„Ich finde, es muss eine klare Nummer eins geben“

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Raphael Wolf will das Werder-Tor dicht halten – und spürt im Konkurrenzkampf keinen Druck. n Foto: nph

Jerez - Der Wolf ist noch lange nicht satt: Eineinhalb Jahre dauerte die Jagd von Raphael Wolf auf den Stammplatz zwischen den Pfosten im Werder-Tor.

Ende November hatte der im Sommer 2012 an die Weser gekommene Torwart seinem Konkurrenten Sebastian Mielitz diesen Posten weggeschnappt und findet sich seitdem in der Rolle des Gejagten wieder. Doch diese Umstellung bereitet dem 25-Jährigen keinen zusätzlichen Druck, wie er gestern im Gespräch am Rande des Bremer Trainingslagers in Jerez berichtete. Trotzdem wünscht er sich Konstanz bei der Aufstellung der Keeper – am liebsten natürlich mit ihm auf dieser Position.

Herr Wolf, gibt es nach Ihren guten Leistungen zum Ende der Hinrunde überhaupt einen Grund, dass Sie nicht weiter spielen sollten?

Raphael Wolf (schmunzelt): Im Moment fällt mir da nichts ein, was dagegen spricht. Aber das ist immer noch die Entscheidung des Trainers.

Was spricht denn für Sie?

Wolf: Ich glaube, dass ich im Spiel Ruhe ausstrahle und der Mannschaft Sicherheit geben kann – und auch Bälle halten kann (lacht).

Diese Ausstrahlung hatten Kritiker zuletzt bei Sebastian Mielitz vermisst. Also bieten Sie das Gegenteil?

Wolf: Die Kritik habe ich so nicht mitbekommen. Aber ich bekomme die Rückmeldung, dass ich eine positive Ausstrahlung im Tor habe.

Gibt es solche Rückmeldungen aus der Mannschaft?

Wolf: In jeder Mannschaft gibt es Spieler, die den einen oder den anderen bevorzugen. Ich kriege aber schon mal die Mitteilung von den Jungs: „Das war gut, hau dich weiter so rein.“ Doch das wird bei ,Miele‘ genauso sein.

Hat das Verhältnis zwischen Ihnen und Mielitz gelitten?

Wolf: „Miele“ und ich verstehen uns gut, das passt. Da ist nichts zwischen uns. Jeder probiert, den Trainer zu überzeugen.

War die Entscheidung nicht ziemlich riskant, in dieser Phase der Saison einen Torwart-Wechsel vorzunehmen?

Wolf: Erstmal bin ich sehr dankbar, dass Robin Dutt mich aufgestellt hat. Das macht nicht jeder Trainer – vor allem nicht so kurz vor Ende der Hinrunde. Das hat mir eine Bestätigung für meine Arbeit in den letzten Monaten gegeben. Es waren nicht die leichtesten Gegner, aber es ist, glaube ich, gut ausgegangen. Ich konnte mich beweisen und zeigen, dass ich auch mit Situationen wie nach dem Bayern-Spiel umgehen kann, als ich sieben Tore gekriegt habe.

Zum Rückrunden-Start will Robin Dutt sich entscheiden, ober er künftig Sie oder Sebastian Mielitz einsetzt. Macht Sie das nervös?

Wolf: Natürlich wäre es schöner gewesen, wenn man gewusst hätte, dass man auch die Rückrunde noch spielt. Aber das ist das Geschäft, ich bleibe entspannt und probiere, mich zu verbessern. Also knüppele ich im Training rein.

Wo läge denn der Unterschied, wenn die Entscheidung schon gefallen wäre?

Wolf: Für einen Torwart ist es immer wichtig zu wissen, dass man spielt. Man ist dann gefestigter in seiner Position. Deswegen halte ich nicht viel von Torwart-Wechseln alle zwei Spiele. Ich finde, es muss eine klare Nummer eins geben. Wenn man das weiß, kann man im Testspiel mehr auf Risiko gehen. Aber ich kann auch mit der jetzigen Situation gut umgehen.

Sehen Sie sich psychologisch im Vorteil?

Wolf: Ich würde nicht von Vorteil sprechen. Aber der letzte Eindruck aus dem Leverkusen-Spiel war, glaube ich, ordentlich. Vielleicht ist das auch ein Punkt, den der Trainer in seine Entscheidung mit einbezieht.

Dann hätte er sich ja jetzt schon entscheiden können…

Wolf (lacht): Könnte er, aber er will es noch nicht. Das ist aber okay und eine zusätzliche Motivation für uns.

Für dieses Trainingslager stehen zwei Testspiele an – gegen Nijmegen und gegen Bukarest. Robin Dutt will Sie und Mielitz je ein Mal spielen lassen. Wissen Sie schon, wer zuerst ran darf?

Wolf: Nein, noch nicht.

Welche der beiden Partien würden Sie gern haben?

Wolf: Natürlich beide! Aber im Ernst: Ich freue mich, wenn ich am Sonntag spiele, aber auch, wenn es am Donnerstag ist. Da mache ich mir keine Platte drum. Hauptsache, ich darf mich zeigen.

Wie groß ist der Druck für Sie – vor diesen Tests und dem Restprogramm?

Wolf: Ich verspüre keinen Druck – nur den, den ich mir selbst mache. Ich möchte immer gut trainieren und in jedem Spiel gut sein. Wenn ich spiele, genieße ich das einfach. n ck

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