Werder-Verteidiger Sokratis redet Klartext nach dem peinlichen 0:3 gegen Mainz

„Wir sind keine Mannschaft“

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„Wir sind keine Mannschaft“, lautete der harte Vorwurf des Griechen nach der peinlichen 0:3-Heimpleite tags zuvor gegen den FSV Mainz 05.

Bremen - Dieser Mann macht keine Kompromisse – weder auf dem Platz noch vor den Blöcken der Journalisten. Werder-Verteidiger Sokratis redete gestern Mittag vor dem Weserstadion Klartext. „Wir sind keine Mannschaft“, lautete der harte Vorwurf des Griechen nach der peinlichen 0:3-Heimpleite tags zuvor gegen den FSV Mainz 05. So sei die Qualifikation für die Europa League nicht zu schaffen.

„Für die Mannschaft und den Verein wäre es extrem wichtig, wieder international zu spielen“, hob Sokratis noch einmal hervor. Er selbst hatte vor zwei Wochen seinen Verbleib in Bremen auch an die Bedingung geknüpft, hier eine gute sportliche Perspektive zu besitzen – am besten natürlich mit einer Teilnahme an der Europa League. Über seine persönliche Zukunft wollte er gestern aber nicht mehr reden. „Darum geht es jetzt nicht“, meinte der 23-Jährige.

Sokratis beschäftigte sich lieber mit den aktuellen Probleme – und davon gibt es seiner Meinung nach einige. „Wir spielen nie mit derselben Mannschaft, weil wir so viele Verletzte haben. Zehn Spieler fallen doch eigentlich immer aus“, merkte er an. Zudem sei die Altersstruktur der Mannschaft problematisch: „Wir haben sehr viele junge Spieler. Und wir haben keine Spieler, die in schwierigen Situationen das Heft in die Hand nehmen.“ So wie gegen Mainz. Da war Sokratis quasi der einzige Bremer Feldspieler auf dem Platz, der selbstbewusst auftrat, der seine Kollegen antrieb und der bis zum Schluss Siegeswillen demonstrierte. Dabei hatten auch so erfahrene Kollegen wie Clemens Fritz, Claudio Pizarro und Markus Rosenberg in der Startelf gestanden. Doch die enttäuschten, wobei Sokratis darauf nicht direkt eingehen wollte.

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Der Grieche machte aber klar, dass er von einigen Spielern viel mehr erwartet. „Es kämpfen nicht alle auf dem gleichen Niveau. Und wenn nur acht, neun Spieler richtig kämpfen und nicht alle elf, dann ist es ganz schwierig“, kritisierte der griechische Nationalspieler, der bis Saisonende vom FC Genua ausgeliehen ist. Für eine festgeschriebene Ablöse von 3,5 Millionen Euro kann Werder den Innenverteidiger verpflichten – und will dies auch tun. Das hat Clubchef Klaus Allofs schon mehrfach betont. Und Allofs war wenig begeistert, als Sokratis kürzlich seinen Verbleib trotz klarer vertraglicher Verhältnisse infrage stellte.

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Sokratis‘ gestrige Kritik dürfte der Führungsriege beim Bundesligisten ebenfalls kaum schmecken. Aber der Grieche machte auch Mut, gab sich so kämpferisch wie auf dem Platz: „Jetzt ist jedes Spiel ein Finale. Wir müssen wieder als Team auftreten und so viele Punkte holen wie möglich – dann ist die Europa League trotz unseres schweren Restprogramms noch machbar.“ · kni

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