Werders Assani Lukimya ist überzeugt vom Klassenerhalt

„Wir packen das – 100-prozentig!“

+
Für Innenverteidiger Assani Lukimya ist bei Werder die Zeit der Ausreden vorbei. ·

Bremen - Über mangelnde Beschäftigung kann sich Assani Lukimya zurzeit nicht beschweren. Zu Hause hält ihn seine am 30. Dezember 2012 geborene Tochter Leyla ordentlich auf Trab – und bei Werder ist der kongolesische Innenverteidiger seit dem 19. Spieltag als Stammkraft im Dauereinsatz, zuletzt sogar als Abwehrchef.

Kein Problem, meint Lukimya: „Ich will Verantwortung übernehmen.“ Warum Werder im Abstiegskampf steckt, jeder „sein Ego wegwerfen“ soll und er fest vom Klassenerhalt überzeugt ist, sagt der 27-Jährige im Interview.

Sie konnten zwei Tage durchschnaufen. Wie gut tat das trainingsfreie Wochenende?

Assani Lukimya:Richtig gut. Ich habe viel mit meiner Freundin und meiner kleinen Tochter Leyla unternommen. Das war eine gute Ablenkung – und es war nötig, um den Kopf freizukriegen, Kraft zu tanken und die Sache jetzt wieder 100-prozentig angehen zu können.

Wie sieht die Aufgabenverteilung im Hause Lukimya aus, welche Jobs übernimmt der junge Vater bei der jungen Tochter?

Lukimya:Ich versuche, so viel wie möglich mitzuhelfen. Ich spiele mit Leyla, bis sie müde ist, ich bade sie. Und in letzter Zeit gebe ich ihr oft die Flasche, damit die Mama auch mal was anderes machen kann.

Schlafen Sie in einem separaten Zimmer, um sich voll auf die Arbeitstage konzentrieren zu können?

Lukimya:Am Anfang habe ich tatsächlich in einem anderen Zimmer geschlafen, weil ich dachte, es könnte ein bisschen unruhig werden. Aber damit lag ich vollkommen falsch. Mittlerweile schlafen wir alle im selben Zimmer – das ist überhaupt kein Problem.

So harmonisch ist es bei Werder derzeit nicht. Platz 14, nur noch sechs Punkte Abstand zum Relegationsplatz. Haben Sie Abstiegsangst?

Lukimya:Nein. Wir sind mittendrin, das weiß jeder. Aber es liegt alles in unserer Hand. Wir können selbst bestimmen, wo es hingeht. Wir wissen, dass wir genug Qualität haben. In den Spielen haben wir das allerdings zu wenig umgesetzt. Im Training sieht man eine deutliche Steigerung bei vielen Spielern, im Spiel aber noch nicht. Deshalb tat die Pause auch ganz gut. Vielleicht haben wir die Sache ein bisschen zu verbissen gesehen. Auch wenn es Abstiegskampf ist, braucht man die nötige Lockerheit, um nicht zu verkrampft zu sein.

Sie kennen die Zweite Liga aus Düsseldorf . . .

Lukimya:. . . und es war eine super Zeit da. Aber für mich war es wichtig, den Sprung nach oben zu machen. Die Ligen unterscheiden Welten, ob von den Gegnern oder den Stadien. Und ich weiß genau: Es lohnt sich, alles zu geben, um in der ersten Liga zu bleiben.

Gilt Ihr Vertrag auch für die Zweite Liga?

Lukimya:Das sind Details, über die ich nicht so gerne rede.

Dann darüber: Warum ist aus dem Europa-League-Kandidaten Werder ein Abstiegskandidat geworden?

Lukimya:Weil uns die Konstanz fehlt, das ist das Hauptproblem. Klar haben wir eine neue Mannschaft, die sich finden muss. Das hat man in der Hinrunde noch als Ausrede nehmen können – aber mittlerweile sollten wir eigentlich so gefestigt sein, um nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben.

Wie kommt Werder raus aus dem Schlamassel?

Lukimya:Ganz einfach. Wir stecken da als Mannschaft drin. Jeder muss sein Ego wegwerfen und nur an die Mannschaft denken. Egal, ob man spielt oder nicht, man muss die Mannschaft immer unterstützen.

Ist das denn bei jedem Spieler so?

Lukimya:Ich denke, jeder hat das begriffen. Diejenigen, die zuletzt nicht oder nicht viel gespielt haben, haben eine super Qualität und können Spiele entscheiden. Wichtig ist: Wenn man nicht spielt, sollte man nicht gefrustet sein. Man muss auf seine Zeit warten – und wenn sie kommt, Gas geben.

