Yatabare darf spielen – der Konkurrenzkampf wird größer

Skripnik sieht ein „Luxusproblem“

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Winter-Neuzugang Sambou Yatabare (links) darf endlich spielen – und Werder wünscht sich, dass er in Bremen so stark startet wie Papy Djilobodji (Mitte).

Bremen - Er schrieb seinen Namen mit einem wasserfesten Filzstift auf Bälle und Trikots, auf Autogrammkarten und Poster – und andere Fanartikel. Genau wie seine Teamkollegen hatte auch Sambou Yatabare gestern Vormittag noch vor der ersten sportlichen Einheit Unterschriften-Dienst.

Danach ging es raus auf die Tartanbahn zum Laktattest. Und nachmittags zum Training auf den Platz. Ein intensiver Tag – doch genau so intensiv geht es für Werders Neuzugang in den kommenden Tagen weiter. Der Mittelfeldmann aus Mali kann nach seiner viel diskutierten Drei-Spiele-Sperre und überwundenen Erkältung am Samstag (15.30 Uhr) beim Auswärtsauftritt in Ingolstadt erstmals ran für die Bremer – und bis dahin soll und will Yatabare zeigen, dass er bereits ein ernsthafter Kandidat für die Anfangsformation ist.

Reden mag der 26-Jährige über seinen – wegen der Strafe – verspäteten Werder-Einstieg und die Startelf-Chancen nicht. Er möchte, so teilte Werder mit, erst mal spielen. Dafür sprach sein Trainer. „Wir sind froh, dass wir ihn haben und dass er uns jetzt helfen kann. Und er ist auch glücklich, will hier eine gute Rolle spielen. Im Training bemüht er sich, zeigt Willen“, sagte Viktor Skripnik, der hofft, dass Yatabare „genauso einschlägt“ wie Papy Djilobodji, der ebenfalls im Winter gekommen war und schon jetzt nicht mehr wegzudenken ist aus dem Bremer Abwehrzentrum. „Bei ihm hat alles geklappt“, meinte Skripnik anerkennend.

Wie fit Yatabare aktuell ist, will Skripnik auch anhand der Daten aus dem Laktattest feststellen. Am Wochenende, als der Neue wegen seines Infekts nur individuell trainierte, habe Skripnik eine positive Rückmeldung vom Fitnesscoach bekommen. Bestätigt sich der Eindruck, hat der Werder-Trainer im Mittelfeld eine Option mehr – und freut sich darüber: „Dieser harte Konkurrenzkampf hat uns in der Hinrunde gefehlt.“

Laktattest ohne Pizarro

Momentan fällt von den Stammplatz-Kandidaten nur Philipp Bargfrede aus, das Gedränge auf den Positionen zwischen Abwehr und Angriff ist entsprechend groß. Keiner kann sich seines Platzes sicher sein – bis auf Clemens Fritz (35). „Mein Kapitän ist gesetzt“, betonte Skripnik, „und ich bin froh, dass er die englische Woche gut überstanden hat.“ Alle anderen Mittelfeldmänner müssen bangen, sogar Vizekapitän Zlatko Junuzovic. Der Österreicher hatte zuletzt wieder leichte Probleme an seiner Schulter (Eckgelenksprengung im Dezember). „Professionell und mutig, dass er uns das gesagt hat“, findet Skripnik, der den 28-Jährigen im Pokal in Leverkusen (3:1) nicht in den Kader nahm. Und ihn gegen Hoffenheim auf die Bank setzte. Aber nicht nur, um ihn zu schonen – sondern auch aus taktischen Gründen. Ins defensive Mittelfeld stellte Skripnik jeweils den kopfballstarken Jannik Vestergaard, davor in der Zentrale Fritz und Florian Grillitsch (Leverkusen) beziehungsweise Fritz und den deutlich offensiveren Claudio Pizarro (Hoffenheim). Wenn Werder am Samstag wieder mit einem 4:1:4:1-System und Abwehrhüne Vestergaard als „Sechser“ (Skripnik: „Seine erste Rolle ist Innenverteidiger, aber es bleibt eine Option“) beginnt, könnte Junuzovic erneut draußen sitzen. Obwohl er fit ist, wie Skripnik gestern sagte: „Er hat sich zurückgemeldet und gegen Hoffenheim gute 20 Minuten gezeigt.“

Um wieder in die Startelf zu rutschen, muss Junuzovic allerdings hart kämpfen. Sein junger Landsmann Grillitsch hat ihm ein bisschen den Rang abgelaufen – als Torschütze und Mann für die Standards. Der 20-Jährige traf in Leverkusen und bereitete gegen Hoffenheim per Ecke den Bremer Ausgleich vor. Trotzdem hat auch Grillitsch keinen Freifahrtschein. Mit Blick auf sein Mittelfeld stellte Skripnik zufrieden fest: „Jetzt können wir je nach Tagesform und taktischen Notwendigkeiten auf den jeweiligen Gegner reagieren. Wir haben da teilweise ein Luxusproblem.“ mr

Werders Mittelfeld

Fitte Spieler: Clemens Fritz, Sambou Yatabare, Zlatko Junuzovic, Florian Grillitsch, Fin Bartels, Levin Öztunali, Laszlo Kleinheisler, Jannik Vestergaard (eigentlich Abwehr, je nach Taktik), Claudio Pizarro (eigentlich Angriff, je nach Taktik), Ulisses Garcia, Maximilian Eggestein, Lukas Fröde, Milos Veljkovic.

Verletzte Spieler: Philipp Bargfrede (Meniskus-Operation), Özkan Yildirim (Trainingsrückstand). n mr

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