„Es imponiert mir, welchen Stil sie prägen“ / Butscher zurück, weil Youngster Kempf geschützt werden muss

Veh will so offensiv spielen wie Schaaf

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Trainer Armin Veh hat in dieser Saison viel Spaß mit seiner Frankfurter Eintracht. ·

Frankfurt - Von Manfred Bock. Es lag nicht am plötzlichen Wintereinbruch, warum die wenigen Trainingskiebitze gestern Morgen vergeblich auf die Stammspieler der Frankfurter Eintracht warteten.

Coach Armin Veh hatte persönlich befohlen, dass eine ausgewählte Belegschaft drinnen statt draußen übte. „Ich möchte die Belastung reduzieren“, erklärte der gut gelaunte Fußballlehrer auf der Pressekonferenz. Und so haben Kevin Trapp, Sebastian Jung, Sebastian Rode oder Oliver Occean nur ein paar Stabilisations-Übungen in der Arena gemacht, während die Reservisten sich auf dem aufgeweichten Rasen bewegten.

Veh hat sich im Grunde ja seit der Vorbereitung auf eine feste erste Elf eingeschworen, von der zehn Akteure auch gegen Werder Bremen auf dem Platz stehen werden. Die einzige Ausnahme stellt Heiko Butscher dar – der mittlerweile 32-jährige Verteidiger ersetzt erstmals den verletzten Bamba Anderson, ist aber längst nicht mehr der Schnellste und saß zuletzt meist nur noch auf der Tribüne. Dass der ehemalige Freiburger ins Rampenlicht rotiert, ist dem Umstand zu verdanken, dass die mit dem erst 17-jährigen Marc-Oliver Kempf bestückte Notabwehr gegen Mainz (1:3) und in Düsseldorf (0:4) einen so schlechten Eindruck machte, dass Veh das Talent jetzt „schützen“ will, wie er sagt.

Also Butscher. „Er kann locker rangehen und soll Spaß haben. Ich hoffe, dass ich auch Spaß habe, wenn ich ihn auf dem Rasen sehe.“ Sicher ist das allerdings nicht, denn bei seinem einzigen Pflichtspieleinsatz im DFB-Pokal bei Erzgebirge Aue war eben Butscher maßgeblich daran beteiligt, dass die Frankfurter Schiffbruch erlitten. Eine Langzeitlösung ist der Schlagzeug-Liebhaber deshalb nicht – Veh macht keinen Hehl daraus, dass in der Innenverteidigung im Winter Verstärkung kommen soll. Über die Rückkehr von Marco Russ vom VfL Wolfsburg wird verhandelt.

„Es besteht Bedarf. Die Liga verzeiht nicht viele Fehler.“ Veh weiß, dass die teils hymnisch besungenen hessischen Überflieger schon kräftig gestutzt worden sind und am Wochenende erstmals aus den Europapokalrängen purzeln könnten. Doch ungeachtet von nur einem Sieg aus den vergangenen sieben Spielen will er von einem Strategie- und Personalwechsel nichts wissen. Zum einen: „Ich habe keinen Gedanken, diese Mannschaft zu verändern, weil sie zu gut Fußball spielt.“ Zum anderen: „Man darf nicht den Fehler machen, seine Methode zu ändern.“

Der gebürtige Augsburger hat in der Bankenstadt seiner mit vielen herausragenden Zweitligaspielern verstärkten Mannschaft einen erfrischenden Vorwärtsdrang verordnet: Schon die Außenverteidiger Jung und Bastian Oczipka stehen hoch, die Doppel-Sechs mit Rode und Kapitän Pirmin Schwegler denkt eher offensiv als defensiv, die Dreierreihe davor mit Stefan Aigner, Alexander Meier und Takashi Inui sowieso. Dumm nur, dass ausgerechnet die einzige Spitze Occean gerade in einem kolossalen Formtief steckt. Wegen der Sperre von Karim Matmour erhält der 31-jährige Kanadier eine letzte Chance. Veh: „Er muss laufen und für die Mannschaft arbeiten. Das hat er zuletzt zu wenig gemacht.“ Ansonsten würde er wohl auch auf dieser Position nachbessern; mit Srdjan Lakic steht angeblich ein weiterer Wolfsburger Edelreservist auf der Wunschliste. „Ich werde keine Namen kommentieren“, sagte Veh, „das hilft uns nicht weiter.“ Nur zu Werder Bremen wollte er gestern noch etwas loswerden: „Es imponiert mir, welchen Stil sie prägen. So offensiv ausgerichtet stelle ich mir das auch vor.“

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