Aber Wolter ärgert sich über Vorbereitung

„Wir wollen wieder hoch“

Thomas Wolter blickt ein wenig skeptisch auf die Regionalliga-Saison, die am Freitag beginnt. ·

Bremen - Von Arne FlüggeThomas Wolter geht in seine elfte Saison als Trainer des SV Werder Bremen II. Nach dem Abstieg aus der Dritten Liga wollen die Hanseaten so „schnell wie möglich wieder hoch“, wie der 48-Jährige sagt. Er weiß aber auch: Die neue Regionalliga Nord ist eine große Herausforderung – für ihn und seine junge Mannschaft.

Herr Wolter, die Dritte Liga spielt bereits wieder. Schauen Sie mit ein wenig Wehmut dorthin?

Thomas Wolter:Natürlich habe ich den Liga-Auftakt verfolgt. Wir wären gern in der Dritten Liga geblieben und wollen da auch wieder hin. Doch ich empfinde jetzt keine Wehmut. Vor uns liegt mit der neuen Regionalliga eine sehr interessante Aufgabe.

Was macht den Reiz dieser Liga aus?

Wolter:In erster Linie die vielen Lokalderbys gegen Oberneuland, Rehden, Cloppenburg oder auch Wilhelmshaven. Alles Mannschaften, gegen die wir schon mal Testspiele bestritten haben. Jetzt geht’s um Punkte. Das ist doch sehr interessant.

Wie stark ist die Liga?

Wolter:Das ist die Frage. Und wir müssen jetzt erstmal schauen: Wie ist diese Liga, was passiert dort? Ich denke, die Regionalliga ist sehr stark. Da sind die ganzen zweiten Mannschaften der Bundesligisten, darunter der VfL Wolfsburg II, der unbedingt hoch will. Dazu Holstein Kiel. Wenn es irgendwie geht, wollen wir oben mitspielen und so bald wie möglich hoch. Doch dazu müssen wir jetzt erstmal eine Einschätzung finden, wie gut wir wirklich sind.

Gab die Vorbereitung nicht genügend Erkenntnisse?

Wolter:Ganz ehrlich: Mit der Vorbereitung bin ich nicht zufrieden. Es nervt mich gewaltig, dass wir immer wieder durch Kleinigkeiten aus der Bahn geworfen wurden.

Was meinen Sie mit Kleinigkeiten?

Wolter:Zum Beispiel meine vier Offensiven. Dennis Wegner, Max Wegner, Johannes Wurtz und Onel Hernandes standen mir nur im ersten Testspiel gemeinsam zur Verfügung. Danach verletzte sich Hernandes, fiel vier Wochen aus, Wurtz ging zu den Profis, dann verletzte sich Dennis Wegner, als Hernandes gerade zurück war. So bekommt man keinen Rhythmus rein. Es fällt schwer, sich einzuspielen.

Dennoch wird Werder II als Favorit gehandelt.

Wolter:Wie gesagt, wir würden ja auch gern wieder hoch, aber als Trainer einer zweiten Mannschaft weißt du doch nie, welche Leistungsträger du im Laufe der Saison an das Bundesligateam abgeben musst. Von daher ist für uns eine Zielstellung schwierig, denn ich weiß nicht, mit wem ich planen kann und mit wem nicht. Eine zweite Mannschaft ist halt immer der Zulieferer für die erste.

Das heißt, dass sie auch in der Regionalliga ihrer Philosophie treu blieben, junge Spieler für die Bundesliga auszubilden?

Wolter:Natürlich wird es weiterhin unsere Aufgabe sein, junge Spieler an die Bundesliga heranzuführen. Und wer die Qualitäten hat, der setzt sich auch über die Regionalliga durch. Da spielt es keine Rolle, ob wir in der Dritten Liga spielen oder eine Klasse tiefer.

Erhalten Sie von Bundesliga-Coach Thomas Schaaf auch weiterhin Vorgaben, gerade in taktischer Hinsicht?

Wolter:Natürlich gibt es Vorgaben, und unsere Pflicht ist es, diese auch umzusetzen.

Geht’s dabei in erster Linie um das taktische System?

Wolter:Um was es geht – darüber sprechen wir intern. Thomas Schaaf lässt uns aber auch viele Freiräume. Ich denke, er wird 4-3-3 spielen, wir vielleicht etwas anders. Aber im Grunde unterscheiden sich die Systeme doch nur in Nuancen. Abgesehen von der Raute, das für mich anspruchsvollste System.

Heißt das, ihre Spieler bekommen eine Allround-Schulung?

Wolter:Im Grunde ja. Wir müssen unsere Spieler so flexibel wie möglich ausbilden. Denn es ist wichtig, dass sie für den Fall der Fälle vorbereitet sind. Stellen Sie sich vor, ein Spieler von uns taucht bei den Profis auf und weiß taktisch gar nicht, worum es geht.

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