Werder-Zwist wegen Ecken-Frust / Attacke gegen die Kollegen

Wiese vermisst Größe – und Schaaf Armlänge

Tim Wiese schont sich nicht, um Hoffenheims Tobias Weis zu stoppen. ·

Bremen - Ecke, Tor – Werder kann‘s nicht mehr hören, und die Fans können‘s nicht mehr sehen. Gegen Hoffenheim kassierten die Bremer zum achten Mal in dieser Saison und im dritten Spiel in Folge ein Gegentor nach einem Eckball.

„Uns fehlt momentan ein bisschen die Größe in der Abwehr“, seufzte ein ziemlich gefrusteter Tim Wiese mit Blick auf die relativ kleinen Innenverteidiger Sokratis (1,83 Meter) und Francois Affolter (1,86). Die verletzten Stammkräfte Naldo (1,98) und Sebastian Prödl (1,94) sind da wesentlich größer.

Die Einzelkritik

Werder - Hoffenheim: Die Einzelkritik

Doch für diese Anmerkung bekam Wiese sofort die Retourkutsche vom Chef. „Manchmal ist auch die Armlänge entscheidend“, merkte Thomas Schaaf süffisant an. Und es war klar, was der Trainer damit meinte: Die Ecken-Tore gegen Leverkusen und in Freiburg, bei denen Wiese im Fünfmeter-Raum nicht klären konnte. Klar und deutlich würde Schaaf das öffentlich nicht sagen, so verschweigt er auch Affolters unstrittiges Fehlverhalten vor dem Hoffenheimer Führungstreffer. Schaaf spricht lieber vom Kollektiv, dass in dieser Situation nicht funktioniert habe. Die Nachfrage, warum am zweiten Pfosten kein Spieler postiert war und somit das Gegentor nicht verhindern konnte, bügelt er barsch ab: „Wir können ja demnächst mit 120 Spielern auflaufen.“

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Wiese hätte nichts dagegen, denn der Keeper schiebt nicht nur Ecken-Frust. Er kritisiert auch das Defensivverhalten im laufenden Spiel: „Wenn ich nicht so oft rauskommen würde, würde es noch häufiger klingeln.“ Worte, die bei den Kollegen und vor allem bei Schaaf nicht gut ankommen dürften. Doch Wieses Frust ist durchaus nachvollziehbar. Der 30-Jährige will zur EM, da ist eine Gegentrefferflut im Club nicht die beste Werbung.

So dürfte es Wiese gut tun, dass Bundestorwartrainer Andreas Köpke weiter auf ihn als Nummer zwei hinter Manuel Neuer setzt. Im „ZDF-Sportstudio“ machte ihm der Ex-Profi leise Hoffnung auf einen Einsatz beim Länderspiel am 29. Februar im Weserstadion gegen Frankreich: „Das Spiel ist in Bremen. Also, die Chance ist schon gegeben, dass Tim dort vielleicht spielt.“ · kni

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