Werder hat in dieser Saison 51 Gegentreffer kassiert – die meisten der Liga. Das wird gerne an der Abwehr festgemacht.

Lukimya:Und das nervt schon extrem. Ich sage nicht, dass wir hinten alles richtig gemacht haben, auf keinen Fall. Jeder kann noch eine Schippe drauflegen – auch ich. Wir müssen aber insgesamt besser nach hinten arbeiten, den Defensivgedanken mehr verinnerlichen. Im Training haben wir das gut umgesetzt, jetzt muss es auch in den Spielen kommen.

Es gibt auch viel Kritik an Torwart Sebastian Mielitz. Zu Recht?

Lukimya:Ich denke da immer: Den Letzten beißen die Hunde. Er kriegt eben die Dinger rein. Aber es ist viel zu einfach, zu sagen, dass es am Torwart liegt. Wenn man so viele Schüsse zulässt wie wir, ist es auch für einen Torwart sehr schwierig. Ich halte viel von ,Miele‘, er macht seine Sache gut. Aber für ihn gilt das, was für uns alle gilt: Wir können mehr leisten.

Sie selbst haben in der Hinrunde oft draußen gesessen, inzwischen aber den Sprung in die Stammelf geschafft. Wie beurteilen Sie Ihre Entwicklung?

Lukimya:Ich spiele jetzt zwar regelmäßiger, trotzdem bin ich noch lange nicht da, wo ich sein will. Ich kann mich noch heftig steigern – in allem. Sei es in den Zweikämpfen oder in der Spieleröffnung.

Zuletzt spielte zwei Mal Mateo Pavlovic an Ihrer Seite, da waren Sie der Abwehrchef. Wie fühlt sich das an?

Lukimya:Ach, Abwehrchef. Darüber denke ich gar nicht nach. Seit ich hier bin, versuche ich, mit zu organisieren und mich einzubringen. Ich will Verantwortung übernehmen und habe damit kein Problem.

In den beiden Partien in Gladbach und gegen Fürth hat Trainer Thomas Schaaf im Mittelfeld eine Doppelsechs ausprobiert, um für mehr Stabiliät zu sorgen. Ist die defensivere Variante aus Sicht eines Abwehrmanns eine angenehmere?

Lukimya:Es kommt nicht auf die Formation an – sondern darauf, wie man die Vorgaben umsetzt. Wenn man mit zwei Sechsern spielt und jeder dorthin läuft, wo er will, dann bringt das auch nichts. Gegen Gladbach sah das ansatzweise gut aus, gegen Fürth aber nicht.

Da gab’s beim 2:2 gegen das Schlusslicht zwei Gegentore. Auswärts hat Werder zuletzt am 21. Januar 2012 beim 0:0 in Kaiserslautern keinen Treffer kassiert. Steht am Samstag in Mainz mal wieder die Null?

Lukimya:Ich hoffe es sehr. Es wäre an der Zeit.

Und kriegt Ihr Team jetzt die Kurve?

Lukimya:Ich glaube an die Mannschaft, wir packen das – 100-prozentig! Warum sollten wir nicht schon in Mainz gewinnen? Wir fahren da nicht hin und sagen: Ein Punkt wäre super. Wir wollen drei.

Wo steht Werder am Ende der Saison?

Lukimya:Auf welchem Platz interessiert mich nicht so sehr. Wir sind mitten im Abstiegskampf und müssen leider damit zufrieden sein, wenn wir die Klasse halten. Aber schon in der nächsten Saison müssen wir wieder angreifen. · mr

Sokratis schon wieder da

Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Merkel, Trump und Co. beim G7-Gipfel auf Sizilien: Die Bilder

Merkel, Trump und Co. beim G7-Gipfel auf Sizilien: Die Bilder

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Edel, sexy, elegant: So präsentierten sich die Stars bei der amfAR-Gala 

Edel, sexy, elegant: So präsentierten sich die Stars bei der amfAR-Gala 

Meistgelesene Artikel

Platzt der Selke-Deal?

Platzt der Selke-Deal?

Baumann: "Nouri meine beste Entscheidung"

Baumann: "Nouri meine beste Entscheidung"

Stalteri in der Hall of Fame

Stalteri in der Hall of Fame

Lukimya über China: "Ich fühle mich sehr wohl hier"

Lukimya über China: "Ich fühle mich sehr wohl hier"

Kommentare