Werder-Keeper glaubt fest an EM-Teilnahme: „Ich bin die Nummer zwei – fertig“

Tim Wiese wähnt sich auf der sicheren Seite

Zugepackt: Tim Wiese hat nicht nur den Ball, sondern auch sein EM-Ticket fest in der Hand – davon ist der 30-Jährige überzeugt. ·

PORTO CERVO/BREMEN · Wird es jetzt ernst für Tim Wiese? Oder kann er voll und ganz auf seine Erfahrung bauen? Wenn die deutsche Nationalelf heute im südfranzösischen Tourettes Quartier bezieht, ist das auch der Startschuss für die letzte Auslese vor dem Beginn der Europameisterschaft am 8. Juni.

Und glaubt man Bundestorwarttrainer Andreas Köpke, dann muss sich der Noch-Bremer Wiese bis zur Nominierung des endgültigen Kaders am 29. Mai ernsthafte Sorgen um seine EM-Teilnahme machen.

„Keine Reihenfolge hinter Neuer“ – das war das Motto, das Köpke für das erste Trainingslager auf Sardinien für die drei mitgereisten Torhüter ausgegeben hatte. Es gilt auch noch, wenn heute die Arbeit 20 Autominuten vom Jetset-Ort Cannes aufgenommen wird. Routinier Wiese (30) muss sich mit dem Hannoveraner Ron-Robert Zieler (23) und Neuling Marc-Andre ter Stegen (20) von Borussia Mönchengladbach um den Platz hinter dem als Nummer eins gesetzten Manuel Neuer balgen.

So ist jedenfalls die offizielle Lesart. Doch dass Wieses Status als erster Neuer-Vertreter oder gar das EM-Ticket gefährdet ist, glaubt ernsthaft wohl niemand. Wiese ist sich seiner Sache absolut sicher, sagt: „Ich bin die Nummer zwei – fertig.“

Als solche hat er schon die WM in Südafrika zugebracht. Und er würde sich wieder ohne Murren auf die Bank setzen. „Man will natürlich immer spielen, ist doch klar. Aber wenn es nicht so ist, dann ist das so. Trotzdem werde ich zu tausend Prozent hinter der Mannschaft stehen“, erklärt der zukünftige Hoffenheimer und fühlt sich im „Torwartland Deutschland“ (Zitat Wiese) auch als Reservist wohl: „Für mich war es schon bei der WM etwas absolut Großes, überhaupt dabei zu sein. Und so wird es auch bei der EM sein. Ich bin da ganz normal und stelle mich hinten an.“

Für die deutschen Fans ist ohnehin klar: Nach Bayern-Keeper Neuer kommt Wiese – das ergab eine Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts promit im Auftrag des Sport-Informations-Dienstes (SID). Demnach halten 34,7 Prozent Tim Wiese für den besten Ersatzmann. Marc-Andre ter Stegen platziert sich mit 17,6 Prozent vor Zieler (10,7). Sollten Köpke und Bundestrainer Joachim Löw das auch so sehen, wäre für Wiese alles geritzt.

Jedenfalls das Turnier in Polen und der Ukraine betreffend. Danach könnte es angesichts der deutlich jüngeren Konkurrenten aber eng werden. Diese Diskussion wird sicherlich geführt werden, Wiese nervt sie schon jetzt. „Typen, die mich nicht so mögen“, würden das Thema immer wieder auf den Tisch bringen. Dabei steht für ihn fest, dass er erstens „bestimmt nicht freiwillig abtreten“ will: „Das steht überhaupt nicht zur Debatte.“ Und zweitens, dass er den jungen Mitbewerbern in einem Punkt um Lichtjahre voraus ist. „Ich habe die Erfahrung aus 259 Bundesliga-Spielen. Und Erfahrung ist für Torhüter unheimlich wichtig.“

Vielleicht kommt am 1. Juli in Kiew eine ganz spezielle dazu: Wie es sich anfühlt, den EM-Pokal in den Händen zu halten. „Wieso“, fragt Tim Wiese, „sollten wir nicht den Titel gewinnen? Wer in der Quali alle Punkte holt, kann auch Europameister werden. Wir müssen nur wieder forsch aufspielen – damit sind wir bisher gut gefahren.“

Aber immer nur, bis Spanien kam. Im EM-Finale 2008 und WM-Halbfinale 2010 scheiterte die DFB-Elf jeweils am Welt- und Europameister. Doch damit ist es jetzt auch genug, meint Wiese, für den die Dinge manchmal ganz simpel sind: „Spanien hat eine Riesenmannschaft, aber die kann eben auch nicht immer gewinnen. Unser Ziel ist es, es diesmal zu schaffen. Und wir können es packen.“ · csa

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