Ex-Werder Aufsichtsratschef im Interview mit der "Zeit"

Lemke: „Es wird ein Bauernopfer gesucht“

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Willi Lemke schlägt nun zurück und zeigt sich von der Reaktion vieler Menschen enttäuscht.

Bremen - Am Wochenende wurde Willi Lemke als Vorsitzender des Aufsichtsrates bei Werder Bremen von Marco Bode abgelöst. Im Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" bricht er nun erstmals sein Schweigen und  wehrt sich energisch gegen sein öffentliches Image als Hauptverantwortlicher für Werders Niedergang.

„Die Reaktion vieler Menschen enttäuscht mich“, sagt Lemke. „Es wird offensichtlich ein Bauernopfer gesucht“. Dass er die Hauptverantwortung für die sportliche Talfahrt trägt, bestreitet der 68-Jährige. „Diese öffentlichen Vorwürfe gehen völlig an den Tatsachen vorbei. [...] Die Fehler wurden in der Vergangenheit von uns allen gemacht“, sagt Lemke und wird konkreter: „Wir haben immer dafür plädiert, nicht mehr Geld auszugeben, als wir eingenommen haben. Aber das geht nur in einem begrenzten Rahmen im Fußballgeschäft.“

Dass potenzielle Geldgeber ein Engagement bei Werder mit seinem Rückzug verknüpfen, glaubt Lemke nicht.  „Ich kann nur mit dem Kopf schütteln, wenn ich höre, dass die Millionen Euro von neuen Sponsoren nur so in die Werder-Kasse strömen sollten, wenn der Lemke erst mal weg sei. Ich bin gespannt, wieviele Sponsoren jetzt die Millionen locker machen“.

Angesprochen auf seinen Rücktritt als Aufsichtsratsvorsitzender übt Lemke auch Kritik am Verein: „Es kam zu einem Konflikt, wie er in jeder Familie passieren kann. Dass dieser Konflikt in die Öffentlichkeit gerät, steht im Widerspruch zu Werders bisheriger Kommunikation.“

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