Die Bremer können ihre Hinrunde veredeln

Wünsche vor Weihnachten: Werder will die Siegesserie

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Der Glöckner vom Osterdeich: Das winterliche Outfit von Marko Arnautovic war gestern durchaus filmreif. ·

Bremen - Werder ist schon voll auf Weihnachten eingestellt. Vor dem Fanshop im Weserstadion eröffnete gestern Nachmittag ein Glühweinstand – und einige Stunden zuvor hatte der Nikolaus die Fußball-Schuhe der Werder-Profis prall gefüllt. Das Beweisfoto verbreitete der Club im Internet.

Und Thomas Schaaf wunderte sich: Wie nur war der Mann mit dem roten Mantel in das Werder-Heiligtum, die Spielerkabine, gelangt? Und warum konnte er sich nicht ein wenig gedulden? „Mir wäre es lieber, wir hätten am Samstag etwas in unseren Stiefeln. Ein paar Punkte in Frankfurt – das wäre ein gutes Nikolaus-Geschenk“, scherzte der Bremer Chefcoach.

Werder ist vor dem Samstagabendspiel in Frankfurt (18.30 Uhr) bestens gelaunt. Kein Wunder nach dem 4:1-Erfolg in Hoffenheim. Dadurch sind die Aussichten so kurz vor der Winterpause verlockend. Mit einem Sieg beim Tabellenfünften würde Werder nach Punkten gleichziehen mit der zuletzt schwächelnden Eintracht, folglich den direkten Kontakt zu den Europapokalplätzen herstellen. Danach folgt noch das Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Sechs Punkte aus diesen beiden Partien zu holen, wäre ein Traum, meint Stürmer Nils Petersen: „Dann könnten wir richtig frohe Weihnachten feiern.“

Es ist ein besonderes Fest, denn es ist das Fest nach dem Neuaufbau. Punktet Werder noch fleißig und überwintert sogar auf Platz fünf oder sechs, war es eine gute bis sehr gute Halbserie. Vermurkst das Team von Schaaf den Jahresendspurt und kommt nur als Elfter oder Zwölfter in die Halbzeit, gibt‘s Kritik und schlechte Laune. Zlatko Junuzovic nennt die momentane Situation einen Schwebezustand: „Es macht eigentlich keinen Spaß, mal oben und mal unten zu sein. Drei Siege hintereinander wären jetzt mal richtig schön.“

Wunschdenken? In 15 Partien hat es noch nicht einmal zu zwei Siegen hintereinander gereicht. Dennoch widerspricht Schaaf der Behauptung, seine Mannschaft bewege sich im Zickzack-Kurs durch die Saison: „Die Mannschaft war immer gewillt, gute Leistungen abzuliefern. Wir haben auch oft gute Spiele gemacht, aber nicht immer die Ergebnisse erzielt.“ Das klingt schon ein wenig nach Zwischenbilanz, die durch die Tabellenoptik natürlich noch deutlich aufgehübscht werden kann.

Hunt weiterhin nicht im Training

Bremens Hunt weiterhin nicht im Training

Der Großteil der Spieler will sich aber ähnlich wie Schaaf in seiner Beurteilung nicht allein von der Platzierung leiten lassen. Beispiel Sebastian Prödl: „Ob wir auf einem Europapokalplatz überwintern, ist mir eigentlich wurscht. Unser Ziel ist es, jetzt noch zwei geile Spiele abzuliefern. Das gibt Selbstvertrauen, um im neuen Jahr nachzulegen. Aber klar: Die Punkte sollen auch kommen.“

Drei davon hat Werder am Sonntag aus dem Kraichgau mitgebracht. Drei weitere sollen in der Bankenmetropole Frankfurt gebucht werden. „Wir wollen die Eintracht einholen“, sagt Eljero Elia, der den aktuell negativen Trend des sensationell stark gestarteten Aufsteigers (fünf Siege aus den ersten sechs Spielen) mit Interesse verfolgt. „Da sieht man wieder: Nach oben zu kommen ist einfach. Aber oben zu bleiben, ist schwer.“

Das ist ein Satz, der mit leichter Abwandlung auch auf Marko Arnautovic zutrifft. Mit seinen drei Toren gegen Hoffenheim hat er sich ins Rampenlicht der Liga geschossen – aber kann er dort auch verweilen? Zugaben sind von dem Österreicher gefordert. Schaaf wünscht und erwartet weitere Großtaten des Außenstürmers. „Er hat sehr gut trainiert, hat überhaupt nicht nachgelassen“, sagt der Coach. Die ernsthafte Sorge der Mitspieler, Arnautovic könne sich nach seinem Dreierpack zu sehr in Lob und Erfolg wälzen, hat sich demnach als unbegründet erwiesen. Der Österreicher ist bereit für die nächste Bescherung. · csa/kni

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