Schlimme Torwartfehler leiten Werders Heimniederlage ein

So wird’s gefährlich

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Die Kollegen stehen hinter Sebastian Mielitz. „Er hat uns auch schon oft gerettet. Von uns wird es nur Zuspruch geben“, sagte Clemens Fritz. ·

Bremen - Am 13. Spieltag hat für Werder Bremen der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga begonnen. Nach einer Partie mit zwei Blackouts von Torwart Sebastian Mielitz und einer zu spät in Gang gekommenen Aufholjagd verlor das Team von Trainer Robin Dutt gegen Mainz 05 mit 2:3 (0:2).

Vor 38 429 Zuschauern im Weserstadion erzielten Eljero Elia (85.) und Franco Di Santo (90.) gestern Abend die späten Tore für Werder. Für Mainz hatten zuvor Nicolai Müller (7.) sowie zweimal Shinji Okazaki (17./70.) getroffen.

Mit nun nur noch vier Punkten Abstand auf den Relegationsplatz rückt Werder immer näher an die Abstiegszone heran. Ein Grund dafür ist die deutlich steigende Zahl an krassen individuellen Fehlern. Beim 1:3 auf Schalke am Spieltag zuvor war es Lukas Schmitz, der zweimal gepatzt hatte. Gestern lieferte Sebastian Mielitz Aussetzer aus der Kategorie „Pleiten, Pech und Pannen“. Zweimal verschätzte sich Mielitz (siehe Interview) gründlich, zweimal schlug es hinter ihm ein. Beim 0:1 lief er einem langen Pass auf Müller zunächst entgegen, stoppte dann aber ab und wollte ins Tor zurückeilen. Doch da segelte der Lupfer des Mainzer Torjägers schon über ihn hinweg. Und beim 0:2 sah der Werder-Keeper eine verunglückte Flanke von Zdenek Pospech zwar auf sich zufliegen, griff aber im Glauben, der Ball würde über die Latte segeln, nicht ein. Das Spielgerät klatschte an den Querbalken und sprang dem reaktionsschnellen Okazaki direkt vor die Füße. 0:2 nach 17 Minuten – Schuldzuweisungen an Mielitz gab es dennoch nicht. Kapitän Clemens Fritz: „Er hat uns auch schon oft gerettet. Von uns wird es nur Zuspruch geben.“

Den wird der 24-Jährige nötig haben. Denn mit seinen Fehlern hatte er die sechste Bremer Saisonniederlage eingeleitet. „Der Start war entscheidend. Davon muss man sich erstmal holen“, meinte Innenverteidiger Assani Lukimya. „Das Spiel war für uns ja schon vorbei, bevor es richtig begonnen hatte“, sagte auch Werder-Trainer Robin Dutt.

Doch das stimmte nicht. Denn Werder fing sich nach der total verpatzten Anfangsphase, erarbeitete sich in der Folge eine Reihe guter Möglichkeiten. Zunächst köpfte Assani Lukimya aus vier Metern an den Pfosten (22.). Dann wäre beinahe Dutts Mut, neben Rückkehrer Franco Di Santo auch U 19-Stürmer Davie Selke erstmals von Anfang aufzubieten, belohnt worden. Das Bremer Talent köpfte bei seiner besten Chance allerdings klar daneben (23.). Di Santo scheiterte kurz darauf per Kopfball an Mainz sehr starkem Schlussmann Loris Karius. Der 20-Jährige ist eigentlich nur die Nummer drei bei den Rheinhessen, lieferte in seinem dritten Bundesliga-Spiel aber eine sehr starke Leistung ab.

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Damit stand er im krassen Gegensatz zu Mielitz, der beinahe noch ein drittes Gegentor verschuldet hätte, als er einen Distanzschuss von Niki Zimling nach vorne abprallen ließ, den Nachschuss nur mit einer halsbrecherischen Aktion verhinderte (27.).

In den Blickpunkt geriet nach der Pause aber immer stärker Loris Karius. Weil Werder den Druck hoch hielt, weil Werder gegen immer passivere Mainzer („Wir haben nach dem 2:0 den Faden verloren“, monierte FSV-Coach Thomas Tuchel) weiter zu Chancen kam. Di Santo schaffte es mit einem Kopfball (52.) aber ebenso wenig, Karius zu überwinden, wie anschließend Aaron Hunt. Erst scheiterte er frei vor dem 05-Keeper (67.) und nur Sekunden später mit einem Schuss aus 16 Metern.

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„Eigentlich hatten wir Chancen, die für zwei Spiele reichen“, ärgerte sich Clemens Fritz. Sportchef Thomas Eichin trauerte ebenfalls den vergebenen Möglichkeiten nach: „Wir müssen das 1:2 machen. Dann brennt der Kessel hier wieder richtig.“ Doch statt des Anschlusstreffers fiel nach einem Konter der Gäste das 0:3 durch Okazaki (70.). Die Entscheidung? In den meisten Fällen schon. Aber Werder steckte nicht auf, kam durch Elia (nach Zuspiel von Di Santo) und Di Santo (nach Flanke von Elia) zum 2:3. Nun brannte der Kessel tatsächlich, und drei Minuten Nachspielzeit blieben noch, um das Unmögliche möglich zu machen.

„So ein Spiel kann man auch mal umbiegen. Mut und Wille bei den Spielern waren vorhanden, und am Ende waren auch die Zuschauer voll da. Umso ärgerlicher sind die zwei frühen Gegentore“, sagte Eichin, der sich demonstrativ nicht mit dem Thema Abstiegskampf beschäftigen wollte. Ob Werder durch die Niederlage in selbigen geraten ist, wurde er gefragt? Eichin brüsk: „So eine blöde Frage beantworte ich zurzeit nicht.“ Für Assani Lukimya ist daran jedoch gar nichts blöd: „Für mich waren wir die ganze Zeit im Abstiegskampf – auch, als wir mal Achter oder Siebter waren.“

Jetzt ist Werder Zwölfter und hat bis zur Winterpause noch Hoffenheim, Bayern, Hertha und Leverkusen als Gegner. Ein hartes Programm, dessen ist sich Robin Dutt bewusst: „Wir wissen, was vor uns steht. Aber ich bin sicher, dass die Mannschaft noch ein paar Punkte holen wird.“ Aber nur ohne Blackouts der Marke Mielitz. · csa

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