Werder II startet morgen in die Saison / Trainer fordert Teamgeist, Spaß und Leidenschaft / Ungewöhnliche Wege in der Vorbereitung

Wolter will der Mannschaft wieder ein Gesicht geben

Geht in seine zehnte Saison als Trainer von Werder II: Thomas Wolter ist dabei, eine Mannschaft zu formen, die wieder Teamgeist und Leidenschaft in den Vordergrund stellt. ·

Bremen - Von Arne FlüggeWenn Thomas Wolter nach den Saisonzielen gefragt wird oder wen er am Ende ganz oben sieht, dann winkt der Trainer von Werder Bremen II ab.

„Da bin ich von weg“, schmunzelt der 47-Jährige: „Im vergangenen Jahr habe ich getippt, dass Sandhausen aufsteigt – die haben am Ende gegen den Abstieg gespielt. Und ich habe für uns einen einstelligen Tabellenplatz ausgegeben – und das ist ja völlig in die Hose gegangen . . .“

Sportlich waren die Bremer aus der Dritten Liga sogar abgestiegen. „Wir waren weg und haben uns schon intensiv mit der Regionalliga beschäftigt“, berichtet der Coach. Doch nachdem in Rot-Weiß Ahlen und der TuS Koblenz gleich zwei Teams aus finanziellen Gründen den Rückzug angetreten hatten, durfte Werder II doch noch in der Dritten Liga bleiben. Die Bremer nahmen dankend an, obwohl der bittere Beigeschmack der sportlichen Disqualifikation blieb.

Große Veränderungen in seiner Vorbereitung musste Wolter aber nicht vornehmen. „Wir planen ohnehin nicht für eine Liga. Unsere Aufgabe ist und bleibt, einen guten Unterbau für die Bundesliga-Mannschaft zu schaffen.“ Ein Vorhaben, das in diesem Jahr allerdings noch schwerer wird als sonst. Denn die Bremer U 23 hat einen mächtigen Umbruch vollzogen. 18 Spieler haben den Club verlassen, 17 neue sind gekommen. „Das war nötig“, betont Wolter, „bei vielen Spielern sind die Verträge ausgelaufen, wir hatten viele Langzeitverletzte, mit denen wir nicht mehr planen konnten und für die es auch besser war, sich etwas Neues zu suchen. Zudem gab es einige Unzufriedene.“

Trotz des großen Aderlasses geht der Bremer Trainer mit viel Zuversicht in die neue Saison. Zum Auftakt spielt Werder II morgen (14.00 Uhr) beim SV Wehen-Wiesbaden, dem großen Titelfavoriten. „Da wissen wir gleich, woran wir sind. Ich bin sehr gespannt“, verrät der Bremer Trainer, der mit der Integration der neuen Spieler schon sehr zufrieden ist. „Wir hatten einen starken U 19-Jahrgang, und wir haben gute Leute dazugeholt, die leistungsbereit sind und charakterlich gut zu uns passen“, zählt Wolter auf: „Ich glaube, dass die Mannschaft schon recht gut gefestigt ist, trotz ihres noch jungen Alters.“

In der Vorbereitung hat der Bremer Trainer besonderen Wert auf den Teamgeist gelegt. „Ich möchte wieder eine U 23 formieren, die ein Gesicht hat“, sagt Wolter: „Das haben wir im vergangenen Jahr nicht hinbekommen. Wir müssen wieder eine Mannschaft sein, die Spaß mit Leidenschaft verbindet. Jeder Spieler muss wissen: So, wie die Leute dich brauchen, brauchst du sie auch.“

In der vergangenen Saison hätten zu viele Spieler zu häufig ihren eigenen Egoismus in den Vordergrund gestellt. Damit, so Wolter, „muss Schluss sein. Es geht nur im Team.“

Um den Geist der Mannschaft zu wecken, hat der Coach in der Vorbereitung zu einer ungewöhnlichen Maßnahme gegriffen. Drei Tage lag versammelten sich die Spieler in einem Teambuilding-Camp in Schleswig-Holstein. Die Mannschaft versorgte sich selbst, kochte zusammen und stellte sich zu einem abschließenden Testspiel auch selbst auf. „Ich habe mich die ganze Zeit dabei bewusst komplett rausgenommen. Ich wollte und durfte mich auch nicht einmischen. Das war so abgesprochen“, berichtet Wolter.

Ob die Aktion viel gebracht hat? „Das werden wir sehen, wenn die Saison losgeht. Dann wird’s ernst. Aber ich denke, die Mannschaft ist auf einem sehr guten Weg“, hat Wolter erkannt. Und mit den drei Tagen ist es ohnehin nicht getan. Wolter: „Um eine Einheit zu werden, bedarf es eines steten Prozesses.“

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