Wiese rechnet mit einem Sieg im Topspiel / Schaaf ist begeistert von Gladbach

„Wir haben mehr Qualität“

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Trifft mit Werder heute auf sein Ex-Team: Marko Marin (rechts)

Bremen - Bayern gegen Dortmund ist heute Abend (18.30 Uhr) ganz klar DER Kracher in der Bundesliga. Der Rekordmeister gegen den amtierenden Champion, der Spitzenreiter gegen den ärgsten Verfolger. Es gibt aber vorher (15.30 Uhr) noch einen weiteren Hit: Gladbach gegen Werder, der Dritte gegen den Vierten.

„Ja, das ist ein Topspiel“, sagt Bremens Innenverteidiger Sebastian Prödl und wirkt so, als könne er es selbst kaum glauben. Kein Wunder, denn Mitte März war es noch ein Abstiegskrimi.

Werder bekam damals etwas eher die Kurve und beendete die verkorkste Saison auf Platz 13. Die Borussia musste in die Relegation, setzte sich gegen den VfL Bochum durch und blieb erstklassig. „Sie sind dem Abstieg gerade noch von der Schippe gesprungen. Dass sie jetzt so weit oben stehen, hätte ich nicht gedacht“, staunt Werder-Keeper Tim Wiese.

Vor dem Zitterduell mit Bochum (1:0 und 1:1) hatte Gladbach eine famose Aufholjagd hingelegt und sich damit die kaum noch für möglich gehaltene Rettungs-Chance erst verdient. Riesenanteil daran hatte Coach Lucien Favre, der das Team im Februar auf Platz 18 übernahm. „Seit der neue Trainer da ist, spielen sie viel besseren Fußball. Das hat in der Rückrunde begonnen und setzt sich jetzt noch erfolgreicher fort. Sie sind sehr stark“, lobt der Ex-Gladbacher Marko Marin. Werder-Trainer Thomas Schaaf setzt sogar noch einen drauf, ist geradezu begeistert von der Borussia: „Über diesen Gegner kann man nur positive Sachen sagen. Gladbach spielt richtig guten Fußball.“

Das Abschlusstraining am Freitag

Werder-Training am Freitag

Die Schlüssel zum unerwartet großen Gladbacher Erfolg sind laut Schaaf die „sehr gute Balance“ zwischen Defensive und Offensive, die „gute Kontrolle“ über die Spiele und die herausragende Defensivarbeit: „Darauf legt mein Kollege großen Wert, da hat er ein sehr gutes Ergebnis erzielt.“

Hinzu kommen der in Topform befindliche Torjäger Marco Reus (sieben Treffer, drei Assists) und ein modernes System, wie Werders Mittelfeldmann Aaron Hunt urteilt: „Sie spielen keinen Hauruck-Fußball – im Gegenteil: Sie kombinieren gut.“

So ein richtiges Spektakel bietet Gladbach – im Gegensatz zu Werder – allerdings ganz selten, stattdessen gab’s viele Spiele mit wenig Toren. „Sie sind sehr diszipliniert, machen jedem Gegner das Leben schwer“, sagt Schaaf.

Dennoch geht Werder siegessicher und selbstbewusst an die harte Nuss heran. „Diese Spiele sind die wichtigsten. Es geht darum, den Abstand zu halten – wir wollen oben bleiben“, betont Stürmer Marko Arnautovic. „Gladbach hat einen guten Lauf, aber den wollen wir stoppen“, tönt Philipp Bargfrede. Und Prödl ergänzt: „Wir wollen endlich mal gegen einen Gegner aus unserer Tabellenregion gewinnen.“ Gegen Hannover (2:3) und Dortmund (0:2) ist dies nicht gelungen. Aber diesmal klappt’s – glaubt Wiese: „Gladbach ist eine aufstrebende Mannschaft, aber wir haben mehr Qualität und spielen voll auf Sieg. Am besten so wie letztes Jahr.“ Da gewann Werder im Borussia-Park mit 4:1. · mr

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