Der Wolfsburg-Schwur macht Werder plötzlich so stark

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Werder tut den Gegnern in der Bundesliga immer mehr weh – und Santiago Garcia gehört dabei sicher zu den unangenehmsten Spielern, was in dieser Szene der Schalker Kevin-Prince Boateng zu spüren bekommt. ·

Bremen - Es war die meistgestellte Frage am Samstagabend: Warum spielt Werder plötzlich so gut? Eine echte Antwort darauf gab es erst einen Tag nach dem 1:1 (1:1) gegen den FC Schalke. „Nach den beiden frühen Gegentoren gegen Wolfsburg haben wir uns geschworen, dass uns das nie mehr passieren wird“, verriet Abwehrmann Sebastian Prödl.

Der Schwur wirkte. Werder verteidigte schon in Hannover von Beginn an bedingungslos – und gewann 2:1. Gegen Schalke war es genauso, es fehlte nur das verdiente Happy End. Deswegen ist die Abstiegsgefahr auch noch nicht gebannt.

„Wir wollen den Gegner verunsichern, damit wir nicht selbst in die Verunsicherung geraten“, beschrieb Prödl die neue Taktik. Wenn Werder attackiert, dann machen jetzt alle mit und sind ganz eng dran. In der ersten Viertelstunde von Hannover entschieden die Bremer unglaubliche 93 Prozent der Zweikämpfe für sich. Diese Werder-Wucht bekam auch Schalke zu spüren. Der Tabellendritte war sichtlich beeindruckt, fand überhaupt nicht ins Spiel. Und Werder wurde immer sicherer. „Wenn du die Zweikämpfe gewinnst, dann hast du mehr Ballbesitz – und dann wird es spielerisch automatisch besser“, klärte Prödl auf.

Nur der Ertrag stimmte nicht. Das 1:0 von Franco Di Santo war zu wenig (15.). „Wir hätten das 2:0 machen müssen“, haderte Spielmacher Aaron Hunt. Und so bedeutete Schalkes erste gefährliche Aktion den Ausgleich durch Leon Goretzka (33.).

Gegen ein Spitzenteam verheißt so etwas meist nichts Gutes. Doch Werder ist stabiler geworden. Nach der Pause griff wieder das neue Konzept. Schalke wurde hart bearbeitet und nach hinten gedrängt. Die Zuschauer rieben sich verwundert die Augen. Wer war hier eigentlich der Abstiegskandidat und wer der Champions-League-Teilnehmer? Werder spielte so gut wie noch nie in dieser Saison und hätte den Sieg verdient gehabt. Das erfreute nicht nur die Fans im mit 42 100 Zuschauern ausverkauften Weserstadion. „Wir hatten auch Spaß“, gestand Prödl mit breitem Grinsen.

Trainer Robin Dutt konnte sein Glück ob der besten Darbietung der Mannschaft unter seiner Regie kaum fassen: „Auf einmal klappen Dinge, die wir seit acht, neun Monaten trainieren. Und du denkst: Schau mal, da sind sie ja. Da hat wohl jemand die Decke weggezogen.“ Zum Vorschein kam der Werder-Fußball der Zukunft. So will Dutt seine Bremer sehen. Sicher in der Defensive, gut in der Balleroberung und dann mit schnellem Umschaltspiel. „Wenn wir so spielen, dann muss ich nicht auf die Tabelle schauen“, sagte der Coach und überließ das Rechnen den Journalisten: „Das macht ihr doch super.“ Es war ein kleiner Seitenhieb darauf, dass Werder vergangene Woche schon als fast gerettet angesehen wurde und nun wieder zum Kreis der gefährdeten Teams gehören soll. Aber der Vorsprung auf die Abstiegszone ist fünf Spiele vor dem Ende nun einmal geschrumpft: von acht auf sechs Punkte.

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Werder Bremen gegen Schalke 04

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Werder Bremen gegen Schalke 04 - die Noten

Deshalb sorgte nicht nur die Kombi verpasster Sieg, aber Punktgewinn gegen ein Spitzenteam für gemischte Gefühle. „Wir freuen uns, dass wir gut gespielt haben“, sagte Prödl: „Aber im Abstiegskampf zählen keine schönen Spiele, sondern nur Punkte. Wir dürfen uns nicht blenden lassen!“ Bis zum Klassenerhalt sei es noch harte Arbeit, die aber erst einmal ruht: Dutt schenkte dem Team zwei freie Tage. Am Mittwoch startet dann die Vorbereitung auf die Partie am Samstag in Mainz. · kni

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