Werder wird in der neuen Ausrichtung immer besser / Allofs sieht Spielfreude

Wohlfühlen mit System

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Werder Stoßstürmer Nils Petersen ist überzeugt, viele gute Zuspiele seiner Kollegen zu bekommen – dabei sind Eljero Elia, Aaron Hunt und Marko Arnautovic (von oben) besonders gefragt.

Bremen - Diese Offensive macht Lust auf mehr – und diese Offensive hat Lust auf mehr. Im Testspiel gegen den schottischen Erstligisten FC Aberdeen (1:0) zeigte Werder vor allem in der ersten Halbzeit vielversprechende Ansätze im Vorwärtsgang. Das neue System mit den stürmenden und schnellen Außenspielern Marko Arnautovic und Eljero Elia sowie Nils Petersen als Speerspitze greift immer besser – und im Mittelfeld sorgt vor allem Aaron Hunt für kreative Elemente.

Neuzugang Elia ist schwer begeistert, wie gut das Zusammenspiel mit Hunt schon klappt: „Ich mag Aarons Style. Bei ihm weiß ich genau, wann und wohin er den Ball spielt.“ Andersrum kann Hunt auch Elia nach erst zwei gemeinsamen Wochen „ganz gut einschätzen. ,Elli‘ ist besonders stark, wenn er ins Eins-gegen-Eins gehen kann. Ich versuche, ihn schnell in solche Positionen zu bringen – und das klappt schon gut.“

In der neuen Ausrichtung – sei es nun ein 4-1-4-1, 4-2-3-1 oder 4-3-3 – fühlen sich aber nicht nur diese Beiden, sondern offenbar alle Bremer total wohl. Hunt urteilt: „Das System ist sehr interessant. Dadurch sind wir sehr variabel und extrem schwer auszurechnen. Wir haben viele, die das spielen können und gewöhnen uns mehr und mehr daran. Es wird immer besser.“

Finden auch die Kollegen. „Das war eine gute Leistung“, sagt Arnautovic über den Test am Mittwochabend in Oldenburg. „Aberdeen war jetzt nicht unbedingt ein Hammergegner – und wir müssen künftig auch noch mehr Chancen kreieren und dann reinmachen. Aber insgesamt sieht das Zusammenspiel schon recht ordentlich aus“, betont Stoßstürmer Petersen und ergänzt mit Blick auf seine Flanken-Lieferanten: „Ich werde genug gute Zuspiele bekommen, da bin ich ganz sicher.“

Gegen Aberdeen erledigte der Niederländer Elia diesen Job besser als der Österreicher Arnautovic, war der effektivere Part der Bremer Flügelzange (siehe Bericht links) und schoss das siegbringende Tor (24.). Arnautovic war zwar ebenfalls viel unterwegs und probierte einiges, wirkte aber irgendwie ein bisschen gehemmt. „Bei Marko ist sicher noch Luft nach oben“, sagt Hunt: „Aber er hat sehr viel Potenzial, das er noch zeigen kann.“ Schaaf mag nicht mäkeln, bezieht Rechtsaußen Arnautovic stattdessen in das Pauschallob für die Offensive mit ein: „Es waren viele gute Szenen unserer Angriffsspieler dabei.“

Ohnehin sah der Bremer Coach gegen Aberdeen eine klare Steigerung im Vergleich zum 1:1 gegen Cottbus: „Das war besser. Wie gezielt wir nach vorne gespielt haben, war sehr gut anzuschauen. Wir haben viele Lösungen gefunden und mehr gedrängt.“ Auch Sportchef Klaus Allofs ist mit der bisherigen Entwicklung zufrieden: „Man sieht deutlich die Spielfreude.“

In der zweiten Hälfte ließ der Schwung allerdings immer mehr nach. „Uns fehlte ein bisschen die Kraft, um weiter Pressing zu spielen“, erklärt Hunt. Werder hat aber auch noch rund drei Wochen Zeit, um bis zum Pflichtspielstart in körperliche Top-Verfassung zu kommen. · mr

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