Werder-Sportchef Eichin spricht über das Treffen mit dem Aufsichtsrat, die Zukunft und den HSV

„Wir sind uns alle einig“

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Sportchef Thomas Eichin (links) ist zufrieden mit der abgelaufenen Saison – und er glaubt, dass Trainer Robin Dutt (rechts) Werder in der kommenden Spielzeit verbessert: „Da bin ich mir sicher.“

Bremen - Wie sieht Werder Bremens Zukunft aus? Diese spannende Frage stand im Mittelpunkt des Treffens zwischen Aufsichtsrat, Geschäftsführung und Trainer Robin Dutt. Es ging um Neuzugänge, mögliche Verbesserungen – und natürlich um Geld. Geschäftsführer und Sportchef Thomas Eichin (47) sagt im Interview, wie die Zusammenkunft gelaufen ist. Und er erklärt, warum Werder in der kommenden Saison besser sein wird.

Die Analyse mit der Geschäftsführung, dem Aufsichtsrat und dem Trainer ist gemacht. Zu welchem Ergebnis sind Sie gekommen?

Eichin: Es gibt, was die Zukunft von Werder Bremen betrifft, keine unterschiedlichen Meinungen in der Strategie.

Der Aufsichtsrat als Kontrollgremium teilt Ihre finanziellen Vorstellungen?

Eichin:Es ist nicht so, dass ich hingehe und vom Aufsichtsrat Geld fordere. Wir wollen unser Zahlenwerk verbessern, das sportliche Produkt aber nicht zu sehr schwächen. Da sind wir uns alle einig. Wir müssen einen gesunden Mittelweg finden – und da sind wir gerade dabei.

Sie haben bereits angekündigt, dass der Etat nicht schrumpfen wird.

Eichin:Und dabei bleibt es. Wir dürfen unser Gehaltsvolumen nicht noch mehr senken, sonst sind wir nicht mehr konkurrenzfähig.

Bleibt der Etat gleich – oder steigt er sogar?

Eichin:Er kann auch wieder steigen – aber nur, wenn wir sportlichen Erfolg haben und Zusatzeinnahmen bekommen. Wir wollen das Gehaltsvolumen halten und gleichzeitig das Team verbessern. Und wir wollen keine Spieler verkaufen, die unsere sportliche Qualität sichern.

Wann wissen Sie genau, ob – und wie viel – Geld für die kommende Saison zur Verfügung steht?

Eichin:Das will ich noch gar nicht beurteilen, es gibt in den Planungen noch zu viele Unbekannte.

Sind Transfers in einer Größenordnung von mehreren Millionen Euro möglich?

Eichin:Es ist doch klar, dass wir nicht sechs bis zehn Millionen Euro für einen Stürmer ausgeben können. Das ist illusorisch und wäre bei unserem Zahlenwerk unverantwortlich. Aber das ist auch nicht schlimm. Wir gehen die Sache innovativ und mit Vernunft an.

Welche Prioritäten haben Sie bei der Suche nach weiteren Neuzugängen?

Eichin:Wenn Aaron Hunt geht, müssen wir die Position in der Offensive anders besetzen – das ist das Wichtigste. Wir brauchen Tore. Wir arbeiten daran, wie groß das Kaufvolumen sein kann.

Wenn Hunt geht, entsteht eine große Lücke. Trotzdem sind Sie überzeugt, dass Werder einen Schritt nach vorne macht. Warum?

Eichin:Ich sehe da vor allem den Trainer-Effekt. Wir sind mit Robin Dutt sehr zufrieden. Er wird die Mannschaft durch seine Arbeit weiter verbessern. Da bin ich sicher. Außerdem werden sich die Neuzugänge steigern. Luca Caldirola, Franco Di Santo, Santiago Garcia und auch Ludovic Obraniak kamen aus anderen Ländern, aus fremden Ligen – sie mussten sich erst mal zurechtfinden. Das klappt immer besser und wird sich in Zukunft bemerkbar machen. Ich bin von den Neuzugängen sehr, sehr überzeugt.

Werder wird in der kommenden Saison also besser?

Eichin:Davon gehe ich aus.

Wie fällt Ihr Resümee der gerade beendeten Spielzeit aus, die Werder auf Platz zwölf abgeschlossen hat?

Eichin:Wir haben wichtige Spieler wie Sokratis oder auch Kevin De Bruyne verloren – und welche geholt, die bis dahin kaum jemand kannte. Trotzdem haben wir fünf Punkte mehr auf dem Konto und zwei Plätze gut gemacht. Und wir hatten am Ende zwölf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Wenn man sich die Zahlen ansieht, kann man zufrieden sein – mit dem Abschneiden, aber auch mit der Entwicklung des Teams.

Zwei Neue haben Sie bereits verpflichtet: Was erwarten Sie in der kommenden Saison von Abwehrmann Alejandro Galvez (Rayo Vallecano) und Außenstürmer Fin Bartels (St. Pauli)?

Eichin:Alejandro ist ein großer Innenverteidiger, der auch vor der Abwehr spielen kann. Er hat einen Stammplatz bei einem interessanten, spanischen Erstligisten und wird uns ganz sicher weiterhelfen. Und Fin auch. Er ist sehr schnell, hat absolutes Erstliganiveau. Und, das ist auch sehr wichtig: Beide haben keine Ablöse gekostet.

Abschließend noch zum großen Nordrivalen: Drücken Sie dem Hamburger SV in der Relegation gegen den Zweitliga-Dritten Greuther Fürth die Daumen?

Eichin:Da bin ich relativ neutral. Ich finde es immer schade, wenn große Vereine aus der Bundesliga absteigen. Ich würde gerne nächste Saison wieder gegen Hamburg spielen. Aber wenn es Fürth schafft, hätten sie es auch verdient.

Es wäre aber schade um das Nordderby.

Eichin:Ja, das stimmt. · mr

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