Frings’ flammender Appell an die Ehre / Werder gegen Hertha zum Siegen verdammt

„Wir waren unwürdig, die Raute zu tragen“

Klare Worte: Werder-Kapitän Torsten Frings.

Werder-Bremen - Von Arne Flügge (Eig. Ber.) · Mit einem flammenden Appell an die Ehre hat Werder-Kapitän Torsten Frings sich und seine Mannschaft vor dem Bundesliga-Heimspiel heute (20.30 Uhr) gegen Hertha BSC in die Pflicht genommen und endlich das Ende der Krise gefordert. „Wir sollten uns mal überlegen, welches Trikot wir hier Woche für Woche anziehen. Wir waren zuletzt unwürdig die Raute zu tragen“, sagte der 32-jährige Mittelfeldspieler.

Gegen die Berliner, so Frings, müsse sich die Mannschaft dieses Privileg jetzt zurückholen. Ohne Wenn und Aber: „Schlimmer als zuletzt kann es nicht mehr werden. Jede Niederlage zerrt doch auch am Selbstvertrauen. Damit muss jetzt Schluss sein!“

Der Werder-Kapitän ist sich sicher, dass heute gegen Hertha endlich die Wende eingeläutet wird. Nach fünf Niederlage in Folge und sieben sieglosen Spielen drohen die Bremer sonst völlig im Nirvana der Liga zu versinken. „Wir müssen jetzt die Kurve kriegen. Und das mit aller Macht“, fordert Frings.

Auch für Torhüter Tim Wiese sind die Zeiten des Quatschens vorbei. „Jetzt müssen endlich Taten folgen. Ich hoffe, dass das nun auch der Letzte begriffen hat“, meinte der Nationalspieler: „Um das Erfolgserlebnis zu bekommen, müssen wir endlich wieder auch vom Kopf her frei sein, als Mannschaft auftreten. Das hat uns in der Hinrunde so stark gemacht. Wir müssen wieder sicher stehen.“

Davon konnte man zuletzt nicht sprechen. Schon acht Tore hat Wiese in den drei Spielen der Rückrunde kassiert, „und jedes einzelne geht mir tierisch auf den Sack. Ich hoffe, dass wir endlich mal wieder zu Null spielen.“

Auch Wiese ist zuversichtlich: „Wir haben in dieser Woche sehr gut gearbeitet, außerdem haben wir in den letzten Wochen so viel Scheiße gespielt, mehr geht nicht. Dümmer kann man sich nicht anstellen“, glaubt der 28-Jährige: „Es war zuletzt wie verhext.“ Und daher, fordert Mittelfeldspieler Peter Niemeyer, „müssen wir den Fluch jetzt endlich besiegen“.

Heute Abend wird sich zeigen müssen, ob die Bremer den Hebel wirklich umlegen können. Thomas Schaaf will sich trotz der guten Trainingseindrücke nicht zu euphorisch geben. „Wir haben auch vor dem Spiel in Gladbach gut gearbeitet – und dann so eine Leistung abgeliefert“, sagte der Werder-Coach. Eines kann er aber schon mit Sicherheit sagen: „Wir sind in dieser Woche eng zusammengerückt. Die Mannschaft ist gewillt, das Beste zu machen. Ob es ihr gelingt, werden wir sehen.“

Seine Spieler jedenfalls dürften den Ernst der Lage mittlerweile verinnerlicht haben. „So etwas wie in Gladbach – das wird uns nicht noch einmal passieren“, verspricht Offensivspieler Marko Marin: „Die Mannschaft will, und jeder wird gegen Hertha noch eine Schippe drauflegen.“

Ein technisch hoch anspruchsvolles Spiel ist allerdings nicht zu erwarten. Auf der einen Seite die verunsicherten Bremer, auf der anderen der ebenfalls zum Siegen verdammte Tabellenletzte. „Da ist die Wahrscheinlichkeit für fantastische Kombinationen nicht sehr hoch“, weiß Schaaf. Doch das ist ihm wurscht. Dem Trainer wäre auch ein dreckiger Sieg recht: „Und wenn’s ein 1:0 in der 92. Minute ist . . .“

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