Wieder Rechtsverteidiger – das überrascht den Tschechen / Kapitän Fritz jetzt der „Kopf im Mittelfeld“

Leichtes Zähneknirschen bei Gebre Selassie

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Wieder Rechtsverteidiger: Theodor Gebre Selassie (vorne) wurde aus dem Mittelfeld zurückgezogen.

Bremen - Es war schon eine ziemlich turbulente Woche, die Theodor Gebre Selassie da erlebte. Erst musste Robin Dutt Werder Bremen verlassen – der Trainer, der den Tschechen stets in höchsten Tönen gelobt hatte. Dann kam Viktor Skripnik als neuer Coach und brachte den 27-Jährigen innerhalb von fünf Tagen zwei Mal von Anfang an.

Erst im Pokal in Chemnitz (2:0), dann im Bundesliga-Spiel in Mainz (2:1). Jeweils über 90 Minuten – und das, obwohl sich Gebre Selassie nach über zwei Monaten Verletzungspause wegen eines Knochenödems im Oberschenkel gerade erst zurückgemeldet hatte.

Die Belastung war jedoch kein Problem. „Ich fühle mich körperlich ganz gut“, meinte Gebre Selassie. Zu schaffen macht ihm eher die Rückversetzung auf die Rechtsverteidiger-Position: „Das hat mich schon überrascht. Ich dachte, das spiele ich hier bei Werder nie wieder.“ Dutt hatte ihn aus der Vierer-Abwehrkette ins rechte Mittelfeld vorgezogen, Skripnik sieht ihn offensichtlich hinten besser aufgehoben. Gebre Selassie findet seine neue, alte Position „schwieriger zu spielen. Das hat man mehr schwere Aufgaben zu lösen“. Er nimmt die Umstellung zähneknirschend hin und sagt: „Im Mittelfeld hat es echt Spaß gemacht. Wenn wir aber so Fußball spielen, wie der Trainer es will, wird auch diese Position Spaß machen.“

Es sei denn, er rutscht wieder raus aus der Startformation. Dass er gleich zwei Mal über die volle Distanz als Rechtsverteidiger gefordert war, lag vermutlich auch daran, dass Marnon Busch krankheitsbedingt fehlte. Der 19-Jährige hatte sich mit beherzten Auftritten ins Rampenlicht gespielt und zwischendurch sogar Kapitän Clemens Fritz verdrängt.

Dieses Duell wird es künftig aber eher nicht mehr geben. Denn Skripnik hat Fritz die Rolle im rechten Mittelfeld (und damit Gebre Selassies Wunschposition) zugedacht. Schon nach dem Chemnitz-Spiel schwärmte der Coach über die „große Erfahrung“, die „wichtigen Kommandos“ und die „starke Präsenz“ des 33-Jährigen in der Raute. In Mainz durfte Fritz dort wieder ran – und überzeugte erneut. „Er hat das jetzt zwei Mal sehr gut gelöst“, lobt auch Sportchef Thomas Eichin und ergänzt: „Wir brauchen so einen Kopf im Mittelfeld. Jemanden, der das Team führt. Das ist ganz wichtig.“

mr/kni

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