Rückkehr ins Werder-Tor, weil Quote und Erfahrung für ihn sprechen

Wiese übernimmt sein Revier

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Er stand drei Spieltage lang im Regen, am Freitag darf Tim Wiese nach abgebrummter Sperre wieder spielen.

Bremen - Ja, er hat gelitten. An Trainingstagen war Tim Wiese „irgendwie langweilig“. Er wusste ja, er würde sowieso nicht spielen. Während der Spiele war’s für ihn dagegen alles andere als öde. „Du bist ja noch angespannter, wenn du auf der Tribüne sitzt, als wenn du selber spielst“, sagt der Werder-Torwart.

Doch mit Langeweile und dem Nervenkitzel durch Untätigkeit ist es jetzt wieder vorbei. Wiese hat seine Drei-Spiele-Sperre abgebrummt und kehrt am Freitag im Auswärtsspiel beim FC Augsburg zwischen die Bremer Pfosten zurück. Das hat Trainer Thomas Schaaf schon bestätigt.

„Tim wird spielen“, erklärte der Coach gestern und nahm damit allen Diskussionen um den Platz im Tor die Grundlage. Dabei könnte durchaus darüber debattiert werden, ob Wiese-Vertreter Sebastian Mielitz sich als Dauerlösung angeboten hat. Der 22-Jährige hatte sich weder beim Sprung ins kalte Wasser gegen den 1. FC Nürnberg (1:1) noch gegen Hertha BSC (2:1), Hannover 96 (2:3) und Meister Borussia Dortmund (0:2) ankreidbare Fehler geleistet, glanzvolle Rettungstaten waren aber auch nicht dabei. Bilanz seiner Einsätze: Sieben Gegentore und eine Durchschnittsnote bei der Kreiszeitung von 3,125. Mielitz, so fasst es Schaaf zusammen, habe seine Sache „in gewohnter Art und Weise gut gemacht“.

Werder-Training am Dienstag

Rekordverdächtige 27 Akteure hatten sich beim Dienstag-Training um Werder-Coach Thomas Schaaf versammelt und die ließ der Trainer trotz Dauerregens ordentlich schwitzen. In drei Neuner-Teams wurden Spielformationen geübt und Torschusstraining absolviert. © nordphoto
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Weshalb der Trainer bereits ein stilles Streitgespräch mit sich selbst geführt hat. Um sich dann doch für Stamm- und Nationalkeeper Tim Wiese zu entscheiden. Aber es war eng. „Eigentlich brauche ich zwei Tore, um beide spielen lassen zu können“, scherzte Schaaf. Den Ausschlag für den Platzhirschen habe letztlich dessen größerer Erfahrungsschatz gegeben: „Tim hat über die Jahre schon mehr nachgewiesen.“ Er ist seinem Kontrahenten und Herausforderer eben um sieben Jahre voraus.

Aber auch die Zahlen sprechen für Wiese. Nur fünf Gegentore in sechs Einsätzen (die 17 Minuten bis zur Roten Karte in Nürnberg nicht mitgerechnet) sowie eine Durchschnittsnote von 2,2 (mit der „5“ von Nürnberg ist es eine 2,66) sind bestechende Argumente.

Denen kann sich ein Trainer natürlich nicht entziehen. Die nahe Zukunft gehört deshalb noch Tim Wiese. Was passieren wird, wenn sein Vertrag im Sommer ausläuft, ist völlig offen. Mielitz hat sich längst als Nachfolger in Position gebracht, falls die Zusammenarbeit zwischen Werder und Wiese tatsächlich enden sollte.

Doch das ist alles noch Spekulation. Erstmal ist Tim Wiese froh, dass er die Strafbank verlassen darf und helfen kann, dass aus zwei aufeinanderfolgenden Pleiten keine Krise erwächst. Es soll jetzt bloß „niemand den Kopf in den Sand stecken“, forderte der Schlussmann gestern. Die Niederlagen seien „unnötig„ gewesen, „weil wir jeweils die bessere Mannschaft waren. Wir sind ein Team, das in der Bundesliga oben mitspielen kann. Das müssen wir am Freitag in Augsburg aber auch beweisen.“ · csa

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