Umstrittene Szene vor dem Bremer 2:2 / Veh klagt und jammert: „Wir werden schwer gebeutelt“ / Perl wehrt sich

Wolfsburger Wut nach Özils eingesprungenem Handspiel

Die Aktion, um die es geht: Mesut Özil jagt Zvjezdan Misimovic den Ball ab – unter Zuhilfenahme des linken Armes.

Werder-Bremen - BREMEN (csa) · Als Armin Veh auf seinem Stuhl im Medienraum des Weserstadions saß und über die Ungerechtigkeiten, von denen seine Mannschaft im Moment wiederholt heimgesucht wird, referierte, hätte man ihm am liebsten ein Taschentuch gereicht. Hier, weinen Sie sich aus! Aber der Trainer des VfL Wolfsburg tat’s auch so.

Anlass seines Klageliedes war das späte 2:2 von Werder Bremen und dessen Vorgeschichte. Denn dem Eckball in der Nachspielzeit, den Per Mertesacker einköpfte, war ein Handspiel von Mesut Özil vorausgegangen. Das ist unstrittig. Doch war es auch Absicht? „Nein“, beteuert der Bremer, „ich bin einfach in den Ball gesprungen, habe ihn erst an den Fuß, dann an die Hand und ins Gesicht bekommen. Aber Absicht war’s nicht, auf keinen Fall.“

Veh und seinen Spielern war es freilich total egal, ob Vorsatz im Spiel war oder nicht. Sie fühlten sich betrogen. „Wir werden schwer gebeutelt“, jammerte der Coach, der schon beim 2:3 gegen Nürnberg eine Woche zuvor mit so mancher Schiedsrichterentscheidung gehadert hatte. Doppeltorschütze Edin Dzeko schlug die gleiche Tonart an wie sein Trainer und schimpfte über „ein klares Handspiel“ und ein „Tor, das nicht zählen darf. Es ist einfach unglaublich.“ Allerdings hatte er das Handspiel gar nicht Özil, sondern Clemens Fritz zugeordnet. Soviel zu Dzekos Beobachtungsgabe…

Objektiv betrachtet, konnte Özil keine Absicht unterstellt werden. Schiedsrichter Günter Perl aus Pullach schilderte im ZDF-Sportstudio, wie er die Szene gesehen hatte: „Für mich war es kein Handspiel, für mich hat der Spieler den Ball ins Gesicht bekommen. Und wenn es doch Hand war, dann nicht absichtlich.“

Für die Wolfsburger Wut brachte Werder-Club-Chef Klaus Allofs mildes Verständnis auf („Wir hätten uns vermutlich genauso aufgeregt“), doch ursächlich für den Ausgleich sei die Szene nicht gewesen, argumentierte er. Özil habe den Ball ja nicht ins Tor geschlagen. Es gab noch eine Flanke, eine Abwehr, eine Ecke und dann Mertesackers Kopfball. „Genügend Szenen also, noch einzugreifen“, so Allofs.

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