Gnadenlos ausgepfiffen / „Da muss er durch“

Wieder Fan-Attacke gegen Aaron Hunt

Bremen (flü) · Aaron Hunt muss sich vorgekommen sein wie ein Aussätziger. Als sich der Bremer Mittelfeldspieler vor der Ostkurve warm lief, um gleich für den angeschlagenen Tim Borowski eingewechselt zu werden, wurde er von den eigenen Fans gnadenlos ausgepfiffen.

Zum wiederholten Male in dieser Saison. Hunt und die Werder-Fans – das entwickelt sich langsam zu einer Hassbeziehung. Der 24-Jährige nahm die erneuten Unmutsbekundungen gegen seine Person verbittert zur Kenntnis, äußerte sich aber nicht. „Ich will dazu nichts sagen. Das lohnt sich nicht“, meinte er nur.

Aber vielleicht würde es sich doch lohnen, ein Stück auf die Fans zuzugehen. Die sportliche Leitung jedenfalls sieht den Mittelfeldspieler an dieser Situation nicht ganz schuldlos. „Es ist klar, dass Kritik aufkommt, wenn man seine Leistung nicht abruft. Doch dieser Kritik muss er sich stellen“, forderte gestern Trainer Thomas Schaaf – und fügte an: „Es ist auch klar, dass Aaron bisher nicht die beste Saison spielt. Es geht aber auch um die Körperhaltung, die Bewegung auf dem Platz, mit der ich den Fans zeige, dass ich mich richtig reinhaue.“

Auch Klaus Allofs nahm Hunt in die Pflicht. „Da muss er jetzt durch. Er muss wieder gut spielen und einige Sachen ändern. Dann werden die Fans ihm auch wieder freundlich gesonnen sein. Manchmal haben auch die Spieler Anteil daran, dass sie ausgepfiffen werden.“

Gleichwohl richtete Allofs einen Appell an die Fans, die Pfiffe gegen Hunt künftig zu unterlassen: „Das macht einen Spieler nicht sicherer.“ Findet auch Thomas Schaaf: „Dass ein Spieler ausgepfiffen wird, hilft uns in dem Moment nicht weiter.“ Man dürfe jetzt auch nicht den Fehler machen, „auf einem Einzelnen herumzuhacken“, warnte Schaaf: „Schließlich hat Aaron zum Schluss noch die Flanke zum 2:2 gegeben und damit mitgeholfen, das Ding noch umzureißen.“

Einen gut gemeinten Rat an Hunt hat Tim Borowski, der von den Fans ebenfalls lange Zeit ausgepfiffen worden war. „Man muss an sich arbeiten und an sich glauben. Ich hatte das Gefühl: Die Fans sind wieder auf deiner Seite, wenn sie sehen, dass du alles gibst. Manchmal reicht da schon ein Tor – und das wünsche ich Aaron. Mit der Torvorlage hat er schon mal ein gutes Zeichen gesetzt.“

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