Werder nach 6:0-Gala erstmals Tabellenführer

6:0 – so wirbelt eine Mannschaft, die Meister werden will

Bremer Jubelorgie: In Freiburg gab’s sage und schreibe ein halbes Dutzend Treffer zu feiern.

Freiburg - Von Arne Flügge. Mit einer beeindruckenden Gala hat sich Werder Bremen nach der zweiwöchigen Länderspielpause in der Fußball-Bundesliga zurückgemeldet.

Die Mannschaft von Trainer Thoas Schaaf gewann gestern beim SC Freiburg mit 6:0 (1:0) und ist in dieser Verfassung ein ernsthafter Anwärter auf den Titel. Zumindest bis heute Nachmittag übernahmen die Bremer zudem die Tabellenspitze. Dass die Hanseaten seit nunmehr 20 Pflichtspielen in Folge ungeschlagen sind, war gestern nur eine Randnotiz.

„Wenn nicht so, wie spielt man denn dann um den Tirtel mit?“, fragte Marko Marin noch ganz unter dem Eindruck der berauschenden Leistung, und sogar Manager Klaus Allofs befand sich hart am Rande der Euphorie: „Wenn wir so weiterspielen, trotz der vielen Verletzten so auftreten wie heute, dann blicken wir in eine rosige Zukunft.“

Dabei hatte Werder zunächst nur schwer ins Spiel gefunden. Allen voran Sebastian Boenisch erwies sich als Sicherheitsrisiko. Nach zwei Minuten wurde der Bremer Linksverteidiger von Stefan Reisinger abgekocht, Per Mertesacker rettete in letzter Sekunde vor Freiburgs Stürmer Idrissou. Kurz darauf ließ sich Boenisch erneut düpieren – diesmal von Daniel Calugiuri. Dessen Pass ging allerdings ins Leere.

Nach dieser holprigen Anfangsphase fingen sich die Gäste aber und zogen ein teilweise überragendes Kombinationsspiel auf. Daniel Jensen, erstmals seit dem 7. März wieder in der Startelf, überzeugte im rechten Mittelfeld mit viel Spielverständnis und bildete den ruhigen und abgeklärten Gegenpool zu den offensivhungrigen „jungen Wilden“ wie Mesut Özil und Aaron Hunt.

Die spielerische Überlegenheit der Bremer wurde immer deutlicher. Was fehlte, war ein Tor. Denn Werder nutzte seine hochkrätigen Chancen noch nicht. Naldo scheiterte an Freiburgs Torwart Pouplin (11.), Jensens Kopfball klatschte an den Pfosten (15.), Hunt scheiterte an Pouplin (26.), Özil setzte die Kugel ebenfalls nur an den Pfosten (27.) und fand drei Minuten später in Pouplin seinen Meister (30.). Was für Möglichkeiten! „Da hat man dann schon Angst, dass das schiefgehen könnte“, gab Außenverteidiger Clemens Fritz hinterher zu.

Der SC Freiburg hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn er nach einer halben Stunde schon zwei oder gar drei Tore kassiert hätte. Doch noch stand die Null. Wohlgemerkt noch, denn nur 60 Sekunden nach Özils Chance bediente der Nationalspieler – von Boenisch schön in Szene gesetzt – den mitgelaufenen Hugo Almeida, und der Werder-Stürmer wuchtete die Kugel per Kopf zum längst überfälligen Bremer 1:0 in die Maschen. „Eine super Kombination“, strahlte der Torschütze, „erst dachte ich schon, ich stehe zu weit weg, sprinte dann los und komme doch noch an den Ball.“ Überhaupt war „Hammer-Hugo“ einfach happy: „Danke an den Trainer, dass er mir nach meiner Verletzung gleich die Chance gegeben hat, von Anfang an zu spielen.“

Nach dem Wechsel drängte Freiburg kurz auf den Ausgleich, doch Werder setzte genau zum richtigen Zeitpunkt die Nadelstiche: Zunächst schlenzte Marko Marin einen Freistoß rotzfrech zum 2:0 ins kurze Eck (55.). „Sicher eines meiner schönsten Tore“, freute sich das Schlitzohr.

Nur zwei Minuten später hämmerte Almeida den Ball aus halblinker Position gar zum 3:0 in die Maschen.

Bemerkenswert die Moral der Freiburger, die nicht aufsteckten – jedoch prompt ins offene Messer liefen: Nach einem Traumpass von Jensen ging Özil auf und davon und vollstreckte zum 4:0 (67.).

Damit war der Torhunger der Bremer aber noch nicht gestillt. Naldo traf per Elfmeter (Özil war gefoult worden) zum 5:0 (73.), und es wurden Erinnerungen an den letzten Auftritt Werders am 4. Dezember 2004 in Freiburg wach. Damals siegten die Hanseaten mit 6:0. Und auch diesmal machten sie das halbe Dutzend voll: Nach Vorlage von Özil kämpfte sich der eingewechselte Markus Rosenberg mit dem letzten Tor des Tages ein kleines Stückchen aus seinem Leistungsloch.

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