Innenbanddehnung im Knie – nur etwa zehn Tage Pause / „Ich bin heilfroh“ / Vertrauen in Mielitz

Wiese sorgt für Erleichterung

Sebastian Mielitz war bei seinem Champions-League-Debüt erst nervös, dann nervenstark.

Werder-Bremen - Von Malte Rehnert · Aufatmen bei Werder, Aufatmen bei Tim Wiese: Die Nummer eins hat sich im Champions-League-Spiel am Mittwochabend bei Twente Enschede „nur“ eine Innenbanddehnung im rechten Knie zugezogen. Das ergab gestern eine Kernspintomographie in Bremen.

Der 28-Jährige fällt nach eigener Einschätzung „zehn bis zwölf Tage aus“ und wird solange – wie ab der 37. Minute in Enschede – von Sebastian Mielitz vertreten.

„Es ist eine starke Überdehnung, zudem sind einzelne Fasern angerissen“, meinte Wiese gestern nach der Diagnose und ergänzte: „Ich bin heilfroh, dass es nicht so schlimm ist. Es hätte auch anders ausgehen können.“

Werder-Training am Donnerstag

Werder-Training am Donnerstag

Der Keeper hatte sich im Twente-Spiel den Ball zum Abstoß holen wollen und war mit dem rechten Fuß im Rasen hängen geblieben. „Erst war da der Schmerz, dann der Schock“, erinnerte sich Wiese, der nach dem Schlusspfiff aber schon wieder recht optimistisch klang: „Das Kreuzband ist okay. Ich kenne mich aus mit Knieverletzungen.“ 2004 (noch in Kaiserslautern) und 2005 (dann bei Werder) hatte der Nationaltorwart Kreuzbandrisse im linken Knie erlitten und mehrere Monate pausieren müssen.

Diesmal ist die Blessur rechts – und nicht so heftig. „Wann ich wieder mit dem Training anfangen kann, ist aber noch offen. Da müssen wir von Tag zu Tag gucken.“ Morgen in Gladbach, am Dienstag im DFB-Pokal (zweite Runde) beim FC

„Bisher alle Träume erfüllt“

Bayern und im Heimspiel am 30. Oktober gegen Nürnberg wird Wiese auf jeden Fall fehlen. Im Rückspiel gegen Twente Enschede am 2. November will er dann wieder dabeisein: „Ich versuche, das anzupeilen.“

Bis dahin steht Sebastian Mielitz zwischen den Werder-Pfosten – und Wiese ist überzeugt von den Fähigkeiten seines Stellvertreters: „Er hat doch schon andere Spiele absolviert. Ich denke, er wird seine Sache gut lösen.“ Das glaubt auch Trainer Thomas Schaaf: „Wir haben vollstes Vertrauen in ihn. Sebastian wird das fortführen, was er in Enschede angefangen hat. Es war nicht einfach für ihn, sofort da zu sein. Er hat es hervorragend gemacht.“

Allerdings nicht sofort: Nach seiner Einwechslung wirkte Mielitz bei seinem Debüt in der „Königsklasse“ bei empfindlicher Kälte nervös, leistete sich einige Unsicherheiten und hätte fast sogar ein Gegentor verschuldet. Doch im letzten Moment machte er seinen Fehler wieder gut und rettete vor Denny Landzaat (41.). „Die Aktion war nicht so glücklich, das weiß ich selbst“, gestand Mielitz, der sich in der zweiten Hälfte allerdings immer mehr steigerte und kurz vor Schluss gegen Theo Janssen mit einer Klassetat das 1:2 verhinderte. „Ich habe einfach versucht, lange stehenzubleiben. Das hat gut funktioniert. Der Arm ist dann von ganz alleine hoch gegangen“, schilderte der 21-Jährige, der insgesamt zufrieden war: „Von der Bank kalt ins Spiel zu kommen, ist immer ein bisschen bescheiden. Aber auch wenn nicht alles geklappt hat, war’s ganz gut.“

Das fanden offensichtlich auch Freunde und Familie, die ihm anschließend mit Kurznachrichten zur bestandenen Feuertaufe gratulierten. Exakt neun SMS habe er bekommen, sagte Mielitz, für den sich mit seinem ersten Einsatz in der Champions League ein lange gehegter Wunsch erfüllte: „Es träumt doch jedes Kind davon, dort zu spielen. Ich habe in der Bundesliga, in der Europa League und jetzt auch in der Champions League gespielt. Für mich sind bei Werder bisher alle Träume in Erfüllung gegangen.“

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