Vereinspräsident Fischer stärkt Schaaf und versichert: „Hier gibt es keine Zensur“

„Wir gehen auch diesen Weg mit ihm“

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100 Prozent Werder – Vereinspräsident und Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer lässt sich von der öffentlichen Kritik nicht beeindrucken. ·

Bremen - Das Kürzel KDF kennt jeder, der sich mit Werder Bremen beschäftigt. Und das nicht erst seit Samstag, als diese drei Buchstaben auf einem Banner im Weserstadion prangten. Denn Klaus-Dieter Fischer ist durch seine jahrzehntelange Mitarbeit im Vorstand eine Institution beim SV Werder.

Da grenzt eine Rücktrittsforderung via Tischdecke, die auch Aufsichtsratschef Willi Lemke und Trainer Thomas Schaaf betraf (wir berichteten), schon an Hochverrat. Doch Fischer lässt die Kritik relativ kalt – und er schließt in diesem Zusammenhang auch einen Trainerwechsel in dieser Saison kategorisch aus.

„Wir vertrauen Thomas Schaaf, wir sind überzeugt von ihm. Deswegen gehen wir auch diesen Weg mit ihm – und machen das nicht von Punkten abhängig“, sagt Fischer und erklärt: „Ich stehe nicht zu Thomas Schaaf, weil es Thomas Schaaf ist, sondern weil ich weiß, wie er arbeitet.“

Ähnlich hatte sich am Sonntag einen Tag nach dem enttäuschenden 2:2 gegen Fürth auch Sportchef Thomas Eichin geäußert, allerdings einen Trainerwechsel nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Das war schon ein kleiner Tabubruch des neuen Mannes in der Geschäftsführung. Kollege Fischer, der als Vertreter des Vereins ebenfalls in der Geschäftsführung ist, beschreibt nun wieder den altbewährten Werder-Weg.

Der 72-Jährige, der sich 2014 aus der Geschäftsführung zurückziehen will, gibt allerdings zu, dass die Lage als Tabellen-14. alles andere als angenehm ist: „Ich habe zwar keine Abstiegssorgen, aber wir müssen mit einer hohen Aufmerksamkeit in die nächsten Aufgaben gehen. Das ist doch klar, wenn man nur noch sechs Punkte Vorsprung hat. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass das reicht. Man kann schon sagen, dass es zehn vor Zwölf ist.“

Für viele Fans ist der Zeiger sogar noch weiter vorgerückt. Deshalb hatte sich Dauerkartenbesitzer Uwe Schierloh entschieden, eine Tischdecke mit dem Slogan „1999 - 2013 ist genug – TS + WL + KDF“ zu besprühen und kurz vor Spielbeginn auf der Südtribüne zu präsentieren. Weil der Sicherheitsdienst das Banner nach nur wenigen Minuten kassierte, fühlte sich der 55-Jährige seiner Meinungsfreiheit beraubt.

„Bei uns im Stadion gibt es keine Zensur“, versichert Fischer. Es ist ihm wichtig, dieses Thema ausführlich zu erklären: „Jeder darf seine Meinung äußern, sofern sie keine rassistischen oder diskriminierenden Äußerungen enthalten. Dies ist in der Stadionordnung klar geregelt. Darin ist zudem klar geregelt, dass Banner angemeldet werden müssen. In diesem Prozess geht es neben der oben erwähnten inhaltlichen Prüfung auch um die Frage, ob es sich um feuerfestes Material handelt. Dies muss so erfolgen, um der Sorgfaltspflicht bei der Durchführung von Großveranstaltungen zu entsprechen. Im Sitzplatzbereich ist zudem darauf zu achten, dass keine Sichtbehinderungen für unbeteiligte Zuschauer entstehen. Solche Regelungen gibt es in jedem Stadion in Deutschland.“ In Bremen hatte das laut Fischer zur Folge, dass am Samstag auch ein Plakat mit der Aufschrift „100 % pro Schaaf“ eingezogen wurde.

Grundsätzlich habe er mit Kritik kein Problem, betont Fischer: „Ich arbeite seit Jahrzehnten für Werder, habe in der Zeit viel Lob bekommen, da muss man auch mal so etwas ertragen können und damit professionell umgehen.“ Allerdings findet er die Kritik von Schierloh „schon etwas merkwürdig. Was soll der Vorwurf, die Werder-Connection würde sich gegenseitig stützen? Es ist doch völlig normal, dass wir als Verein und Geschäftsführung zusammenstehen.“ Er hätte sich gewünscht, dass ihn Schierloh direkt kontaktiert hätte, „zum Beispiel per E-Mail. So kann man seinen Unmut auch äußern, wir beantworten fast jede Anfrage.“ Und davon dürfte es im Moment ziemlich viele geben. · kni

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