Prödl will schwarze Serie beenden

„Wir wollen zeigen, dass mit uns zu rechnen ist“

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Der Ball grün-weiß, die Trainingskleidung schwarz-rot-gold – farblich ist Werder-Profi Sebastian Prödl bestens auf das WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland vorbereitet.

Wien / Bremen · Wie sich ein Sieg über Deutschland anfühlt, kann Sebastian Prödl nicht beantworten. Als die österreichische Nationalmannschaft den bis dato letzten Erfolg über die DFB-Elf feierte (4:1 am 29. Oktober 1986) war er noch nicht einmal geboren.

Die Serie von acht sieglosen Spielen in Serie (sieben Niederlagen) würde der Werder-Verteidiger morgen im WM-Qualifikationsspiel in Wien liebend gerne beenden – mit Hilfe seiner beiden Bremer Kollegen Zlatko Junuzovic und Marko Arnautovic.

Drei Bremer im österreichischen Team, kein einziger in der deutschen Auswahl – zu wem müssen denn die Werder-Fans morgen halten?

Sebastian Prödl: Wenn sie Vereinspatrioten sind, dann natürlich zu Österreich. Also: Bei wem das Herz eher grün-weiß, statt schwarz-rot-gold schlägt, darf uns die Daumen drücken.

Wie schätzen Sie die österreichischen Erfolgschancen ein?

Prödl: Gering, sehr gering. Aber unmöglich ist nichts.

Der deutschen Mannschaft wurde nach dem Halbfinalaus bei der EM gegen Italien und der Testspiel-Niederlage gegen Argentinien schon eine Krise angedichtet.

Prödl:Für uns ändern diese Ergebnisse rein gar nichts an der Ausgangsposition. Deutschland ist für uns immer noch eine Klasse besser. Das ist eine Mannschaft, die auf sehr hohem Niveau spielt, bei internationalen Turnieren immer um den Titel kämpft. Und wenn alles normal läuft, ist Platz eins in der Qualifikationsgruppe für Deutschland einbetoniert.

Und Österreich?

Prödl:Wir müssen uns mit Schweden und Irland um Platz zwei streiten, müssen versuchen, auf deren Niveau zu kommen. Dafür ist ein guter Start in die Qualifikation sehr wichtig.

Der letzte österreichische Sieg über die DFB-Elf ist bald 26 Jahre her, im letzten Aufeinandertreffen setzte es vor einem Jahr eine 2:6-Packung.

Prödl:Deshalb haben wir jetzt aber kein Muffensausen. Wir haben nichts zu verlieren, können nur positiv überraschen. Das macht es uns leichter. Wir können in diesem Spiel ein frühes Ausrufezeichen setzen und Sympathien im Land gewinnen. Es ist die perfekte Möglichkeit zu zeigen, dass mit uns in der Qualifikation zu rechnen ist.

„Ösis“ gegen „Piefkes“ – das ist immer Klassenkampf und Nachbarschaftsduell in einem – und damit besonders brisant.

Prödl:Klar ist, dass man für so ein Spiel in Österreich niemanden motivieren muss. Aber wir versuchen, keine unnötige Brisanz aufzubauschen. Die Stimmung im Stadion wird auch so schon großartig sein.

Sie sind in der Innenverteidigung gesetzt, Marko Arnautovic im Sturm – und Zlatko Junuzovic hat beste Aussichten, im Mittelfeld von Anfang an zu spielen. Gefällt es Ihnen, mit einer Bremer Achse im Nationalteam zu spielen?

Prödl:Das ist immer ein Vorteil. Du kennst die Laufwege des anderen, die Abstimmung passt. Man sieht es doch auch im deutschen Team, wo die Bayern-Spieler und die Dortmunder große Blöcke bilden. · csa

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