Dutt geht bei Begründung nicht ins Detail

Wolf bleibt drin, Mielitz draußen

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Sebastian Mielitz (links) muss weiter zuschauen, wie sich Raphael Wolf im Werder-Tor schlägt. ·

Bremen - So kann der Schein trügen. Als Sebastian Mielitz gestern um kurz vor halb drei an den Medienvertretern vorbei auf den Trainingsplatz ging, schaute er freundlich, hatte bei genauerem Hinsehen ein leichtes Lächeln auf den Lippen. Kurz danach kam Raphael Wolf, den Blick gesenkt.

Es sah in diesen Momenten so aus, als wäre die mit Spannung erwartete Torhüter-Entscheidung bei Werder pro Mielitz ausgefallen. Doch das Gegenteil war der Fall: Um 14.46 Uhr, die Einheit hatte gerade begonnen, twitterte Werder: Wolf bleibt in der Rückrunde die Bremer Nummer eins!

Vor dem Training hatten Coach Robin Dutt und Torwarttrainer Marco Langner das Geheimnis in Sechs-Augen-Gesprächen mit den Konkurrenten gelüftet. Nach dem Training sprach erst Mielitz (schwer gefrustet) und dann Wolf (sehr erleichtert/siehe Berichte unten) über den Entschluss – und schließlich auch derjenige, der ihn gefällt hatte: Dutt. „Es war eine knappe Entscheidung. Aber wir sind im Trainerteam überzeugt davon, dass es die richtige ist. Wir sind alle Qualitäten der beiden durchgegangen. Jeder hat seine Stärken und auch Dinge, an denen er noch arbeiten muss“, sagte Dutt, ohne jedoch ins Detail zu gehen. Nur so viel: „Beide sind auf einem guten Stand. Beide haben das Potenzial, gute Torhüter in der Bundesliga zu sein. Am Ende haben wir aber ,Rapha‘ ein Stück vorne gesehen.“

Ende November hatte der Werder-Coach überraschend einen Torwart-Wechsel vollzogen und statt Mielitz für die letzten vier Spiele der Vorrunde Wolf in den Kasten gestellt. Im Wintertrainingslager im spanischen Jerez sollte es dann bei Null losgehen. Jeder bekam ein Testspiel und konnte sich im Training aufdrängen. „Wir haben den Konkurrenzkampf bewusst angeheizt. Beide haben ihn angenommen, sich gegenseitig gepusht“, urteilte Dutt. Wobei: So ganz geklappt hat das mit der Chancengleicheit dann doch nicht. Dutt: „Wir haben versucht, uns davon frei zu machen. Aber vielleicht hatte ,Rapha‘ wegen des Leverkusen-Spiels einen kleinen Vorteil.“ Beim Hinrundenabschluss gegen den Tabellenzweiten (1:0) hatte Wolf stark gehalten.

Und nun darf er sich auch in der Rückserie beweisen – ohne Angst haben zu müssen, nach einem schwarzen Tag vielleicht gleich wieder draußen zu sein. „Bei ein, zwei schwächeren Spielen nehmen wir ihn sicher nicht wieder raus. Er darf Fehler machen, soll mutig in die Spiele gehen. Er hat jetzt eine super Ausgangsposition“, findet Dutt.

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 Mielitz dagegen muss weiter zugucken. Der Plan, dass der 24-Jährige gestärkt aus seiner Zwangspause hervorgeht, ist gründlich schiefgegangen. Statt einer Rückkehr zwischen die Pfosten scheint es nun die Trennung im Sommer zu geben. Dann endet Mielitz’ Vertrag. Sehr unwahrscheinlich, dass Werder mit ihm als Nummer zwei verlängert – und sehr unwahrscheinlich, dass der Keeper dies überhaupt will. Vermutlich wird ein neuer Torwart geholt, womöglich sogar eine neue, erfahrene Nummer eins. Werder-Sportchef Thomas Eichin hält sich da noch ziemlich bedeckt, sagte gestern Abend nur: „Ich werde nicht jeden Tag Wasserstandsmeldungen abgeben, was die Zukunft unseres Teams angeht. Ich lasse mich nicht unter Druck setzen, habe Gedanken und Pläne – die können sich in der Bundesliga aber auch schnell ändern.“ · mr

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