Kommentar

Im Würgegriff der Prinzipien

Von Arne Flügge - Es war ein unwürdiger Abschied mit einem noch unwürdigeren Ende. Daniel Jensen war in den Würgegriff der Prinzipien geraten, aus dem er sich mit der öffentlichen Darstellung seiner Sicht zu befreien suchte.

Doch statt sich Luft zu verschaffen, zog sich die Schlinge um seinen Hals noch fester zu. Den längeren Atem hatte Trainer Thomas Schaaf, der seinen Spieler gestern rauswarf. Nun stellt sich die Frage: War es das alles wert?

Sicher: Im Abstiegskampf konnte Schaaf auf persönliche Befindlichkeiten seiner Spieler keine Rücksicht nehmen. Er brauchte im Spiel gegen Dortmund nur fitte Profis – und Jensen war es seiner Meinung nach nicht. Doch mal ehrlich: Hätte man nicht – vor allem angesichts der siebenjährigen Vereinstreue Jensens – eine Lösung finden können, die letztendlich allen gerecht geworden wäre? Man hätte – und sich damit vieles ersparen können!

Schließlich waren am Samstag noch drei Plätze im Kader frei gewesen. Warum also wurde Jensen nicht auf die Bank gesetzt, um ihm zumindest das Gefühl zu geben, dazuzugehören, anstatt ihm zu zeigen: Dich brauchen wir hier nicht mehr. Niemandem wäre dabei ein Zacken aus der Krone gebrochen, es hätte keinem geschadet. Auch nicht, wenn man Jensen beim Stande von 2:0 noch für zwei Minuten eingesetzt und ihm damit den Respekt erwiesen hätte, den er sich gewünscht hatte. Alles wäre gut gewesen, alle wären zufrieden gewesen - Vorhang, Abspann, Applaus!

Doch Schaaf ist seinen Prinzipien treu geblieben, keinen Spieler mehr zu nominieren, der in seinen Planungen keine Rolle mehr spielt. Das muss man generell nicht gutheißen, aber das ist zu respektieren. Und nachdem sich Jensen öffentlich beklagt hatte, wurde er nun vom Trainer suspendiert. Auch solche Mechanismen sind im Allgemeinen branchenüblich. Doch so schlimm waren Jensens Äußerungen nun auch wieder nicht, dass sie den Rauswurf gerechtfertigt hätten. Aber auch hier war der Würgegriff der Prinzipien erbarmungslos fest.

Vielleicht hätte Schaaf in diesem besonderen Fall einfach einmal über seinen Schatten springen sollen – Prinzipien hin oder her. So bleibt viel verbrannte Erde und die bohrende Frage: War es das wert?

Entwarnung nach Großeinsatz in Manchester

Entwarnung nach Großeinsatz in Manchester

Obama grenzt sich von Trump ab - ohne ihn zu erwähnen

Obama grenzt sich von Trump ab - ohne ihn zu erwähnen

Kreisverbandsschützenfest in Oerdinghausen

Kreisverbandsschützenfest in Oerdinghausen

Manchester-Stars feiern bewegenden Sieg

Manchester-Stars feiern bewegenden Sieg

Meistgelesene Artikel

Schierenbeck zu Sargent-Gerücht: „Das ist mir neu“

Schierenbeck zu Sargent-Gerücht: „Das ist mir neu“

Werders teure Pleite beim BVB: Zwölf Millionen Euro sind futsch

Werders teure Pleite beim BVB: Zwölf Millionen Euro sind futsch

Begegnungen für den Telekom-Cup stehen

Begegnungen für den Telekom-Cup stehen

Lukimya verlängert beim Liaoning FC

Lukimya verlängert beim Liaoning FC

Kommentare