Werder-Torwart seit 619 Minuten ohne Gegentreffer / Frings: „Wir verteidigen unser Tor bis aufs Blut“

Wiese träumt schon vom Rekord

Urschrei: Werder-Torwart Tim Wiese.

Von Arne Flügge · Als Schiedsrichter Knut Kircher abpfiff, streckte Tim Wiese beide Arme nach vorn, ballte die Fäuste und stieß einen gewaltigen Urschrei in den Bremer Himmel. Werders Torwart hatte es wieder einmal geschafft, seinen Kasten sauber zu halten.

Werder gewann gegen Hoffenheim mit 2:0 (2:0) – und Wiese ist jetzt in der Liga seit 619 Minuten ohne Gegentor.  22 Minuten fehlen ihm noch, um den vereinsinternen Rekord von Oliver Reck aus der Saison 1987/88 zu knacken.

„Diese Serie kommt immer mehr in meinen Kopf“, räumte Wiese ein, „ich habe sogar schon davon geträumt.“

Die Noten zum Spiel

Werder - Hoffenheim: Die Noten

Auf dem Platz war der 28-Jährige dagegen hellwach gewesen. In der 14. Minute parierte der Bremer Keeper einen schwach geschossenen Elfmeter von Spielmacher Carlos Eduardo. Von den letzten 14 Elfmetern (inklusive Elfmeterschießen) hielt Wiese damit zehn! Darüber hinaus wehrte er Distanzschüsse von Maicosuel und Christian Eichner ab. „Tim ist unser Rückhalt, er ist momentan in toller Form“, lobte Werder-Sportchef Klaus Allofs seinen Schlussmann, während Trainer Thomas Schaaf den gehaltenen Elfmeter als „Startschuss“ bezeichnete: „Danach sind wir ins Rollen gekommen.“ Claudio Pizarro (18.) und der überragende Per Mertesacker (22.) zurrten dann vor 33 916 Zuschauern innerhalb von nur vier Minuten den Bremer Sieg fest.

BL-Minuten ohne Gegentore:

1. Timo Hildebrand 844 (Stuttgart/Saison 2003/2004)

2. Oliver Kahn 802 (Bayern/Saison 2002/2003) 

3. Oliver Kahn 736 (Bayern/Saison 1998/99)

4. Oliver Reck 641 (Werder/Saison 1987/88)

5. Tim Wiese 619 (Werder/Saison 2009/2010)

Wiese genoss anschließend das Bad in der Menge. Die Fans feierten ihren Torwart, als hätte er gerade die deutsche Meisterschaft für sie entschieden. „Wiese, Wiese, Wiese“ und „Wiese für Deutschland“ hallte es aus tausenden von Kehlen. Das tat dem Torhüter, der in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft derzeit nur das letzte Rad am Wagen ist und der beim öffentlichen DFB-Training in Hamburg sogar ausgepfiffen worden war, sichtlich gut. Doch einen Seitenhieb auf den Bundestrainer verkniff sich der ansonsten nicht auf den Mund gefallene Wiese: „Bisher hat Löw ja nicht so oft auf mich zurückgegriffen. Ich kann nur weiter meine Qualitäten zeigen.“

Was er eindrucksvoll tat. Allerdings war der Torwart nicht so vermessen, sich den Erfolg jetzt allein auf die Fahne zu schreiben. „Wir standen wieder sehr gut und haben wenig zugelassen. Insgesamt läuft alles super, nicht nur für mich persönlich, sondern für die ganze Mannschaft.“

Was die nackten Zahlen beweisen. Seit 13 Pflichtspielen ist Werder ungeschlagen. Zum fünften Mal in Folge spielten die Bremer jetzt in der Liga zu Null, kassierten überhaupt erst sechs Gegentore in der laufenden Saison. Im vergangenen Jahr hatten die Hanseaten zu diesem Zeitpunkt bereits 20 Treffer kassiert. „Wir verteidigen unser Tor bis aufs Blut. Das hat in der letzten Saison komplett gefehlt“, urteilte Kapitän Torsten Frings.

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