Werders harter Kampf um eine positive Stimmung / Junuzovic: „Miteinander Gas geben“

„Wir sind keine Roboter“

+
Nils Petersen (links) und Zlatko Junuzovic hoffen, dass Werder schnell die Kurve kriegt und sich die Stimmung dadurch wieder verbessert. ·

Bremen - Thomas Eichin tut es, Thomas Schaaf auch, Zlatko Junuzovic und Nils Petersen ebenso. Sportchef, Trainer und Spieler kämpfen vor dem Auswärtsspiel in Gladbach (Samstag,18.30 Uhr) um ein bisschen gute Stimmung bei Werder.

Angesichts der trüben Zeiten mit drei Niederlagen hintereinander und spürbar wachsender Sorgen um den Klassenerhalt ist das allerdings ein harter Kampf. Bei seiner ersten Trainingsvisite am Dienstag war der neue Geschäftsführer Eichin als Erster in die Rolle des Stimmungsaufhellers geschlüpft und hatte versucht, eine positivere Atmosphäre zu schaffen.

Mittelfeldspieler Junuzovic fand das gut: „Wir müssen irgendeinen Weg finden, um wieder Spaß und Freude am Fußball zu haben. Das ist sicher schwierig, wenn die Ergebnisse nicht passen. Aber wir wollen wieder miteinander Gas geben, als Mannschaft – denn sonst geht es nicht.“ Findet auch Mittelstürmer Petersen: „Nach drei Niederlagen gibt es keinen Grund für gute Laune – und es ist auch schwierig, den Hebel umzulegen. Aber es bringt nichts, wenn wir uns jetzt gegenseitig die Köpfe einschlagen. Man muss Ruhe bewahren und braucht in solchen Situationen auch mal ein bisschen Zuspruch, schließlich sind wir keine Roboter.“

Er selbst hat in den vergangenen Tagen versucht, sich mit Spaziergängen ein bisschen von der Pleitenserie und dem drohenden Abstiegskampf abzulenken. „Um den Kopf freizukriegen, gehe ich gerne mal mit dem Hund raus oder telefoniere mit meinem Vater (Andreas Petersen ist derzeit Trainer beim Regionalligisten 1. FC Magdeburg, Anm. d. Red.) – im Moment noch öfter, weil er solche Situationen ja auch kennt. Jeder hat eben seine eigene Art, mit Niederlagen umzugehen“, sagt Petersen.

Was aber alle Bremer eint, ist der Wille, endlich diese gefährliche Talfahrt zu stoppen. Werder, aktuell nur noch auf Platz 14, will sich zusammenraufen. „Wir jubeln sicher nicht und wissen genau, welche Situation wir gerade haben“, sagt der in die Kritik geratene Schaaf, „aber wir gehen die Dinge positiv an, weil wir sie verbessern wollen.“

Bedarf gibt es da reichlich. Nach der Heimpleite gegen Freiburg (2:3) und der Auswärtsschmach beim FC Bayern (1:6) war das 0:1 gegen Kellerkind FC Augsburg am Samstag der bisherige Tiefpunkt des Bremer Abwärtstrends. Aktuell beträgt der Vorsprung auf Relegationsplatz 16, wo Augsburg rangiert, nur noch sieben Punkte. „Der Puffer nach unten wird kleiner, der Druck größer“, weiß Petersen.

Kevin de Bruyne muss Training abbrechen

Kevin de Bruyne muss Training abbrechen

Um sein Team wieder auf Kurs zu bekommen, hat Schaaf die Zügel angezogen. Der sonst oft freie Montag wurde gestrichen, stattdessen gab es zwei Einheiten – wie auch am Dienstag und gestern. Vormittags trainierte das komplette Team jeweils auf dem Platz, nachmittags teilte sich die Mannschaft auf. Einige gingen noch mal raus, für andere standen Übungen im Fitnessraum, auf dem Fahrrad (wie gestern) oder Videoanalysen auf dem Programm. „Dass man über schlechte Erlebnisse oder schlechte Aufgabenerfüllungen sprechen muss, ist doch klar“, urteilt Schaaf. „Wir haben uns intensiv mit uns selbst beschäftigt, viel trainiert, geredet und analysiert“, sagt Junuzovic. Und Petersen ergänzt: „Wir hatten Zeit, uns als Mannschaft zu finden. Das tut uns gut. Wir versuchen, wieder eine positive Grundstimmung hinzukriegen. Die kann man sich im Training erarbeiten – und das hat bisher ganz gut geklappt. Die Trainingsleistungen machen Mut.“ · mr

Das könnte Sie auch interessieren

Bayern-Fest bei Heynckes' Europa-Comeback - 3:0 gegen Celtic

Bayern-Fest bei Heynckes' Europa-Comeback - 3:0 gegen Celtic

Werder auf dem Freimarkt

Werder auf dem Freimarkt

NRW: 700 Polizisten stürmen Hells-Angels-Wohnungen

NRW: 700 Polizisten stürmen Hells-Angels-Wohnungen

Bild von gewildertem Nashorn ist Wildlife-Foto des Jahres

Bild von gewildertem Nashorn ist Wildlife-Foto des Jahres

Meistgelesene Artikel

Sargent verliert mit USA bei U17-WM

Sargent verliert mit USA bei U17-WM

Kein Trainingslager

Kein Trainingslager

Das passiert am Samstag

Das passiert am Samstag

Pavlenka und Veljkovic wieder zurück

Pavlenka und Veljkovic wieder zurück

Kommentare