Cedric Makiadi verspricht im Interview:

„Wir werden wieder begeistern“

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Cedric Makiadi im Gespräch mit Kreiszeitungs-Sportredakteur Carsten Sander: „Bei jedem einzelnen Spieler hat es Klick gemacht.“

Bremen - Cedric Makiadi hütet sich nicht vor großen Worten. „Wir werden die Fans auch wieder begeistern“, verspricht der Mittelfeldspieler von Werder Bremen all jenen, die den aktuell praktizierten Minimalisten-Fußball für zu bieder halten. Der Zweck heiligt die Mittel sagt Makiadi vor dem Auswärtsspiel bei Borssia Mönchengladbach heute (15.30 Uhr). Für ihn wird die Partie auch zu einem Wiedersehen mit Max Kruse, dem ehemaligen Mitspieler beim SC Freiburg. Der hatte bereits in einem Interview mit dieser Zeitung „Liebesgrüße“ an seinen Kumpel „Ced“ geschickt. Sie bleiben nicht unerwidert.

Hallo, Herr Makiadi, schöne Grüße von Max Kruse! Er sagt, Sie sollen ihn im Spiel auch mal vorbeilassen.

Cedric Makiadi (lacht):Max und ich verstehen uns zwar gut, aber sorry: Daraus wird nichts. Ich glaube sogar, dass er zusehen wird, nicht zu oft in meine Nähe zu kommen.

Jetzt aber im Ernst: Max Kruse gilt derzeit als einer der besten deutschen Stürmer. Und er trifft heute auf eine Abwehr, die in drei Partien zwar schon 65 Torschüsse, aber nur ein Gegentor zugelassen hat. Wie gefährlich kann Kruse diesem Bremer Beton werden?

Makiadi:Max spielt sehr schlau. Er versteht es immer, sich in den Lücken gut anzubieten. Und was ihn richtig gefährlich macht, ist sein linker Fuß. Er hat einen sensationellen Abschluss, fackelt nicht lange und schießt aus allen Lagen. Auf ihn müssen wir wirklich höllisch aufpassen, er ist brandgefährlich.

Beim SC Freiburg hatten Sie ein sehr erfolgreiches gemeinsames Jahr. Laut Kruse war die Mannschaft ein „eingeschworener Haufen“.

Makiadi:Das stimmt. Und mittlerweile fühle ich vieles von dem, was uns in Freiburg stark gemacht hat, auch in Bremen. Wir sind auf einem guten Weg, auch so ein eingeschworener Haufen zu werden.

Woran merken Sie das?

Makiadi:Ganz speziell auf dem Platz. Man sieht einfach, dass wir bei Ballverlust schnell als Mannschaft verteidigen. Das war das große Problem, das Werder in der vergangenen Saison hatte – das ist einem auch als Außenstehender aufgefallen. Jetzt ist es so, dass wir – angefangen bei den Stürmern – alle helfen wollen, dass wir kein Tor kassieren. Wenn ich zum Beispiel sehe, dass Aaron Hunt in Dortmund zweimal auf der Linie klärt und an der Außenlinie grätscht, um eine Flanke zu verhindern, dann zeigt das, dass es bei jedem einzelnen Spieler Klick gemacht hat, dass wir nur so erfolgreich sein können.

Wird dieser neue Zusammenhalt an der Kabinentür abgegeben oder lebt er auch nach Feierabend weiter?

Makiadi:Im Großen und Ganzen verstehen wir uns alle gut. Du kannst natürlich nicht von Nummer eins bis Nummer 23 jeden im Team als deinen besten Freund sehen, das geht gar nicht. Aber wir verbringen auch Freizeit miteinander. Mit Assani Lukimya unternehme ich ’was, und neulich haben Raphael Wolf und ich mit unseren Familien einen Ausflug nach Hamburg in den Zoo gemacht.

Sie kennen Trainer Robin Dutt schon aus Ihrer gemeinsamen Zeit beim SC Freiburg. Dann haben sich die Wege für zwei Jahre getrennt, jetzt arbeiten Sie wieder zusammen. Hat er sich aus Ihrer Sicht verändert?

Makiadi:Ja, hat er. Ich finde, er ist viel gelassener geworden. Jetzt legt er weniger Wert auf Kontrolle, sondern mehr auf die Eigenverantwortung von uns Spielern, bezieht uns in Entscheidungen mit ein. Das kommt bei uns gut an. Er ist durch sein Jahr in Leverkusen und das Engagement beim DFB definitiv noch reifer geworden als Trainer.

Nach zwei Monaten Robin Dutt bei Werder Bremen ist eines nicht zu leugnen: Sein Vorhaben, die Defensive zu stabilisieren, hat er konsequent umgesetzt.

Makiadi:Das ist unser Hauptthema seit dem ersten Trainingstag. Und nach nur einem Gegentor in drei Spielen kann man schon ein kleines Zwischenfazit ziehen: Es ist klar besser geworden.

Die Bilder vom Abschlusstraining

Abschlusstraining vorm Gladbach-Spiel

Mit der Nebenwirkung, dass Werder kaum noch Tore schießt. Aktuell sind es zwei aus drei Partien. Wird Werder jetzt bieder?

Makiadi: Was ist denn bieder? Primär wichtig sind im Fußball die Punkte. Wenn du die nicht holst, hast du gar keine Argumente. Jetzt haben wir schon sechs auf dem Konto, und darüber bin ich sehr froh. Klar, im Moment leidet noch die Offensive. Aber auch das werden wir zu gegebener Zeit verbessern.

Was heißt denn zu gegebener Zeit?

Makiadi:Das geht nicht von heute auf morgen. Erstmal war klar, dass der Trainer die löchrige Abwehr abdichtet. Das hat er geschafft. Jetzt versuchen wir, die nächsten Schritte zu machen. So wie ich Robin Dutt kenne, ist er ein Trainer, der attraktiven Fußball spielen lassen will. Wir haben in den vergangenen Tagen im Training auch stärker an der Offensive gearbeitet und wollen das auch in Gladbach zeigen. Natürlich darf mehr Angriffsspiel nicht zu Lasten der Defensive gehen. Das ist die Kunst, die wir Spieler beherrschen müssen. Wir werden die Fans dann auch wieder begeistern.

Wie bewerten Sie die Bremer Aussichten auf einen oder drei Punkte heute im Borussia-Park?

Makiadi:Wir können dort gewinnen – aber eben nur, wenn alle voll mitziehen und die Abwehr gut steht. Gladbach hat zuletzt gegen Leverkusen vier Tore kassiert, sie sind also anfällig. Wir werden unsere Möglichkeiten bekommen, dann müssen wir eiskalt zuschlagen. · csa

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