Vertragsauflösung in Hoffenheim? / Dutt baut Schnörkel ein in seine bislang klare Mielitz-Linie

Der Wiese-Stein gerät ins Rollen

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Tim Wiese feiert im Weserstadion mit den Werder-Fans. So war es in der guten alten Zeit. So war es am Samstag. So wünschen es sich viele Werder-Fans für die Zukunft.

Bremen - Da haben die Werder-Fans offenbar Steine ins Rollen gebracht. 1899 Hoffenheim will bei Tim Wiese einen neuen Versuch unternehmen, den bis 2016 laufenden und fürstlich dotierten Vertrag aufzulösen.

Das kündigt Club-Mäzen Dietmar Hopp in der „Sport Bild“ an. „Darüber müssen wir uns in den nächsten Tagen und Wochen unterhalten“, sagte der 73-Jährige.

Hoffenheim will den Ex-Keeper los werden  – kein Wunder bei einem Spieler, der 3,5 Millionen Euro pro Saison verdient, aber sportlich ins dritte Glied abgeschoben wurde. Große Teile der Werder-Fans würden den 31-Jährigen liebend gerne wieder im Bremer Trikot sehen – das haben sie am Samstag beim Abschiedsspiel von Torsten Frings mit ihren „Wiese-für-Werder“-Sprechchören mehr als deutlich gemacht.

Bitter für Sebastian Mielitz, Wieses Nachfolger als Nummer eins im Bremer Tor. „Miele“ ist seit jeher umstritten, doch Gefahr aus Hoffenheim droht ihm angeblich nicht. Denn es ist nicht eindeutig erkennbar, dass die sportliche Leitung wie die Fans an eine Wiese-Rückholaktion denkt. Nach Sportchef Thomas Eichin („Wir haben hier keine Torwart-Diskussion“) lässt auch Trainer Robin Dutt den Tim-Wiese-Express vorbeirauschen, springt nicht auf. Weder will er bewerten, ob der verlorene Sohn Werder weiterhelfen würde („Das wäre eine Respektlosigkeit gegenüber unseren Torhütern“) noch diskutiert er öffentlich über einen Handlungsbedarf im Bremer Tor.

Dutt lässt allerdings die Interpretation zu, dass er das Thema aus taktischen Gründen und nicht aus Überzeugung ignoriert. Denn die mögliche Notwendigkeit, im Tor einen Wechsel vorzunehmen, „würde ich bis zu dem Tag, an dem es öffentlich sichtbar ist, vehement verneinen“, erklärte der 48-Jährige. Auch der Hinweis, dass über Tim Wiese nicht spekuliert werden müsse, weil „aktuell keine Transferperiode“ sei, lässt Spielraum für Gedanken wie diese: Was wäre denn, wenn jetzt eine Transferperiode wäre und Wiese sich mit Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp auf eine Vertragsauflösung mit satter Abfindung geeinigt hätte?

Frühestens im Januar, wenn das Wechselfenster wieder öffnet, kann es darauf eine Antwort geben. Vorerst gilt, was Robin Dutt grundsätzlich denkt – aber auch das ist nicht eindeutig: „Du musst deinen Torhütern hundertprozentiges Vertrauen entgegenbringen. Wegen der Wiese-Geschichte wird sich das sicher nicht ändern. Bei einem Torhüter musst du klare Aussagen machen, die aber natürlich nicht bis ins Rentenalter gelten.“ Die klare Aussage im Sommer war: Sebastian Mielitz ist die Nummer eins. Noch gilt sie. csa/mr

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