Sportchef: „Wir müssen keinen Spieler aus finanzieller Not verkaufen“

Wiese will Klarheit – und bekommt sie von Allofs

Bremen - Seit gestern ist es amtlich: Torwart Manuel Neuer wird seinen am 30. Juni 2012 auslaufenden Vertrag bei Schalke 04 nicht verlängern. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass der 25-Jährige bereits zur neuen Saison zum FC Bayern München wechselt.

Schalke muss sich also nach einem neuen Keeper umsehen – und seit Tagen hält sich das Gerücht, dass Werder Bremens Torwart Tim Wiese ganz oben auf der Liste des Champions-League-Halbfinalisten steht.

Der Vertrag des 29-Jährigen in Bremen läuft ebenfalls 2012 aus. Und was liegt näher, als das sich Schalke um den zweitbesten deutschen Torwart bemühen wird, wenn man schon den besten zu den Bayern ziehen lässt? „Wir werden sehen, was kommt“, hielt sich Schalkes Trainer Ralf Rangnick in Sache Neuer-Nachfolge gestern noch bedeckt.

Training am Donnerstag

Werder-Training am Donnerstag

Allerdings scheint es in Gelsenkirchen fast schon ein wenig Tradition zu haben, sich Torhüter von Werder Bremen zu schnappen. 1998 verpflichtete Schalke Oliver Reck, im Jahr 2002 angelte sich der Revierclub Frank Rost. Wird Wiese nun der Dritte im Bunde? „Diese Gerüchte mit Schalke interessieren mich überhaupt nicht“, sagte der Bremer Torwart gestern auf Nachfrage dieser Zeitung: „Für mich gibt’s nur eins: Werder Bremen. Und für diesen Verein werde ich alles geben.“

Zwischen den Zeilen der Spekulationen um seine Person will der 29-Jährige aber erkannt haben, dass Werder nicht abgeneigt wäre, die Nummer eins aus finanziellen Gründen abzugeben. „Man hört schon raus, dass ich verkauft werden soll, weil kein Geld da ist“, mutmaßte Wiese und forderte die Clubführung auf, diesen Gerüchten den Nährboden zu entziehen. „Ich bin dafür zuständig, die Bälle zu halten. Ich bin nicht der Finanzminister. Ob an solchen Gerüchten etwas dran ist – da müssen die Verantwortlichen im Club mal Klartext reden“, meinte Wiese, der zuletzt immer wieder betont hatte, keinen Grund zu sehen, Werder zu verlassen.

Werder-Profis im 'Freizeit-Look'

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Allerdings: Die Bremer sind im kommenden Jahr international nicht vertreten, Ausgaben für Gehälter müssen reduziert werden. Und Wiese gilt in Bremen als einer der Topverdiener. Klar, dass sich der Torwart da so seine Gedanken macht.

„Bei uns muss keiner aus finanzieller Not verkauft werden, in der Situation befinden wir uns nicht“, ließ die Antwort von Werder-Sportchef Klaus Allofs auf Wieses dringlichste Frage nicht lange auf sich warten. Der 54-Jährige weiter: „Sicherlich müssen wir nächste Saison die Gehaltsstruktur verändern, können weniger Geld ausgeben. Einsparungen kann es aber bei Neuverpflichtungen geben oder bei auslaufenden Verträgen, die nicht verlängert werden – wie wir es beispielsweise bei Daniel Jensen oder Petri Pasanen getan haben.“ Sparsamer zu sein „heißt nicht, dass wir Spieler verkaufen müssen. Da kann ich Tim beruhigen“, erklärte Allofs.

Generell schloss der Werder-Geschäftsführer freilich Transfers nicht aus – im Fall Wiese aber fahren die Bremer eine klare Linie. Allofs: „Tim hat einen Vertrag bis 2012, den wollen wir mit ihm verlängern, und wir werden demnächst auch in die Verhandlungen einsteigen.“ Sollte wirklich jemand Interesse an Wiese anmelden, „werden wir das Tim sagen und uns damit auseinandersetzen. Das bedeutet aber nicht, dass wir ihn abgeben wollen“, fügte der Werder-Boss hinzu.

Allerdings erneuerte Wiese gestern seine Forderung nach einem starken Werder-Team für die kommenden Saison. „Ich würde gern verlängern, weil ich mich bei Werder sehr wohl fühle“, erklärte der Nationalkeeper: „Es ist aber nicht meine Ambition, dauerhaft da unten rumzugurken wie in dieser Saison. Wir müssen die Mannschaft zusammenhalten.“

Das kann Allofs seinem Torwart momentan nicht zusagen. Eine Garantie, die Mannschaft so zusammenzuhalten, könne es nicht geben. Bei Werder habe man aber immer allen Spielern die Gelegenheit gegeben, in einer guten Mannschaft zu spielen. „Das wird auch in Zukunft so sein“, kündigte Allofs an, „wie das in der kommenden Saison namentlich aussieht, das kann ich nicht sagen. Da kann ich keine Versprechen geben.“

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