber er hat auch nicht so gravierend schlecht gespielt, dass man sagen müsste: Luca ist schuld.“

Es ist nicht die leichteste Zeit für die jungen Spieler, sich bei Werder zu zeigen, das weiß auch Frings. Denn selbst die erfahrenen Stammspieler schwanken und machen es den Neulingen umso schwerer, sich an ihnen zu orientieren. „Luca ist auch ein Stückweit allein gelassen worden und hat aus dem Mittelfeld wenig Unterstützung bekommen“, fährt Frings fort.

Insgesamt habe man sich von Zander auf der rechten Seite eine aktivere Interpretation erhofft. „Manchmal muss man auch in so einem Spiel seinen Mann stehen. Zu viele Chancen bekommt als junger Spieler nicht – irgendwann muss man so eine Chance auch nutzen.“

Ob Zander sie am Samstag im Nordderby gegen den Hamburger SV erneut bekommt, ist noch offen. „Für mich ist Wolfsburg abgehakt, in Gedanken bin ich nur noch beim HSV“, sagt der Weyher, „ich will mich im Training wieder aufdrängen. Ich denke schon, dass ich eine Option bin. Sonst hätte mir der Trainer nicht das Vertrauen geschenkt.“

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