Marko Arnautovic traut Werder in München alles zu: „Wir können etwas holen“

„Wir fahren da nicht hin, um Urlaub zu machen“

Nachdenklich nach den vergebenen Chancen gegen Stuttgart, aber voller Erwartung für die Partie bei Bayern München: „Vielleicht ist der Weihnachtsmann ja gut zu mir und schenkt mir ein Tor“, flachst Marko Arnautovic. ·

Von Carsten Sander - Nein, der Held des Stuttgart-Spiels war er nicht. Er wäre es fraglos gerne gewesen. Die Chancen waren auch da, aber Marko Arnautovic hat sie vergeben. Zweimal frei vor dem gegnerischen Tor, zweimal gescheitert. Ein Makel?

Ja, aber kein Grund, in Selbstzerfleischung zu verfallen, meint der Werder-Stürmer im Gespräch mit Journalisten.

Bisher nur drei Saisontore, das letzte datiert vom achten Spieltag beim 2:3 in Hannover. Es wird mal wieder Zeit, oder?

Marko Arnautovic: Ich glaube, dass ich insgesamt gute Leistungen zeige. Nur die Tore fehlen.

Woran liegt‘s?

Arnautovic:Die Kaltschnäuzigkeit ist nicht da. Gegen Stuttgart musste ich zwei Tore machen, keine Frage. Einerseits denke ich, dass es schon gut ist, dass wir uns die Chancen überhaupt erarbeitet haben. Andererseits ist klar: Chancen nur zu haben, reicht nicht. Man muss auch treffen. Das muss ich jetzt endlich mal machen. Ich hoffe, dass es beim nächsten Mal wieder klingelt.

Werder-Training am Dienstag

Nach dem Werder-Trainer Thomas Schaaf gestern zur Regeneration frei gegeben hatte, stand die Mannschaft heute Morgen wieder auf dem Trainingsplatz. Tim Wiese war "aus privaten Gründen" nicht dabei. Zudem musste Clemes Fritz das Training abbrechen - der Kapitän hatte sich einen Nerv im Rücken eingeklemmt, gab aber anschließend Entwarnung. © nordphoto
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Das wäre gegen den FC Bayern – kein schlechter Gegner, um eine Tor-Flaute zu beenden.

Arnautovic:Das wird natürlich ein ganz spezielles Spiel. Vielleicht ist der Weihnachtsmann ja gut zu mir und schenkt mir ein Tor…

Im Ernst: Wie sehr fürchten Sie die nach zwei Niederlagen in Folge angeschlagenen Bayern?

Arnautovic:Die werden jetzt umso mehr Gas geben. Vor eigenem Publikum wollen sie sich bestimmt nicht noch mal eine Blöße geben.

Demnach sind die Münchner am Samstag der Favorit?

Arnautovic:Ich rede nie von Favoriten oder Außenseitern. Was ich sagen kann: Die Bayern haben eine Top-Mannschaft. Aber wir sind auch nicht schlecht.

Mit einem Sieg würde Werder in der Tabelle an den Bayern vorbeiziehen. Ist das aus Ihrer Sicht im Bereich des Machbaren?

Arnautovic:Ganz bestimmt fahren wir nicht da hin, um Urlaub zu machen oder wie die kleinen Kinder nur mitzuspielen. Wir wollen dort etwas holen. Und ich denke, dass wir das auch können. Dafür müssen alle Vollgas geben.

Der letzte Bremer Auftritt in München ist beinahe 14 Monate her. Beim 1:2 im DFB-Pokal hatten Sie trotz der Vorlage zur frühen Führung nicht ihren glücklichsten Tag. Ein Lattenknaller, zwei vergebene Großchancen – ist da eine Rechnung offen?

Arnautovic:Rechnung offen oder nicht – Fakt ist, dass wir punkten müssen. Ob ich dabei auflege oder selbst treffe, spielt keine Rolle. Ich will für die Mannschaft da sein.

Wie sehr hoffen Sie auf die Rückkehr von Sturmpartner Claudio Pizarro?

Arnautovic:Es bringt nichts, sich immer nur auf einen Spieler festzulegen. Claudio ist fraglos ein wichtiger Spieler für uns, aber gegen Stuttgart haben wir auch gesehen, dass es ohne ihn geht. Wenn er in München dabei sein sollte, wäre das sehr schön. Wenn nicht, dann improvisieren wir eben.

Bis Hinrundenende sind es nur noch drei Spieltage, und Werder liegt nur drei Punkte hinter dem Spitzenreiter. Haben Sie schon mal zaghaft an die Herbstmeisterschaft gedacht?

Arnautovic:Nein, unser Ziel ist es, einfach oben dran zu bleiben.

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