Bayer-Coach Jupp Heynckes im Interview

„Wir bleiben ganz cool“

ER HAT seit 22 Spieltagen gut lachen: Jupp Heynckes ist mit Bayer Leverkusen immer noch ungeschlagen. Verliert er auch in Bremen nicht, hat er seinen eigenen Startrekord eingestellt.

Werder-Bremen - BREMEN. Nur noch ein Spiel, dann hat er’s geschafft: Sollte Trainer Jupp Heynckes heute (17.30 Uhr) mit Bayer Leverkusen auch bei Werder Bremen nicht verlieren und damit nach dem 23. Spieltag immer noch ungeschlagen sein, hätte er seinen eigenen Startrekord geknackt.

In der Saison 1988/89 gelang Heynckes dieses Kunststück schon einmal – damals mit Bayern München. Als Leverkusen-Coach muss er nur noch die Werder-Hürde nehmen. Doch das wird schwer genug, glaubt Heynckes, der sich vor dem Spiel in einer Telefonkonferenz den Fragen Bremer Journalisten stellte.

?Wie haben Sie das Bremer 0:1 in der Europa League bei Twente Enschede aufgenommen?

!Selbstverständlich habe ich das Spiel gesehen. Es ist nicht gerade positiv, wenn man auswärts zu null verliert. Dennoch glaube ich, dass Bremen alle Chancen hat, weiterzukommen. Werder war die bessere, die reifere Mannschaft, hat es aber nicht verstanden, die eigenen Möglichkeiten zu nutzen. Ich meine aber, dass Werder das im Rückspiel reguliert und weiterkommt.

?Als Trainer haben Sie noch nie gegen Thomas Schaaf gewonnen – wie wollen Sie das heute ändern?

!Habe ich noch nicht so oft gegen Thomas gespielt – oder was? Wie viele Duelle waren es denn bisher?

?Fünf…

!…okay, aber ich gebe nicht so viel auf Statistiken. Ich gebe mehr auf die Aktualität. Und da sehe ich, dass wir nicht nur die erste Tabellenposition innehaben, sondern auch sehr konstant spielen und sehr guten Fußball bieten. Deshalb fahren wir auch sehr selbstbewusst nach Bremen, um natürlich zu gewinnen. Wir wollen unsere Tabellenführung verteidigen, das ist doch ganz klar. Obwohl wir natürlich auch registriert haben, dass Werder sich im Aufwind befindet, dass die Mannschaft die Talsohle durchschritten hat, dass jetzt die Automatismen wieder greifen, dass Werder einen gepflegten und auch wunderbaren Fußball spielen kann und auch zum Teil wieder spielt. Das erschwert unsere Aufgabe ungemein.

?Wie schwer wiegt in diesem Zusammenhang die Gelbsperre Ihres Abwehrchefs Sami Hyypiä?

!Sami spielt bislang eine überragende Saison. Seine Sperre kommt natürlich zum falschen Zeitpunkt, weil Werder über sehr gute Offensivspieler verfügt. Aber ich denke, dass wir auch seinen Ausfall kompensieren können, weil die Mannschaft insgesamt an Defensivverhalten dazugewonnen hat. Die Abwehr ist nicht mehr die Achillesferse.

?In der Tabelle hat Ihr Team 14 Punkte Vorsprung auf Werder. Sehen Sie trotzdem zwei Mannschaften auf Augenhöhe?

!Selbstverständlich ist Bremen auf Augenhöhe. Man muss eines berücksichtigen: Wenn eine Mannschaft wie Werder jahrelang auf mehreren Hochzeiten tanzt und viele junge Spieler wie Özil oder Marin hat, dann ist es nicht verwunderlich, dass man auch mal eine schlechte Phase durchläuft, wie Werder es in diesem Jahr gehabt hat. Es ist immer schwierig für einen Trainer, den Kräfteverlust aufzufangen.

?Ihr Team steht seit vielen Spielen an der Spitze, mittlerweile hat Bayern München aber aufgeschlossen. Fällt das Siegen mittlerweile schwerer?

!Es fällt nicht schwerer, aber auch nicht leichter. Man muss lernen, mit dem Druck umzugehen – und ich denke, dass meine Mannschaft das in dieser Saison gut geschafft hat. Wir lassen uns von gar nichts beeindrucken, wir bleiben ganz cool und gelassen und sind so selbstbewusst, zu sagen, dass es sehr schwer wird, uns vorne wegzuholen.

?Leverkusen hat Toni Kroos, Werder Mesut Özil – zwei Super-Talente des deutschen Fußballs. Können Sie sich vorstellen, beide zusammen bei der WM in Südafrika zu sehen?

!Beide sind hochbegabte Fußballer, die ein Spiel in der Offensive lenken und entscheiden können. Mir gefallen beide sehr gut, beide haben große Klasse. Und warum sollte es nicht so sein, dass beide nach Südafrika fahren und unter Umständen auch zusammen spielen? Heute braucht man nicht nur physisch starke Spieler, sondern auch Kreativakteure, die andere gut in Szene setzen können. Ich denke, deshalb haben beide gute Chancen.

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