Bundesliga-Finale in Leverkusen

„Wir legen die Füße nicht hoch“

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Bloß nicht nachlassen: Trainer Robin Dutt will mit Werder heute einen gelungenen Saison-Abschluss schaffen. 

Bremen - Vor dem Bundesliga-Finale spricht noch mal der Werder-Boss. „Ich erwarte eine engagierte Leistung, denn es geht um einiges“, sagt Klaus Filbry, Vorsitzender der Geschäftsführung, mit Blick auf das letzte Saisonspiel heute Nachmittag (15.30 Uhr) beim Tabellenvierten Bayer Leverkusen.

Filbry ist sich „sicher, dass die Mannschaft so auftritt“, wie er es sich vorstellt. Behält er Recht, könnten die Bremer noch ein paar selbst gesteckte Ziele erreichen. Für den seit Wochen geretteten Tabellenzwölften geht es heute um . . .

Geld

Momentan ist Werder Elfter in der Fernsehgeld-Tabelle, das enstspricht Einnahmen von 23,4 Millionen Euro aus dem TV-Topf. Damit haben die Bremer in ihrem Lizenzantrag auch kalkuliert. Verschiebungen sind aber möglich, um zwei Plätze nach oben (das wären zwei Millionen Euro mehr) und sogar drei nach unten (drei Millionen Euro weniger). Kassiert Werder mehr oder weniger? Angesichts knapper Kasse eine spannende Frage. „Uns ist durchaus bewusst, dass es um viel Geld für den Verein geht“, sagt Kapitän Clemens Fritz. Die Verbesserung der finanziellen Situation „ist natürlich auch eine Motivation für uns“, betont Verteidiger Luca Caldirola. Heute Nachmittag sollen sich die Profis über dieses Thema aber gar keine Gedanken machen, fordert Sportchef Thomas Eichin: „Sie sollen sich auf Fußball konzentrieren und noch mal volle Kanne gehen.“

Tabellenplätze

Wie beim TV-Geld sind auch in der Bundesliga-Tabelle Sprünge möglich. Werder (39 Punkte) kann einerseits hinter Frankfurt und Freiburg (beide 36) bis auf Platz 14 zurückfallen. Bei einem Sieg und Patzern von Hannover (39), Hertha und Hoffenheim (beide 41) ist andererseits aber sogar Rang neun möglich. Dutt findet es „toll, dass wir am letzten Spieltag noch die Chance auf einen einstelligen Tabellenplatz haben“. Neunter – das sähe in der Endabrechnung ziemlich gut für die Bremer aus. Das weiß auch Eichin, der sagt: „Wir würden gerne noch ein bisschen klettern.“

Fairplay

Mannschaften, für die es nicht mehr ums nackte Überleben, Titel oder Europacup-Teilnahmen geht, stehen schnell mal im Verdacht, die Saison austrudeln zu lassen. Diesen Vorwurf will sich Werder nicht gefallen lassen müssen. „Wir legen sicher nicht die Füße hoch“, verspricht Fritz. „Wir wollen nichts verfälschen“, ergänzt Abwehrchef Sebastian Prödl, „sondern etwas mitnehmen“. Aus dem Mannschaftskreis hat der 26-jährige Österreicher „schon gehört, dass alle motiviert sind. Wir werden noch mal alles geben, das kann ich versprechen.“ Trainer Robin Dutt, der bei seinem Ex-Club besonders heiß sein dürfte, macht sich diesbezüglich ohnehin gar keine Sorgen: „Ein Mal musste ich mich in dieser Saison kritisch über die Motivation äußern, ansonsten haben alle vorbildlich mitgezogen. Da muss ich nicht nachhelfen.“

das Saisonziel

Werder ist nur einen Zähler von der 40-Punkte-Marke entfernt, die Dutt als Saisonziel ausgegeben hatte. „Ein großes, aber schweres Ziel“, urteilt Prödl, denn: „Leverkusen spielt seit dem Trainerwechsel vor ein paar Wochen sehr gut. Sie wollen unbedingt Vierter bleiben und werden versuchen, ein Feuerwerk abzubrennen.“ Bayer „ist klarer Favorit“, sagt Prödl, „aber das waren sie im Hinspiel auch.“ Mitte Dezember gewann Werder mit 1:0. „Wenn wir diese Leistung wiederholen können, werden wir es Leverkusen noch mal schwer machen“, glaubt der Österreicher: „Ich denke, es wird ein schönes Spiel.“

die Gegentor-Bilanz

Die 66 Gegentreffer aus der Vorsaison sollen sich keinesfalls wiederholen. Es könnte aber noch mal richtig eng werden. Bisher mussten die Bremer Keeper Raphael Wolf und Sebastian Mielitz insgesamt 64 Mal hinter sich greifen. „Damit können wir auf keinen Fall zufrieden sein“, mäkelt Dutt. „Das ist wieder zu viel, keine Frage“, weiß Prödl, der die Defensivarbeit jedoch „mit gemischten Gefühlen“ betrachtet: „Immerhin haben wir zehn Mal zu null gespielt. Und das sind positive Schlagzeilen.“ Gemeinsam mit Dortmund bedeutet das Platz drei in dieser Statistik hinter Meister Bayern München (16) und dem FC Schalke 04 (14). Doch selbst wenn es bei 64 Gegentoren bleibt und eine elfte Zu-Null-Partie hinzukommt: „Wir können keinen Haken dahinter machen“, unterstreicht Dutt.

den Abschluss-Sieg

Mal wieder ein „Dreier“ zum Bundesliga-Kehraus – auch ein Bremer Ziel. Drei Mal hintereinander verlor Werder das letzte Spiel mit 2:3. Zuletzt in Nürnberg, aber auch schon gegen Schalke und in Kaiserslautern. Davor gab es ein 1:1 gegen den HSV und ein 1:5 in Wolfsburg. Der letzte Bremer Abschluss-Sieg datiert vom 17. Mai 2008. Ein 1:0 – in Leverkusen! Ein gutes Omen?

die Zukunft

Bekommt Werder mehr Geld als gedacht aus dem TV-Topf, hat Sportchef Eichin einen größeren finanziellen Spielraum für Neuzugänge. Und die müssen her, betont Kapitän Fritz: „Das Gerüst wird bestehen bleiben, aber punktuelle Verstärkungen würden uns guttun.“ Auch, damit Werder 2014/2015 nicht mehr so zittern muss. Fritz: „Ich hoffe auf eine gute, ruhige Saison – und dass wir unsere Fans nicht so lange auf die Folter spannen.“ · mr

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