Athletik-Trainer Reinhard Schnittker achtet bei den Spielern auf alles – auch auf die Ernährung

Wissenschaftlich, kreativ und knallhart

Reinhard Schnittker passt auch auf, dass sich die Spieler richtig dehnen. ·

Werder-Bremen - NORDERNEY · Es ist nicht zu überhören, dass Athletik-Trainer Reinhard Schnittker bisher an einer Universität gearbeitet hat. Er ist Wissenschaftler, und so kommt er auch daher, wissenschaftlich eben.

Er überzieht seine Zuhörer mit einem Guss aus Fachbegriffen: Leistungsdiagnostik, Ausdauerdiagnostik, Sprintfähigkeit, Kraftfähigkeit, Videometrie, GPS, Atemgasanalyse, Regenerationsmechanismen etc. – zur Erklärung: Es war nach seinen Aufgabengebieten bei Werder Bremen gefragt worden.

Es schwirrt einem der Kopf vom Zuhören, aber Schnittker ist voll in seinem Element. Bisher hat er als Leiter des Bereichs Leistungsdiagnostik am Sportmedizinischen Institut der Universität Paderborn gearbeitet. In dieser Funktion hatte er über Jahre mit Fußball-Clubs zu tun, auch mit Werder – Stichwort Laktattest. Den hat stets Schnittker mit seiner Abteilung durchgeführt. Nun hat er als Nachfolger von Yann-Benjamin Kugel bei Werder angeheuert. Warum? Weil er – vereinfacht gesagt – nicht mehr nur diagnostizieren, sondern auch therapieren will. „Ich versuche, die wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen.“ Ein Satz, hinter dem sich – man ahnt es – ein breites Spektrum verbirgt.

Das Fundament seiner Arbeit sind Daten. Alles, was bei Sportlern mit Hilfe modernster Technik messbar ist, wird er zusammentragen. Dabei geht es nicht um Tore und gewonnene Zweikämpfe, sondern um sportmedizinische Aspekte. So entsteht ein individuelles Leistungsprofil von jedem Werder-Profi. Das Feld dafür ist bereits bestellt, sagt Schnittker: „Die Trainingsdokumentation bei Werder ist ideal.“

Die Hauptaufgabe des 42-Jährigen wird es sein, einzeln oder in kleinen Gruppen mit den Spielern zu arbeiten – vor, nach oder zwischen den eigentlichen Trainingseinheiten. Mit dem Ziel, körperliche Leistungsfähigkeit zu optimieren, verletzte Spieler nach der Rehabilitation schnell und stabil wieder in den Trainingsbetrieb zu bringen. Das ist nicht neu, das hat auch Vorgänger Kugel schon getan. Schnittker will und soll aber noch mehr. Thema Ernährung. Das spiele gerade beim Regenerationsverhalten eine große Rolle. „Ich werde aber nicht anfangen, irgendwelche Gerichte zu verbieten, schließlich geht es beim Essen auch immer um Genuss“, sagt er und setzt auf die Bereitschaft der Spieler. Im Idealfall, lacht er, „kann ich sie sogar überzeugen“.

Auf Norderney hat er mit seiner Arbeit begonnen. Schnittker leitet das Aufwärmen vor den Trainingseinheiten und das Auslaufen danach. Kreativ will er dabei sein. Zum Beispiel, in dem er die Spieler auf dem Rad ein Steherrennen auf der Tartanbahn austragen lässt, sie in den Pool schickt. Oder einfach mal eine Frisbee-Scheibe ins Spiel bringt.

Das sind die eher Spaß machenden Elemente. Aber Schnittker kann auch anders. Denn das Training sei bisher noch nicht am Maximum, „wir wollen die Jungs ja in der ersten Woche nicht in den Keller fahren. Aber sie werden im physischen Bereich schon noch ihre Grenzen erfahren, wir werden ihnen alles abverlangen“, sagt Schnittker und klingt dabei gar nicht wie ein Wissenschaftler, sondern wie ein knallharter Schleifer. · csa

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