Werder-Torwart kontert Kritik – und holt zum Rundumschlag aus

Wiese ätzt gegen Lehmann: „Den kannst du einweisen“

Lässt die Kritik von Jens Lehmann nicht auf sich sitzen: Werder-Torwart Tim Wiese.

Bremen - Von Arne Flügge · Nein, Freunde werden die beiden in diesem Leben bestimmt nicht mehr. Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann (40) und Werder Bremens Keeper Tim Wiese (28) sind sich seit Jahren spinnefeind. Jetzt hat’s wieder mal gekracht – und zwar so richtig.

Lehmann hatte als Sky-Experte nach dem 2:2 (1:2) der Bremer zum Champions-League-Auftakt gegen die Tottenham Hotspur das Eigentor von Petri Pasanen zum 0:1 Wiese mit angekreidet. Tenor: Wiese hätte mehr einrücken müssen, dann wäre er vermutlich noch an den Ball gekommen.

Eine Aussage, die Wiese die Zornesröte ins Gesicht trieb. Und die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. „Der Typ hat sie doch nicht alle. Wenn der behauptet, mich trifft da eine Mitschuld, dann kannst du den Spinner direkt einweisen, am besten in die Geschlossene“, ätzte der 28-Jährige gestern nach dem Training gegenüber dieser Zeitung in Richtung Lehmann.

Wiese und Lehmann sind seit vier Jahren zerstritten. 2006 hatte sich der Bremer vehement für den Ex-Münchner Oliver Kahn als Nummer eins im deutschen WM-Tor eingesetzt. In diesem Jahr folgte die Retourkutsche von Lehmann, der dem Bremer im ZDF-Sportstudio weitaus weniger Potenzial bescheinigt hatte als seinen Nationalmannschaftskonkurrenten Manuel Neuer und Rene Adler. Wieses Reaktion damals: „Der soll nicht labern. Mir war klar wie Kloßbrühe, dass er gegen mich stänkert. Der Typ juckt mich nicht. Dass wir keine Freunde im Leben mehr werden, ist doch klar.“ Lehmann, so Wiese im April diesen Jahres, sei „bislang der einzige Torwart gewesen, der mir vor einem Spiel nicht die Hand gegeben hat. Das sagt doch schon alles.“ Nun ist der verbale Schlagabtausch zwischen den beiden in die nächste Runde gegangen.

Aber nicht nur Lehmann, auch die Leistung seiner Bremer in der ersten halben Stunde gegen Tottenham haben Wiese auf die Palme gebracht. Nach den zwei schnellen Gegentoren, „habe ich gedacht: Was ist hier denn los? Das war das reine Kasperle-Theater. Das hatte Oberliga-Niveau, war aber nicht Champions-League-würdig“, wetterte der 28-Jährige, der sich die Leistung nicht erklären konnte: „Es war unfassbar, jeder wusste doch, was Sache ist.“

Immerhin habe die Mannschaft dann noch die Kurve gekriegt. Das Anschlusstor durch Hugo Almeida (43.) „war wichtig“, resümierte Wiese. Danach sei das Team aufgewacht und habe auch verdient durch Marko Marin (47.) den Ausgleich erzielt. „Da hat die Mannschaft Moral bewiesen“, zeigte sich Wiese am Ende zumindest mit den Kollegen versöhnlich. Bei Jens Lehmann sieht das wohl anders aus . . .

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