Allofs tobt nach Werders Pleite in Frankfurt

Willkommen im Mittelmaß!

EIGENTLICH war das Bremer Tor beim 0:1 mit genügend Spielern abgesichert, eigentlich . . .

Werder-Bremen - FRANKFURT. Es war einmal ein Meisterschaftsanwärter . . .  Werder Bremen verabschiedete sich gestern schon beim Rückrunden-Start mit einer 0:1 (0:0)-Pleite bei Eintracht Frankfurt sang- und klanglos aus dem Titelrennen der Fußball-Bundesliga.

Der erfolgsverwöhnte Club ist nur noch Mittelmaß. Gewaltige zehn Punkte trennen die Hanseaten schon von Tabellenführer Bayer Leverkusen. Da werden Erinnerungen an die vergangene Saison wach: Damals spielten die Bremer auch schon früh keine Rolle mehr in der Liga, sorgten immerhin mit dem DFB-Pokalsieg für einen versöhnlichen Abschluss. Doch in der Verfassung von gestern sollten sie sich auf Erfolgserlebnisse in den Pokalwettbewerben nicht verlassen.

Marin fällt, kein Elfer

„Das war gar nichts“, schimpfte Klaus Allofs nach der Partie: „Frankfurt hat totalen Einsatz gezeigt. Den habe ich bei uns nicht gesehen.“ Harte Worte vom Werder-Boss, der sich indirekt auch die ganz schwachen Mesut Özil und Aaron Hunt zur Brust nahm. Die Jungstars pokern seit Wochen mit Werder um einen neuen Kontrakt. „Es wurde in der letzten Zeit viel über Vertragsverlängerungen gesprochen und darüber, wie gut wir alle sind. Aber wir müssen diese Dinge, wer von wem umworben wird, beiseite schieben und endlich wieder Vollgas geben.“

Die Zeit drängt. Seit fünf Spielen ist Werder in der Liga sieglos, gestern setzte es sogar die dritte Pleite in Folge. Erneut versuchte die Mannschaft, die Aufgabe allein mit spielerischen Mitteln zu lösen. „Ich dachte, wir hätten die richtigen Lehren gezogen“, wirkte Allofs schon ein bisschen ratlos, allerdings nicht rastlos: „Es gibt noch genug Dinge, die wir tun können. Wir werden ganz sicher mit der Mannschaft darüber reden.“

Zum Beispiel darüber, warum die Werder-Profis so zurückhaltend begannen. Und das gegen einen Gegner, der sich sofort ganz ängstlich verschanzte. An der überraschenden Startelf-Premiere von Aymen Abdennour lag’s ganz sicher nicht. Der Neuzugang bot eine ordentliche erste Halbzeit, baute danach allerdings stark ab. Gravierender war das schon das Fehlen von Claudio Pizarro. Der Torjäger saß wegen seiner Knieprobleme zunächst nur auf der Bank. Ohne ihn waren die Bremer vorne viel zu harmlos. Vor der Pause gab’s nur eine echte Torchance, doch Hunt scheiterte an Eintracht-Keeper Oka Nikolov (24.). Direkt im Anschluss an diese Szene kam Marko Marin nach einer Grätsche von Maik Franz im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Weiner entschied sofort auf Weiterspielen. Offenbar, weil Marin zu sehr den Kontakt mit dem Bein von Franz gesucht hatte. Werders Kapitän Torsten Frings sah das – natürlich – ganz anders und schimpfte: „Ein glasklarer Elfmeter, das war spielentscheidend.“ Sein Chef Klaus Allofs hatte da mehr Weitblick: „Wenn man so einen Elfmeter nicht kriegt, darf man trotzdem so spielen, dass man gewinnt.“

Zeit war schließlich noch genug. Doch Werder bekam trotz mehr Spielanteilen nichts Zählbares auf die Reihe – und patzte dann auch noch in der Abwehr. Hunt leistete sich am Strafraum einen schlimmen Ballverlust, Frings reklamierte Abseits, statt Vorlagengeber Chris zu stören – und Marco Russ bedankte sich mit dem 1:0 (57.).

Werder-Coach Thomas Schaaf reagierte prompt, brachte Pizarro und Daniel Jensen für die enttäuschenden Markus Rosenberg und Tim Borowski. Es wäre ein Glücksgriff gewesen, wenn Pizarro nur fünf Sekunden nach seiner Einwechslung Nikolov überwunden hätte (61.). Das war’s aber auch schon wieder mit der Bremer Torgefahr. Erst in den Schlusssekunden schnupperten Hunt, Naldo und Özil am Ausgleich, ließen aber den echten Torriecher vermissen.

Am Ende hatte sich Werder von einer lediglich kämpferisch überzeugenden Eintracht düpieren lassen. Wie auch schon beim 2:3 im Hinspiel. Allofs versuchte verzweifelt, das als gutes Omen anzusehen: „Danach haben wir bei den Bayern unentschieden gespielt, und dann lief’s.“ Doch wer mag schon daran glauben, dass Werder nächsten Samstag ausgerechnet gegen die wiedererstarkten Münchner die Wende schafft?

Das könnte Sie auch interessieren

Erntefest im Kindergarten Scholen

Erntefest im Kindergarten Scholen

Miss Freimarkt 2004 - 2017

Miss Freimarkt 2004 - 2017

Miss Freimarkt 2004 - 2017

Miss Freimarkt 2004 - 2017

Neues von Thomas Cook: Fokus auf Familien und höhere Preise

Neues von Thomas Cook: Fokus auf Familien und höhere Preise

Meistgelesene Artikel

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Bode: „Einhellig“ pro Nouri

Bode: „Einhellig“ pro Nouri

Schaaf wehrt sich gegen Gerüchte

Schaaf wehrt sich gegen Gerüchte

Kommentare