Werder-Keeper bekommt sein „Heimspiel“ im Deutschland-Trikot: „Das ist super, ich freue mich riesig“

Wiese darf fliegen und muss endlich siegen

Die gute Laune bei Tim Wiese (li.) ist berechtigt. Bundestrainer Joachim Löw (re.) gibt dem Werder-Torwart heute eine Chance über 90 Minuten. ·

Bremen - Von Björn Knips. Er ist tatsächlich drin – in seinem Tor, in seinem Weserstadion. Tim Wiese steht heute in der deutschen Startelf gegen Frankreich und kann es kaum erwarten: „Das ist super, ich freue mich riesig und werde alles geben, damit wir gewinnen.“

Für den Werder-Keeper geht ein Traum in Erfüllung, aber der Ersatzmann von Manuel Neuer hat nach seinen bislang fünf sieglosen Länderspielen auch einen klaren Auftrag von Assistenztrainer Hansi Flick bekommen: „Es ist wichtig für ihn, sich zu zeigen. Und er hat jetzt vor heimischem Publikum die große Chance, auch mal einen Sieg einzufahren.“

Wiese darf fliegen und muss endlich siegen – doch mit diesem Druck dürfte der gebürtige Rheinländer kein Problem haben. Es ist seine große Stärke, cool zu bleiben. Mit seiner wehenden schwarzen Mähne sieht er Winnetou nicht nur immer ähnlicher, er hat sich auch ein bisschen die Gelassenheit vom Häuptling der Apachen abgeguckt. Den Sprücheklopfer Wiese gibt es nur noch selten. Das liegt auch an der Nationalmannschaft. Dort kommen die lauten Töne nicht gut an. Lange Zeit hieß es, der wilde Wiese würde so gar nicht zum vornehmen DFB passen. Doch Joachim Löw hält seit drei Jahren an dem Bremer fest, nahm ihn mit zur WM 2010 in Südafrika und hat ihn nun auch fest für die EM in Polen und der Ukraine eingeplant.

Dabei ist Wiese mit seinen 30 Jahren fast ein Auslaufmodell in Deutschland, wo ein Torwart zurzeit offenbar vor allem eines sein muss: jung. Wie zum Beispiel Marc-Andre ter Stegen in Gladbach und Bernd Leno in Stuttgart mit jeweils erst 19 Jahren oder Ron-Robert Zieler in Hannover und Sven Ulreich in Stuttgart mit jeweils 23 Jahren. „Die haben eine andere Spielweise, sie spielen höher, sind weiter weg von der Torlinie“, sagt Bundestrainer Joachim Löw und es klingt, als wenn er sich genau so seinen Torwart vorstellt. Doch Löw sagt auch: „Sie gehen ein höheres Risiko.“ Und da kommt Wiese ins Spiel. „Er spielt seit Jahren sehr konstant, hat eine große Zuverlässigkeit und kommt in unseren Bewertungen häufig gut weg“, hebt Löw hervor. Gepaart mit der Berufung in die Startelf bedeutet das quasi schon das EM-Ticket.

Aber geht auch noch mehr? Kann Wiese einen Neuer verdrängen? Eigentlich nicht, Löw und Co. haben sich schon lange auf den 25-jährigen Bayern-Keeper als Nummer eins festgelegt. Wiese akzeptiert das, sagt aber auch: „Bis zur EM kann so viel passieren, da mache ich mir doch jetzt noch keine Gedanken, ob ich da spiele.“

Vorher geht‘s ohnehin erst einmal um seine Zukunft in Bremen. Sein Vertrag bei Werder läuft nach sieben Jahren aus, er will gerne bleiben, doch der Club zögert aus finanziellen Gründen mit einer Verlängerung. Im April soll die Entscheidung fallen, ob Wiese weiter in seinem Tor steht. Heute Abend ist ihm dieser Platz noch sicher.

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