Clubchef Klaus Filbry erklärt

„Wir sind gut gerüstet für die Transferperiode“

+
Klaus Filbry an seinem Arbeitsplatz: „Wir sind absolut handlungsfähig.“ ·

Bremen - Seit einem Monat lebt der SV Werder nun schon ohne Klaus Allofs. Das einstige Aushängeschild des Clubs strahlt nun für den VfL Wolfsburg. Einen Nachfolger hat Werder schon fest im Blick, doch die Inthronisierung lässt weiter auf sich warten.

Sie könnte auch noch etwas länger dauern. Der neue Clubchef Klaus Filbry hält eine Übergangszeit von bis zu einem Vierteljahr für möglich – und auch für völlig unproblematisch. „Wir sind absolut handlungsfähig“, versichert der 45-Jährige – und schließt dabei ausdrücklich die herannahende Transferperiode (1. bis 31. Januar) 2013 mit ein.

„Neben dem Trainer ist die Position des Geschäftsführers Profifußball natürlich eine ganz wichtige Personalie im Verein“, betont Filbry, aber der Club verfalle deshalb nicht in Panik: „Schnellschüsse bringen nichts. Außerdem muss ein Kandidat auch verfügbar sein.“ Dass Marc Kosicke gute Karten besitzt, will Filbry gar nicht verhehlen. Man kennt sich aus gemeinsamen Zeiten in der Sportartikelbranche. Filbry arbeitete bei Adidas, Kosicke bei Nike, ehe dieser sich als Trainerberater selbstständig machte und mit DFB-Teammanager Oliver Bierhoff die Agentur „Projekt B“ gründete. „Marc Kosicke ist bei Werder gut angekommen. Er wäre hier eine gute Addition zu dem, was wir schon haben“, glaubt Filbry. Dass es noch keine Vollzugsmeldung gibt, hat für den Vorsitzenden der Geschäftsführung einen einfachen Grund: „Das ist eine Lebensentscheidung, an der sehr viel hängt. Man muss einem Kandidaten Bedenkzeit geben. Dieser Prozess läuft gerade. Aber natürlich kann man nicht endlos warten.“

Gleichwohl: Ein Ultimatum gibt es nicht. „Wir sind ruhig“, behauptet Klaus Filbry und erklärt: „Wir sind für die Transferperiode gut gerüstet. Thomas Schaaf und Frank Baumann haben die sportliche Kompetenz. Verhandlungen werden von Frank und mir geführt. Wir haben auch schon Gespräche geführt. Die Geschäfte hier ruhen ja nicht, weil der neue Geschäftsführer noch nicht da ist.“ Die Sorge, Werder würde ohne Allofs in eine schlechtere Verhandlungsposition geraten, kann Filbry nicht nachvollziehen: „Ich war auch schon in der Vergangenheit bei solchen Gespräche dabei und habe zum Beispiel die Transfers von Per Mertesacker und Mesut Özil gemeinsam mit Klaus Allofs gemacht.“ Und auch bevor er vor drei Jahren zu Werder kam, sei Filbry quasi schon im Thema gewesen: „Für mich ist das kein Neuland. Ich kenne das aus meiner Zeit in der Sportvermarktung bei adidas, da habe ich zum Beispiel die Verträge mit David Beckham oder Zinedine Zidane mit ausgehandelt. Ich hatte da auch viel mit der Uefa und der Fifa zu tun – und natürlich auch mit Spielerberatern.“ Frank Baumann als neuer Direktor Profifußball, Trainer Thomas Schaaf und er seien sehr gut vernetzt. „Und wenn Werder anruft, legt ohnehin keiner auf“, fügt Filbry mit einem Lächeln noch an.

Der Geschäftsführer, der in erster Linie für die Finanzen und das Marketing des Clubs zuständig ist, hat seine einstige Zurückhaltung in der Öffentlichkeit abgelegt. Als Clubchef stellt er sich nun auch den aktuellen sportlichen Themen und blickt entspannt auf die Transferperiode im Januar: „Vielleicht werden wir den einen oder anderen jüngeren Spieler, der es momentan nicht in die erste Elf schafft, ausleihen. Das sollte es aber auch sein. Wir haben keine Verpflichtung geplant. Aber wenn es eine gute Gelegenheit gibt, dann schauen wir natürlich nicht weg.“ Diese Hintertür hatte sich auch Allofs fast wortgleich gerne offen gehalten. Hingewiesen auf diese Parallele muss Filbry schmunzeln: „So ist das wohl, wenn man mehrere Jahre eng zusammenarbeitet.“

Werder Bremen feiert Weihnachten

Weihnachtsfeier bei Werder Bremen

Eine klare Meinung hat Filbry zum Thema Mehmet Ekici. Obwohl der türkische Nationalspieler nur selten über den Reservistenstatus hinauskommt, stellt der Werder-Boss klar: „Eine Ausleihe oder ein Verkauf von Mehmet Ekici ist von unserer Seite nicht geplant. Wir haben immer noch den festen Glauben, dass er sich bei uns durchsetzen wird.“

Marko Arnautovic ist das längst gelungen. Der Außenstürmer spielt eine starke Hinrunde und wartet auf ein Angebot von Werder für eine Verlängerung seines im Sommer 2014 auslaufenden Vertrags. „Wir werden zu gegebener Zeit mit den Spielern und Beratern sprechen – das gilt auch für Marko Arnautovic. Er weiß, was er an Werder hat – und wir wissen, was wir an ihm haben“, sagt Filbry und beweist auch hier Handlungsfähigkeit. Verträge könnten durchaus verlängert oder abgeschlossen werden, bevor der neue Allofs im Amt ist. Werder lebt auch ohne den langjährigen Sportchef weiter – und würde es kurzfristig noch ein bisschen besser tun, wenn es zum Hinrundenabschluss am Sonntag gegen Nürnberg einen Heimsieg geben würde, sagt Filbry: „Wir sind punktemäßig noch nicht im Soll. Mit drei Punkten mehr könnten wir gestärkt in die Winterpause gehen.“ · kni

Siebter Dschungel-Tag in Bildern: Ekel-Prüfung und Klo-Erlebnis

Siebter Dschungel-Tag in Bildern: Ekel-Prüfung und Klo-Erlebnis

Alexander Zverev nun gegen Nadal - Djokovic ausgeschieden

Alexander Zverev nun gegen Nadal - Djokovic ausgeschieden

Die deutschen Promis bei der Berliner Fashion Week - Bilder

Die deutschen Promis bei der Berliner Fashion Week - Bilder

Grippewelle 2017: Die aktuelle Lage in Deutschland

Grippewelle 2017: Die aktuelle Lage in Deutschland

Meistgelesene Artikel

Neue Chance für Maximilian Eggestein

Neue Chance für Maximilian Eggestein

Rummenigge redet nicht so gerne über Gnabry

Rummenigge redet nicht so gerne über Gnabry

Janek Sternberg darf bleiben

Janek Sternberg darf bleiben

„Auf dem Spinning-Rad im Kraftraum einfacher“

„Auf dem Spinning-Rad im Kraftraum einfacher“

Kommentare